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Neben diesen festangestellten Lehrern wirkten im Berichtsjahre an unserer Anstalt die Herren Pfarrer Zipp und Kaplan Staat, die in je 5 Stunden evangelischen bezw. katholischen Religionsunterricht an der Realschule erteilten, ferner Herr Lehrer Deniger, der den französischen Unterricht in Quinta und Quarta, im Winter-Halbjahr auch den deutschen Unterricht und die Klassenleitung in Quarta übernommen hatte, und Herr Volks- schullehrer Löhr von der Rödelheimer Knabenvolksschule, dem der katholische Religions- unterricht in der Vorschule übertragen war. Die Volksschullehrerin Fräulein Tschan, die im Hauptamte gleichfalls an der Rödelheimer Knabenvolksschule tätig ist, erteilte unseren Schülerinnen den Handarbeitsunterricht.(Vergl. Abschnitt I, 2 u. 3 des Berichtes.)
Der Leiter der Anstalt hatte vom 28. Juli bis 22. September eine militärische UÜbung abzuleisten und wurde mit Genehmigung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums durch Herrn Dr. Siemon, zurzeit Seminarkandidat am Goethegymnasium, und durch Herrn Deniger im Unterricht vertreten; die Leitung der Schule wurde für diese Zeit dem dienstältesten Oberlehrer, Herrn Dr. Käbitz, übertragen. Den genannten Herren sei auch hier für ihre treuliche Unterstützung herzlich gedankt.— G
Die Gesundheitsverhältnisse im Lehrerkollegium waren während des abgelaufenen Schuljahres durchaus günstig. Außer Herrn Mittelschullehrer Bec ker, der am 19. Mai krankheitshalber fehlte, sah sich nur noch Herr Oberlehrer Dr. Wagner genötigt, vom 15. bis 24. Mai und vom 12. bis 13. Februar wegen Erkrankung den Unterricht auszusetzen.
Vom 29. Juni bis 1. Juli war der Unterzeichnete durch eine Hospitationsreise, vom 15. bis 18. November infolge seiner Teilnahme an der Direktoren-Konferenz in Cassel an der Erteilung des Unterrichts verhindert.
Die Vertretung übernahm in allen erwähnten Fällen mit dankenswerter Bereitwillig- keit das gesamte übrige Kollegium.
Mit Beginn des nächsten Schuljahres werden die Herren Oberlehrer Oa ri Theodor Fries vom Realgymnasium in Lüdenscheid(Westfalen) und Oberlehrer Arthur Scha- rowski von der Realschule zu Cronenberg(Kheinland) in das Kollegium der Rödelheimer Realschule eintreten.
Unsere neuen Amtsgenossen machen über ihren Lebenslauf folgende Angaben:
Carl Theodor Fries, evangelisch, geboren am 3. Dezember 1872 zu Binzen, Amt Lörrach, Großherzogtum Baden. Volksschuſe und Bürgerschule in Schwetzingen und Bretten, Gymnasium in Bruchsal. Reifezeugnis 1891. Geometergehilfe bis 1804. Dann ab- wechselnd Student und Geometergehilfe bis 1902. Vorlesungen in Freiburg i. Br., München und Würzburg. Staatsexamen für den höheren Schuldienst im Großherzogtum Baden abge- schlossen am 8. März 1902. Beschäftigung zunächst an der Technischen Hochschule in Karlsruhe als Vertreter des Obergeometers und des 1. Assistenten am geodätischen Institut, zugleich Volontär am Gymnasium in Karlsruhe. Herbst 1902 bis Herbst 1903 als Lehramts- praktikant an der Realschule in Offenburg, von Herbst 1903 bis Ostern 1907 in gleicher Eigenschaſt an dem Reform-Realgvymnasium i. E.(jetzt Lessingschule) in Mannheim. Durch Verfügung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums zu Münster für den preußischen höheren Schul- dienst bestätigt im Februar 1907 und dann vom 1. April 1907 bis 31. März 1912 als Ober- lehrer am Reform-Realgymnasium zu Lüdenscheid(Westfalen). Fakmultäten: Zoologie, Botanik, Mathematik; Physik, Philosophie, Turnen.
Arthur Scharowski, geboren am 20. Dezember 1881 zu Mühlhausen i. Th., evangelischer Konſession, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte in Greifswald und Marburg neuere Philologie und Geschichte. Nachdem er am 24. Oktober 1908 an der letztgenannten Universität die Staatsprüfung für das höhere Lehramt bestanden hatte, war er während des folgenden Winterhalbjahres an der städtischen Rektoratschule zu Kupferdreh im Rheinlande tätig. Sein Seminarjahr leistete er dann am Königl. Gymna- sium zu Wiesbaden, sein Probejahr an der Realschule zu Geisenheim ab. Seit Ostern 1911 war er an der Realschule zu Cronenberg im Rheinlande als Oberlehrer angestellt.
Herrn Deniger, der uns zu Ostern verläßt, fühlen wir uns für sein treues, erfolg- reiches Wirken zu großem Dank verpflichtet. Die aufrichtigen Wünsche des Lehrer- kollegiums begleiten den verehrten Amtsg enossen auf seinem weiteren Lebenswege.


