Jahrgang 
1895
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zu Ixelles bei Brüssel, hat in seinem Testamente mit einem Kapital von Mk. 35,000 eine seinen Namen tragende Stiftung gegründet, deren Zinsen nach dem freien Ermessen des Schulrats zum Besten der Schule, zur Verbesserung und Erweiterung des Unterrichts, der Lokalitäten, Einrichtungen, Apparate etc. verwendet werden sollen.(Näheres siehe im Pro- gramm unserer Schule vom Jahre 1891 S. 26.) Mit den Mitteln dieser Stiftung wurde im Beginn des Wintersemesters 1892/93 der Handfertigkeitsunterricht an unserer Schule einge- führt und wird seitdem als wahlfreier Unterricht, an dem sich jedoch fast alle Schüler der IV beteiligen, regelmäßig erteilt. Von den Schülern wird nicht blos keinerlei Zahlung für den Uaterricht geleistet, sondern sie erhalten auch das erforderliche Handwerkzeug und alle Materialien kostenfrei geliefert. Die Ergebnisse dieses Unterrichtszweiges, über welchen oben S. 12 berichtet worden ist, sind sehr befriedigend. Außerdem wurden, wie schon früher, so auch in diesem Jahre vom Schulrat aus den Mitteln dieser Stiftung Mk. 200 zur Vermehrung der Schülerbibliothek bewilligt.

3) Die Jacques Lauterbach genannt Schoenewald'sche Stiftung. Es sind eben 85 Jahre, seitdem der Begründer dieser Stiftung, Jacob Moses Schoenewald, am 25. Februar 1810 in unsere Schule eintrat. Geboren zu Schoenewald(Baden) am 10. Januar 1803, wurde er, 7 Jahre alt, von seinem Onkel Joseph Simon hier im Philanthropin angemeldet, und da er unbemittelt war, als Freischüler aufgenommen; Isaac Elias Reis wurde ihm als Vormund bestellt; er blieb bis 1819 in unserer Schule. Tief wurzelte in seinem Herzen die Dankbarkeit für das, was ihm hier geworden Nar. Als er 70 Jahre alt geworden, schrieb er am 22. Juni 1873 zu Paris, wo er sich niedergelassen hatte, in sein Testament:Ich habe in den Jahren 1810 bis 1819 in derPhilanthropin oder Real- und Volksschule genannten israelitischen Schule zu Frankfurt a. M. unentgeltlichen Unterricht empfangen. Dadurch bin ich in den Stand gesetzt worden, auf anständige Weise mein Brot zu verdienen und durch meine Arbeit unter Gottes Beistand das kleine Vermögen zu erwerben, welches ich heute besitze. Deshalb ver- mache ich dieser Schule eine Jahresrente von 2000 Francs... Diese Schenkung soll dazu verwendet werden, um für zwei oder mehrere arme israelitische Knaben das Schulgeld, die Bücher etc., ferner einfache, aber gute Kleidung und, wenn erforderlich, auch Verköstigung zu beschaffen, sowohl während der Zeit ihres Schulbesuches, als auch um ihnen nachher, während ihrer ganzen Lehrzeit, sei es, daß sie sich einem Handwerk, einer Kunst oder dem Kaufmannsstand widmen, die für ihre Verpflegung und sonstigen Bedürfnisse unumgänglich erforderlichen Mittel darzubieten..... Die Zöglinge sollen immer unter der Bezeichnung Zöglinge der Jacques Lauterbach genannt Schoenewald'schen Stiftung in die Schule aufgenommen werden; denn es ist mein Wunsch, dass mein Name immer in den Schriften der Schulver- waltung vorkomme: das dient vielleicht auch sonst zum guten Beispiel. Am 25. August 1878 starb der Testator, welcher den Namen Jacques Lauterbach gen. Schoenewald angenommen hatte, 9 Jahre später seine Gemahlin, welche schon im Jahre 1879 nach erfolgter landesherrlicher Genehmigung zur Annahme des Legates die Eintragung einer Jahresrente von 2000 Francs in das große französische Staatsschuldenbuch auf den Namen unserer Schule bewirkt hatte. Nicht lange nach ihrem Tode trat die Stiftung, über welche in den Programmen unserer Schule von 1879 und 1888 eingehend berichtet ist, in Wirksamkeit. Es wurden damals 4 unbemittelte Knaben in dieselbe aufgenommen. In dem Schuljahre 1894/95