Jahrgang 
1912
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III. Chronik der Schule.

I. Pehrer.

Mit Beginn des Schuljahres 1911-12, am 20. April 1911, erfolgte die Einführung des Unterzeichneten in sein neues Amt als Leiter der Rödelheimer Realschule i. E. Aufzer dem Lehrerkollegium, den Schülern und Schülerinnen wohnten die Herren Stadtrat Dr. Ziehen und Stadtschulrat Dr. L ü ngen als Vertreter des Magistrats der Stadt Frankfurt a. M., sowie die Herren Mitglieder des bisherigen Rödelheimér Kuratoriums der Feier bei. Nach dem gemeinsamen GesangeLobe den Herrn gab Herr Stadtrat Dr. Ziehen in seiner Ansprache einen Rückblick über die Geschichte der Rödelheimer Privat- realschule, die nach erfolgter Eingemeindung Rödelheims mit dem 1. April 1911 in die städtische Verwaltung übernommen worden sei, dankte dem früheren Kuratorium für seine von so schönem Erfolge gekrönte Tätigkeit und übermittelte bei der Einführung des neuen Leiters auch die Wünsche des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums in Cassel, dessen Aufsicht die Rödelheimer Realschule i. E. seit dem 1. April 1911 unterstellt ist.

Der Unterzeichnete übernahm die Leitung der ersten höheren Schule Groß-Frankfurts mit Worten des Dankes, hieß seine neuen Mitarbeiter die Herren Oberlehrer Dr. Käbitz und Dr. Wagner, Zeichenlehrer Schubert, Mittelschullehrer Döring und Becker, Elementarlehrer Otto und Kahlfuß herzlich willkommen, bat um ihre treue Unter- stützung in seiner verantwortungsvollen Arbeit und gelobte, seine ganze Kraft in den Dienst der ihm anvertrauten Schule zu stellen. In längerer Rede legte er sodann die Grundsätze dar, nach denen er die junge Anstalt zu leiten gedenke. Er stehe auf dem Standpunkt, daß strenge Schulzucht die erste Vorbedingung jedes Unterrichtserfolges sei. Daneben solle aber auch eine lebens- und arbeits freudige Jugend erzogen werden, die frei sein möchte von unnatürlicher Sentimentalität, die wegen eines Mißerfolges nicht gleich verzage, sondern dann mutig und freudig von neuem an die Arbeit gehe. Dazu erbat der neue Leiter vor allem das volle Vertrauen und die dauernde Mit- hilfe der Eltern, ohne die das schwere Erziehungswerk der Schule fruchtlos sei. Mit dem Gesange des altniederländischen DankgebetesWir treten zum Beten schloß die schlichte Feier.

Uber ihren Lebensgang berichten die Mitglieder des Lehrerkollegiums folgendes:

Emil Adolf Hartmanngeboren am 2. Oktober 1878 zu Magdeburg, evangelischen Bekenntnisses, besuchte zunächst eine Bürgerschule, dann die Leibniz-Schule(Realgymnasium) zu Hannover. Von Ostern 1808 ab studierte er in Berlin und Goettingen neuere Sprachen und wurde im Februar 1003 in Goettingen zum Dr. Phil. promoviert. Unmittelbar nach Bestehen der philologischen Staatsprüfung, die er in demselben Jahre in Goettingen ablegte, folgte er einem Rufe an die Universität Paris als erster Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Sorbonne. In dieser Stellung verblieb er während des Studienjahres 1903 04 und kehrte

zu Alfeld(Leine). Die Ableistung des Probejahres wurde ihm mit Rücksicht auf seine Pariser akademische Tätigkeit durch ministerielle Verfügung erlassen. Von Michaelis 1906 an wirkte er als Oberlehrer in Alfeld, von Ostern 1907 bis Ostern 1900 am Reform-Realgymnasium zu Altona(Elbe). Von Ostern 1900 bis zu seiner Berufung an die Rödelheimer Realschule war er am Wöhler-Realgymnasium zu Frankfurt a. M. als Oberlehrer tätig. Dem Heere gehört er als Reserveoffizier an. Im Druck ist von ihm erschienen:Die temporalen Konjunktionen im Französischen. I. Teil.(Diss., Goettingen 1903.)Ein Jahr als Lektor der deutschen Sprache an der Sorbonne.(Neuere Sprachen, 1910. Band 18. Heft 1.)Syntaktische Studien über die Temporalsätze im Französischen.(Marburg, Elwert, 1911.) Feuilletonistische Aufsätze.

Berthold Käbitz, katholischen Glaubens, Sohn des Steuereinnehme äbitz zu Brühl bei Cöln, wurde am 9. Juni 1870 zu Muggensturm in Baden geboren ar Fahe dung erhielt er auf der Oberrealschule zu Aachen, die er Herbst 1900 mit dem Zeugnis der