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Das Sedansfeſt(2. September) benützte das Oberlyzeum zu einer Beſichtigung der Ausſtellung „Der Menſch“ in Darmſtadt, wobei auch für die Bracht⸗Ausſtellung ſich einige Zeit erübrigen ließ
An die von Sr. M. dem Kaiſer angeordneten Gedenkfeier am 10. März, welche wir in die Abendſtunden verlegten, ſchloß ſich ein Familienabend, in deſſen Mittelpunkt die Geſtalt Marianne Willemers ſtand. Die ſchönſten Gedichte im Weſtöſtlichen Diwan wurden geſungen oder vor⸗ getragen Eine zwangloſe Unterhaltung mit theatraliſchen und muſikaliſchen Darbietungen bildeten den Schluß der Gedenkfeier und in gewiſſem Sinne des Schuljahres.
Ausflüge unternahmen ſämtliche Klaſſen: am 29. April Klaſſe IIa(Taunus), am 3. Mai Klaſſe SI. (Odenwald), am 9. Mai Klaſſe IIa(Taunus), am 14. Mai Klaſſe IIIa(Speſſart), am 14. Mai Klaſſe IIb (Marburg), am 14. Mai Klaſſe Ib(Rhön), am 15. Mai Klaſſe IIIb(Oberurſel, Feldberg), am 17. Mai Klaſſe SI(Speſſart), am 5. September Klaſſe SII(Oberhambach), am 17. September Klaſſe IIIb(Gelnhauſen, Büdingen), am 25. September Klaſſe Ia(Amorbach), am 26. September Klaſſe IIa(Taunus).
Studientage fanden ſtatt: am 7. Mai, 21. Juni, 21. Auguſt, 21. September, 12. Dezember. Eisfrei war am 6. Januar.
„Elternabende fanden ſtatt: am 26. November für das Oberlyzeum; dabei hielt der Schularzt unſerer Übungsſchule, Herr Dr. Rudolf Haus, einen Vortrag über„Körperpflege“, an den ſich eine wert⸗ volle Ausſprache knüpfte.
Der Geſundheitszuſtand der Schülerinnen darf mit einer Ausnahme als ganz befriedigend bezeichnet werden.
2. Die Übungsſchule. Mit Beginn des gegenwärtigen Schuljahres war der Ausbau der Übungs⸗ ſchule zu einer achtklaſſigen Schule vollzogen. Zum erſtenmale diente die Übungsſchule den praktiſchen Zwecken des neu eingeführten vierten, des Seminarjahres, der Ausbildung der Schülerinnen des Ober⸗ lyzeums im Unterrichten. Sie erteilten während eines Vierteljahres fortlaufend und dauernd Unterricht in einem Hauptfach und in einem oder einigen Nebenfächern; am Ende jedes Vierleljahres trat ein Wechſel der Fächer und der Seminariſtinnen ein. Auf beide Klaſſen kamen in jedem Vierteljahr durchſchnittlich 800 Unterrichts⸗Übungen, die von den Lehrern und Lehrerinnen der Übungsſchule im Einklang mit den die Übungen überwachenden Lehrkräften der beiden Seminarklaſſen geleitet wurden.
Der Geſundheitszuſtand der Übungsſchule war im ganzen gut. Herr Dr. Haus, unſer Schul⸗ arzt, hat ſich ſowohl in ſeinen regelmäßigen Sprechſtunden als auch in Rundgängen durch die Klaſſen um das Wohl der Kinder mit gewohnter Sorgfalt bemüht. 13 Kinder ſuchten und fanden Erholung in Ferienkolonien, Bädern und anderen Erholungsanſtalten; 39 Kinder erhielten warmes Frühſtück; viele ſtillen Geber machten ſich um das Wohl der völlig unbemittelten Schülerinnen verdient. Ihnen allen und den Wohltätigkeitsvereinen ſagen wir auch hier herzlichen Dank.
Der Beſuch der Badeſtunden im Main litt unter der kühlen Witterung.
Die Schülerinnenbücherei wuchs um 114 Bände, ſo daß ſie jetzt 1415 Bände umfaßt. Mit Geſchenken bedachten ſie Herr Oberlehrer Dr. Schwartze und die Verlagsbuchhandlungen Velhagen u. Klaſing(Bielefeld) und Ernſt Wunderlich(Regensburg).
3. Der Kindergarten. Leiterin: Frl. Emma Vöhl, Gehilfin: Frl. Klara Iſerloh. Der Kindergarten wurde von 60 Kindern beſucht. Der Geſundheitszuſtand war gut.
Unterrichtsſtoff.„Einheitsſtoffe“: Taube, Erbſe, Wieſe und Wieſenblumen, die Kuh, die Nuß, Tanne und Tiſchler. Dabei beſuchten die Kinder Herrn Bickels Nachfolgerin und den Zoologiſchen Garten, um die Tauben zu beobachten, ſahen beim Heumachen zu, gingen auf die Schafweide des Herrn Metzgermeiſters Ranninger(Kornmarkt), in den Kuhſtall des Grünhofs, den Milchladen von Herrn Seb. Hauſer(Grüneburgweg), zum Horndrechsler Herrn Röſch(Neue Taubenſtr.), zum Schreinermeiſter Kuſter, erlebten die Nußernte auf Bartmanns Hof, kauften auf der Weihnachtsmeſſe ein.— Den Herrn Beſitzern, Meiſtern und Beamten ſei für ihr Entgegenkommen herzlicher Dank geſagt.
Mit 32 Schülerinnen des Seminarjahres, die 6—8 Wochen lang je 2—3 Stunden in den Kindergarten kamen, wurde der Stundenplan des Kindergartens durchgearbeitet; ſie übten ſich in dem Fröbelſchen Werkunterricht und lernten deſſen Anwendung in den Aufnahmeklaſſen.— 12 Schülerinnen konnten ſich am Unterricht im Korbflechten beteiligen. Die Klaſſen IIla und b beſuchten je eine Stunde wöchentlich den Kindergarten.


