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Von dem Bestreben geleitet, die Gleichgültigkeit der jetzt„großstädtisch“ gewordenen Rödelheimer Schüler und Schülerinnen seinèr Anstalt gegen ihre engere Heimat zu be- kämpfen, vielmehr den Sinn für die Geschichte nicht nur Frankfurts a. M., sondern auch der ehemaligen Stadt Rödelheim und damit die Heimatliebe in ihnen zu wecken und zu erhalten, richtet der Unterzeichnete an die geehrten Eltern und sonstigen Angehörigen unserer Schüler und Schülerinnen, sowie an alle anderen Freunde der Schule zum Schluß noch eine besondere Bitte:
Alle diejenigen, die Erinnerungen an Alt-Rödelheim irgendwelcher Art(Bilder, Fest- schriften, alte Urkunden, Bücher, Münzen u. dergl.) besitzen und den Wunsch hegen, daß diese Sachen, die jetzt zu Hause vielleicht zwecklos umherliegen, dem heranwachsenden Geschlecht zu Nutz und Frommen jederzeit vor Augen geführt werden können, sind hier- durch herzlich gebeten, jene geschichtlichen Erinnerungsgegenstände dem Unterzeichneten vertrauensvoll in Verwahrung zu geben. Er verspricht, die Kostbarkeiten sorgsam zu hüten, erbittet dafür aber die Erlaubnis, sie zu Unterrichtszwecken jederzeit benutzen und sie später einer„Sammlung Alt-Rödelheimer Erinnerungen“ einverleiben zu dürfen, für die der Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. in dem bald zu errichtenden neuen Schulgebäude zweifellos ein kleines Zimmer gütigst zur Verfügung stellen wird. Bis zur Eröffnung jenes kleinen„Rödelheimer historischen Museums“, das zu bestimmten Stunden dem Publikum zugänglich gemacht werden kann, bleiben die Gegenstände Eigentum der Einsender.
Auch Geldspenden zur Erwerbung alt-rödelheimer Sachen sind willkommen.
Die Herren Geometer Leonhard Conradi, Bildhauer Hermann Jeß, Kaufmann Gustav Kulicke, Kunstgärtner Adolf Matthäs, Kaufmann Jean Muth und Zeichenlehrer Paul Schubert haben dem Unterzeichneten bereits insgesamt 16 wert- volle Gegenstände übergeben, wofür den genannten Herren- ebenso wie den Herren Glasermeister Carl Dehn und Buchbinder Georg Kilb für ihr freundliches Entgegen- kommen- herzlicher Dank gesagt sei.
Jeder wird mit dem Unterzeichneten gewiß in dem Wunsche übereinstimmen, daß die Geschichte einer Stadt, die in den Urkunden früher als Frankfurt a. M.(zuerst 788
als Radilenheim) genannt wird und eine große Vergangenheit besitzt, nicht in Vergessenheit geraten möge!
Frankfurt a. M.-Rödelheim, am. 13. März 1912. Auf der Insel 6.
DE EMIL HARTMANN.


