Jahrgang 
1930
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b) Musikunterricht. 1. Vl und V:

le 2 Stunden wöchentlich. Pflege des einstimmigen(VI) und zweistimmigen(V) Gesangs. Volkslieder und volkstümliche Lieder mit und ohne Instrumentalbegleitung. Theoretische Unterweisungen. Erziehen zum bewuhten Singen nach Noten. In enger Verbindung mit dem Lied: Gehör-, Laut- und Stimmbildungs=-Uebungen. Auffassen und Niederschreiben gege- bener und selbstgefundener rhythmischer und melodischer Motive. Gelegentliche Einführung in die einfachsten Pormen der Vokal⸗ und Instrumentalmusik.

2. IV bis Ol:

Insgesamt 10 Stunden wöchentlich. Pflege des älteren Volksliedes, Erweiterung der theoretischen Kenntnisse. Uebung in der Melodienfindung und im Musikdiktat. Musikgeschichtliche Unterweisungen namentlich auf der Oberstufe. Die form- bildenden Elemente der Musik. Einfährung in große Werke der Vokal- und Instrumentalmusik.

S8. Chor:

Wöchentlich 2 Stunden. Homophone und polyphone geistliche und weltliche Lieder mit und ohne Begleitung des Schüler- orchesters.

4. Orchesten:

Wöchentlich 1 Stunde. In der Unterabteilung Einführung in das Ensemblespiel, in der Oberabteilung Orchesterwerke verschiedenster Art im Originalsatz oder in einwandfreier Bearbeitung. Gemeinsam mit dem Schülerchor Beteiligung an allen festlichen Veranstaltungen der Schule.

Am 13. Bebruar veranstalteten Schülerchor und Schülerorchester einen wohlgelungenen Händelabend.

c) Theateraufführungen. Schüler der unteren Klassen führten wiederholt selbstverfaßte Kasperlestüdke auf, ferner am 28. Februar denBruder Lustig und zu OsternLes Bourgeois de Calais. An freiwilligen Sprechkursen beteiligten sich zeitweise über 100 Schüler, eingeteilt in 6 Gruppen.

d) Leibesübungen. 1. Turnen: 3

Im Sommer wurde das Hauptgewicht auf Leichtathletik, im Winter auf Geräteturnen gelegt. XNußerhalb des planmäßigen Unterrichts turnte während des Winterhalbjahres eine freiwillige Turnriege.

Die Reichsjugendwettkämpfe für die Schule wurden am 3. September auf dem Feldberg abgehalten. Es wurde in drei Altersgruppen in 100 m Lauf, Kugelstoß, Weitsprung und Ballweitwurf unter Beteiligung von 131 Schülern gekämpft. 2. Schwimmen:

Am planmähßigen Schwimmunterricht, der statt des Turnens mit wöchentlich 2 Stunden abgehalten wurde, nahmen im Sommerhalbjahr Va und Vb, im Winterhalbjahr IVa und IVb teil. Xußerdem badeten im Sommer 4 freiwillige Ab⸗ teilungen im Main, im Winter eine Abteilung im Schwimmbad. Eine größere Anzahl von Schülern legte die Prüfung als Hahrtenschwimmer ab. Von den Schülern der gesamten Anstalt waren 415= 76% Freischwimmer.

e] Handfertigkeit. 1. Pappen:

In wöchentlich 2 Stunden wurden einfache Papparbeiten wie Mappen, Kästchen usw. hergestellt, in einem zweiten Kurse, der bis Herbst bestand, wurden Puppen und Bühne für ein Kasperle=Theater gebastelt.

2. Buchbinden:

Wöchentlich 2 Stunden, Kartonieren und Binden von Büchern.

f Kurzschrift. 1. Lehrgang für Anfänger: Einführung in das System, Abschreibeübungen, Reihenübungen, Leseübungen, Uebertragungen und Diktate. Wöchentlich 2 Stunden. 2. Lehrgang für Fortgeschrittene:

Befestigung und Vertiefung der Systemkenntnis, Erhöhung der Schreibgeschwindigkeit durch Reihenübungen, Uebertragungen und Diktate. Einführung in die Redeschrift: Peste Kürzungen und Kürzungsregeln. Wöchentlich 2 Stunden.

B) DlE LEHRER.

I. VERXNDERUNSEN IM LEHRKÖRPER.

Mit Schlaß des Schuſjahres 1928/29 schied Assessor Kuno Knorsch aus dem Lehrkörper aus, um eine Studienratstelle an der Oberrealschule zu Bielefeld zu übernehmen.

Zu Beginn des Schuljahres trat Studienrat Kuno Banholzer, der bis dahin an der Mertonrealschule tätig war, neu in das Kollegium ein.

Zur Deckung des dauernden Unterrichtsbedarfes wurden überwiesen: die Assessoren Dr. Löw und Gottfried Stein, sowie der Junglehrer Heinrich Braun, der schon früher vertretungsweise an der Musterschule beschäftigt war und am 21. September 1920 seine 2. Lehrerpräfung bestand.

Der Gesundheitszustand des Kollegiums war im allgemeinen zufriedenstellend. Doch hatten wir den Verlust eines lieben Mitarbeiters zu beklagen.