Am 2. März übersandte uns Herr H. Lemke für musikliebende Schüler eine Anzahl Eintrittskarten zu dem Vaterländischen Unterhaltungsabend im Zoolo- gischen Garten am 6. März.
Der französische Lehramtsassistent Herr Courbet hielt bis zu den Sommerferien mit den Schülern von IIl h in Gruppen von 8— 10 Schülern französische Konversationsstunden ab, wobei er(auch auf Spazier- gängen) an das tägliche Leben und in den oberen Klassen besonders an die gelesenen Schrilftsteller anknüpſte und die Schüler in das Leben und Treiben und die Sitten und Einrichtungen des französischen Volkes, in seine Kultur und Literatur einzuführen suchte. Gelegentlich hielt er auch Vorträge über Literatur vor den Schülern der Oberklassen und übernahm auch zeitweilig bestimmte Unterrichtsaulgaben. Für die bei uns üblichen deklama- torischen und szenischen Vorführungen am Schluß des Schuljahres war er eilrig tätig und verfaßte zu diesem Zweck lür die V ein kleines Stück:„L'apprenti courageux.“ Nach den Sommerferien kehrte er nicht mehr zurück.
3. prüfungen.
UÜber die Prüfungen unserer Schüler ist bereits oben berichtet. Näheres vergl. Statistische Mitteilungen IV. 3.
4. Gesundheitszustand.
Infolge von Erkältungen und dergl. mußten des öfteren verschiedene Herren ihren Unterricht aussetzen.“ Be- sonders erschwerend war dies jür uns seit Ausbruch des Kriegs, nachdem bereits die Zahl der zur Verſügung stehenden Herren bedeutend gesunken war. Notwendiger- weise mußten daher in solchen Fällen die Anſangs- und Schlußstunden des Unterrichts ausfallen, damit die noch übrigen Herrn wenigstens nicht allzusehr überlastet wurden. Auferdem aber mußten wegen längerer Krankheit den Unterricht ganz aussetzen: Herr Beul 27. April bis 12. Mai, Prolessor Dr. Dick 6. November bis 21. Januar, Herr Müller 7.— 21. September, Professor Dr. Meide- mann 22. Hpril bis 6. Mai und Professor Dr. Pitschel 25. Februar bis zum Schluß des Schuljahres.
Erleichtert mußten werden wegen Krankheit: Pro- ſessor Dr. Weidem ann 15. Mai bis zu den Sommerferien; wegen militärischer Beschältigung Prolessor Bernhard 15. Oktober bis 23. Dezember und Proſessor Dr. Gündel 15. Oktober bis 16. Dezember. Beurlaubt waren: Hilfs- lehrer Dr. Beyer zur Vornahme wissenschaſtlicher Studien während des ganzen Schuljahrs. Gleichwohl übernahm Dr. Beyer wöchentlich 3 Stunden Vertretung vom 22. April bis 12. Mai. Wegen Krankheit Professor Bernhard 22. April bis 15. Oktober. Wegen militärischer UÜbungen: Dr. Protz 27. Juni bis 23. August, Prolessor Dr. Reinhardt 1.— 31. Mai und Oberlehrer Dr. Zickel 22. April bis 12. Mai. Außerdem mußte Herr Proſessor Dr. Hülsen vom 21. Januar ab beurlaubt werden, um im Auftrag der Generaldirektion der Kgl. Museen in Berlin eine Ver-— öffentlichung über die Ausgrabungen in Kleinasien fertig zu stellen, an denen er selbst beteiligt war. 3
Wenn man von den alljährlich wiederkehrenden Kinder- krankheiten absieht, war der Qesundheitszustand unserer Schüler im allgemeinen gut. Allerdings wurden besonders Ende Februar und anſangs März die Schüler der unteren Klassen stark von Mumps heimgesucht. In einer Klasse ſehlten an einem Tage 18 Schüler.
Am 13. Dezember entriß uns der Tod nach kurzer Erkrankung den Schüler der V. 3 Georg Weil. Er war ein braver, guter junge und berechtigte zu den schönsten Hofinungen. Seine Klassenkameraden und alle, die ihn kannten, werden ihm ein treues Gedenken bewahren.
Was die ſolgenden Übersichten über die aktive Betätigung von Lehrern und Schülern an dem uns in frevel- hafter Weise aufgezwungenen Krieg anlangt, so muß zu- gestanden werden, daß dieselben lückenhaft und unvoll- ständig sind. Wir selbst haben unser möglichstes getan, um alle nur irgend wie erreichbaren sicheren Nachrichten zu erhalten, aber leider sind uns dieselben nur spärlich zugeflossen. Alle weiteren Ergänzungen werden wir daher in dem nächsten jahresbericht veröffentlichen, deshalb wird jedermann, der Interesse an unserer Schule nimmt, gebeten, uns fortgesetzt weitere Nachrichten zukommen zu lassen. Für alle uns noch zugehenden Mitteilungen sei auch hier schon im voraus bestens gedankt.
EHRENTAFEIL.
l. Lehrer der Anstalt, die im Felde stehen.
38 Name, Titel, Dienstgrad Auszeichnungen 1 Walter, Geheimrat Direktor Dr. h. c. Max, Hauptmann 2 Beyer, Dr. Paul, Leutnant und Kompanieführer E. K.* 3 Cersbach, lohannes, Kaplan, Feldgeistlicher F. K. 4 Hofmann, Dr. Heinrich, Oberleutnant E. K. 5 Oppermann, Fritz, Unteroffizier E. K. 6 Protz, Dr. Ludwig, Leutnant.. E. K. 7 Reinhardt, Prof. Dr. Wilhelm, Major..... E. k. und E. K. I. Kl. 8 Salzberger, Dr. Georg, Feldgeistlicher und Rabbiner. 9 Sauer, dr. Eberhard........... 10 Weber, Dr. Konrad.. 11 weigand, Heinrich.... 12 Zickel, Dr. Ernst, Leutnant....... E. K. Seinen Wunden erlegen ist: 13 Ssell, Dr. Erwin, Leutnant.. E. K.


