9. Chemie: 2 St. Uberblick über das Gesamtgebiet der Chemie. Allgemeine chemische Begriffe. Metalloide. Stöchiometrische Aulgaben.
Besichtigungen und wissenschaftliche Ausllüge.
Neumann.
10. Zeichnen: 2 St. Zeichnen und Malen nach kunstgewerblichen Gegenständen, Naturobjekten, ausge- stopften Vögeln, Pllanzen, in Blei-, Feder-, Aquarell- und Pastelltechnik. Skizzierübungen nach der Natur in der Umgebung der Schule. Zeichnen aus dem Gedächtnis. Beschauen und Besprechen von Gemälden und künst- lerischen Reproduktionen(Radierungen, Lithographien u. a.)
Linearzeichnen(wahllrei): 2 St. NYorübungen. Projektionen von Körpern in zwei und drei Ebenen, sowie parallelperspektivische Ansichten. Einfache Durchdrin- gungen und daraus entwickelte praktische Aulgaben. Dach- ſormen u. s. W. Drehungen, Schnitte, Abwickelungen.
Veranschaulichungstafeln für den Unterricht in Physik und Chemie. Freund.
Unterprima. Klassenlehrer: Professor Dr. Weidemann.
la. Evangelische Religionslehre: 2 St. Kirchen- geschichte bis zur Neuzeit. Herchenröder
1b. Katholische Religionslehre: 2 St. Siehe Obersekunda. Gersbach.
2. Deutsch: 3 St. Die Entwickelung der deutschen Literatur von Luther bis Lessing(mit geeigneten Proben). Das Wichtigste aus der Poetik, namentlich die Technik des Dramas.— Lesestoff: Wallenstein, Schillers kultur- historische Gedichte, UÜber Anmut und Würde, Laokoon, Hamburgische Dramaturgie, Don Carlos, König Odipus. Privatlehtüre: Fiesko, Hermann und Dorothea, Nathan der Weise, Antigone. Freie Vorträge. Ubungen im Dis- ponieren, gelegentlich auch Debattierübungen.
Kufsdtze: 1) a. Gereicht nach Schillers Spaziergang der Fortschritt der Kultur dem Menschen immer zum Segen? b. Kom- position und Gedankengang von Schillers Spaziergang. 2) Inwiefern bildet Wallensteins Lager den ersten Teil der Exposition?(Klassen- aufsatz). 3) Minen und Gegenminen in Schillers Piccolomini. 4. Wie wird Wallenstein zum Verräter?(Klassenaufsatz). 5) Die Gründung des deutschen Reichs durch die beiden ersten Sachsenkaiser. 6) a. Warum mußten nach Lessing die Schöpler der Lackoongruppe im Ausdruck des körperlichen Schmerzes Maß halten? b. Winckel- mann und Lessing vor der Laokoongruppe.(Klassenaulsatz). 7) a. Wenn das Leben ein Kampf ist, welches sind dann unsere Waflen? b. Wie ist die italienische Politik der deutschen Kaiser des Mittelalters zu erklären, und welche Bedeutung hat sie für unser Volk gehabt? c. Inwiefern zeigt uns Schiller schon im 1. Akt des „Don Carlos“ den Kampf zwischen zwei entgegengeselzten Welt- anschauungen? 8) Welchen Personen in Sophokles' Antigone wenden wir unser Mitleid in besonderem Mafe zu?(Probeaulsatz).
Weidemann(Weber).
3. Latein: 5 St. Lesestoff: Sallust, Catilina zu Ende gelesen. Verg. Keneis I. und II. Auswahl. Livius XXII Auswahl. Alle 14 Tage schriftliche UÜbersetzungen, meist Klassenarbeiten. Regelmäßige Wiederholungen aus der Formenlehre und Grammatik. Bilger.
4. Französisch: 3 St. Lesestoff: Molière, L'Avare (Nelh. u. Kl., Reſorm.); Duruy, Siècle de Louis XIV(Renger, Reform.); Scribe, Le Verre d'eau(kursorisch),(Friedberg und Mode); Corneille, Le Cid(Renger, Reſorm.). Gedichte. Die Zeitung: Paris-Berlin wurde zu Sprechübungen benutzt.
Aulsätze: 1) Les projets de mariage d'Harpagon. 2) Le com- bat avec le dragon. 3) La lete arrangée pour le secours des petits enfants pauvres.(Sous ſorme de lettre).(Hausaufsatz). 4) La crise du 4e acte de l'Avare. 5) Quelle tournure prend la pièce par le vol de la cassette? 6) Harpagon et ses enfants.(Hausaufsatz). 7) Résumez l'exposition de la comédie: Le Verre d'eau. 8) Les jeux olympiques(Hausaufsatz). ⁹) Jetez un coup d'œil rétrospectil sur le gouvernement de Louis XIV. Dick.
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4. Englisch: 4 St. Lesestoff: Shakespeare, Julius Caesar(Teubners Collection) und Thackeray, Vanity Fair(Diesterweg). Interpretation in der Fremdsprache, Verarbeiten des Wortschatzes nach formalen und inhalt- lichen Gesichtspunkten; UÜbungen in freier Niederschrift und Rede. Sprachgeschichtliche Betrachtungen an der Hand des Lesestofis. Stete grammatische Wiederholungen, insbesondere vertieſende Betrachtung des Gerundiums, der Partizipialkonstruktion und des Accusativus cum inſinitivo. Schriftliche Arbeiten: Diktate, Aulsätze, Ireie Wiedergaben bekannten und neuen Stolfes, Interpretationen von Text- stellen, grammatische Zusammenstellungen, Brieſe.
Walter.
Im Winter eine Wochenstunde Besprechung der häus- lichen Lektüre(Marshall, Our Island Story, Velh.& Klas.), mit längeren Rede- und Schreibübungen. Hierzu ergänzende Betrachtungen zur englischen Geschichte, besonders im Hinblick aul Verlassung, Literatur und bnidenae Runei⸗
Ibrich.
6. Geschichte: 3 St. Wiederholung und Ergänzung der Geschichte der römischen Kaiserzeit. Deutsche Ge- schichte von der Völkerwanderung bis zum Dreifigjährigen Kriege unter eingehender Betrachtung der Verlassungs- und Kulturverhältnisse und ihrer Beziehungen zur Gegen- wart. Auch freie Berichte von Schülern über selbständige Quellenlektüre. Erdhkunde: Wiederholungen aus der Landeskunde von Deutschland mit besonderer Berück- sichtigung des Einflusses der Landesnatur aul das Leben
des Volkes. Im Anschluß an die Verteilung von Ackerbau.
und Industrie auch Besprechung wichtiger volkswirtschaft- licher Fragen. Kartenskizzen. Weidemann(Meber).
7. Mathematik: 5 St. Geometrie: Einleitung in die Geometrie der Lage. Spaehrische Trigonometrie mit An- wendungen auf mathematische Geographie und sphaerische Astronomie. Körperberechnungen. Arithmetite: Ein-
leitung in die Lehre von den algebraischen Gleichungen.
Algebraische und graphische Lösungsmethoden der Glei- chungen dritten und vierten QGrades. Wiederholung der Zinseszins- und Rentenrechnung; Leibrenten und Lebens- versicherung. Kombinationslehre. Alle 4 WMochen eine häusliche oder Klassenarbeit. H. Holmann.
8. Physik: 3 St. Lehre vom Magnetismus und von der Elektrizität beendet. Mechanik. Auſgaben.— Labora- torium in zwei Abteilungen, 1 St. je ein halbes Jahr: Übungen aus den Gebieten der Mechanik, Wärmelehre und Elektrizitätslehre. H. Holmann.
9. Chemie: 2 St. Wiederholungen aus der Lehre von den Metalloiden. Die leichten Metalle. Stöchio- metrische Kulgaben. Das Wichtigste aus der Krystallo- graphie und Mineralogie. Laboratorium in zwei Ab- teilungen, 1 St. je ein halbes Jahr: Versuche so viel als möglich im Anschluß an den Unterricht.— Besichtigungen und wissenschaftliche Ausilüge. Neumann.
10. Zeichnen: 2 St. Fortsetzung und Erweiterung des Lehrstofles der Obersekunda. Skizzierübungen nach der Natur, am Main und in der Altstadt. Zeichnen und Malen nach kunstgewerblichen Gegenständen, nach lebenden Pflanzen, ausgestopften Vögeln, Schmetterlingen u. a. m. mit Aquarell- und Pastelllarben sowie in Federtechnik. Skizzierübungen, Schnellzeichnen, Zeichnen aus dem Ge- dächtnis. Von Zeit zu Zeit Vortrag über ein kunst- wissenschaftliches Thema. Beschauen und Besprechen von Gemälden, Radierungen, Künstlerlithographien u. a. wie in Ii. Praumu.


