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hin bekannt gemacht und besonders anläßlich der Präsidentenwahl viele wichtige politische Einrichtungen mit ihnen besprochen hat.
Durch das Entgegenkommen einiger Freunde der Schule waren wir auch in diesem Jahre in der Lage, 6 Schüler der oberen Klassen in die Ferienheime der Co-operative Holidays Association(C. H. A.) nach England zu senden. Sie hatten alle, wenigstens eine Woche lang, Gelegenheit, das englische Schulleben kennen zu lernen, und fanden freundliche Aufnahme bei Herrn Direktor Dr. J. Paton, Grammar School Manchester, Herrn Dr. C. Reddie von dem bekannten Landerziehungsheim Abbotsholme, Derbyshire, und den Herren Direktor Voung und Dr. Shawe von Bishop Stortford College. Ihnen allen herzlicher Dank!
Durch die Güte des Herrn T. A. Leonard, des Leiters der Co-operative Holiday- Association, verbrachten die Schüler 8 Tage in englischen Familien, in denen sie sehr freund- liche Aufnahme fanden, und weitere 14 Tage in den englischen Ferienheimen. Ihm wie auch Herrn Oberlehrer Lorey, der als Vertreter der Deutschen Ferienheimgesellschaft diese Reisen, wie früher, auch diesmal vermittelt hatte, sind wir für die den Schülern erwiesenen Freundlichkeiten zu großem Dank verpflichtet.
Die Eindrücke, die die Schüler bei ihren Reisen in die Ferne empfangen haben, gaben sie an einem für die Eltern, die Stifter der Stipendien und die Mitglieder der F. H. G. veranstalteten Abend wieder. Die 5 Vorträge, von denen drei in englischer und zwei in deutscher Sprache gehalten wurden, gaben einen deutlichen Beweis von der vorteilhaften Ausnützung der schönen Ferienzeit im Auslande und boten den Anwesenden durch Vor- führung zahlreicher Lichtbilder um so größere Anregung. Außer den Stipendiaten haben 6 weitere Schüler durch die Freigebigkeit ihrer Eltern die schöne Reise mitgenossen.
Wie in früheren Jahren so haben auch diesmal die Deutsche Kolonialgesell- schaft, die Deutsche Orientgesellschaft und der Physikalische Verein den Schülern freien Zutritt zu ihren Vorlesungen gewährt. Ebenso sind uns wiederholt Karten zu Konzerten für unsere Schüler überwiesen worden. Eine große Zahl von Schülern besuchten die Aufführungen klassischer Stücke im Schauspiel- und Opernhaus, zu denen die Theaterverwaltung den Schülern gute Plätze zu billigen Preisen in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hatte.
Wissenschaftliehe Ausflüge, Besuche von Fabriken u. s. w.:
Die Schüler der oberen Klassen besichtigten unter Führung der Fachlehrer ein Kohlen- säurewerk, eine Fluorwasserstoff-Glasätzerei, eine Zündholzfabrik, eine optische Werkstätte, eine Hochofenanlage, ein Röhrenwalzwerk, eine Spiritusbrennerei, eine Apfelweinkelterei, eine Bierbrauerei, eine Salzgewinnungsanlage, eine Porzellanfabrik, eine Zuckerfabrik, eine Gas- anstalt, ein Kohlenbergwerk, eine Glashütte, eine Anstalt für Galvanoplastik, eine Eisfabrik, eine Automobilfabrik, eine Eisenbahnwerkstätte, eine Druckerei. Herr Prof. Dr. Flesch führte die Schüler durch die Ausstellung der D. G. B. G., Herr Oberlehrer Dr. Hofmann besuchte mit ihnen die Ausstellung„Der Mensch“ in Darmstadt, Herr Prof. Freund begleitete sie in die Ausstellung des Kunstvereins und des Vereins Schnörkel sowie in die Ausstellung zur Geschichte der alten Mainbrücke im städtischen Historischen Museum..
Bei den Ausflügen und Besichtigungen wurde den Schülern vielfach Gelegenheit zum Skizzieren gegeben.
Mit den mittleren und unteren Klassen wurden von Zeit zu Zeit naturkundliche Aus- flüge und Besichtigungen unternommen, sowie die Sammlungen der Senckenbergischen Natur- forschenden Gesellschaft, der Zoologische Garten und der städtische Zentralpflanzengarten besucht. Einzelne Klassen fanden willkommene Belehrung in der Pilzausstellung im alten Senckenbergianum, in der Aquarien- und Terrarien-Ausstellung in demselben Gebäude und in der Ausstellung„Der Mensch“ im Großherzoglichen Residenzschloß in Darmstadt.
Herr Prof. Dr. Gündel besuchte während der Herbstferien mit Schülern der Ober- prima die Saalburg und besichtigte auf einer daran sich schließenden Wanderung die Reste des Limes und der Kapersburg. Auch auf das von ihm bearbeitete Ausgrabungsfeld von Heddernheim führte er öfters Schüler der Anstalt.


