Jahrgang 
1911
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Dr. Heinzerling, Dr. Michels und Dr. Rosenstock, die Herren Seminarkandidaten Brasching, Scheibe, Dr. Silomon und Wirbelauer, die sich treulich bemühten, den Unterrichtsbetrieb aufrecht zu erhalten. Allen diesen Herren, denen bei dem häufigen Wechsel keine leichte Aufgabe gestellt war, spreche ich im Namen der Schule den wrmsten Dank aus.

Am 20. Januar 1911 feierte unser ehemaliger lieber Kollege, Herr Professor Guillaume Thévenot in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 80ten Geburtstag. An der Spitze einer Abordnung des Lehrerkollegiums überbrachte ihm Herr Direktor Dr. h. c. Walter unsere Glückwünsche, und bald nachher hatte der Unterzeichnete die Freude, ihm den ihm von Sr. Majestät dem Kaiser und König verliehenen Kronenorden 3. Klasse zu überreichen.

Am 23. Januar 1911 wurde Herrn Direktor Dr. h. c. Walter von Seiner Majestät bei dem diesjährigen Ordensfeste der Adler der Ritter des Königlichen Hausordens von Hohenzollern verliehen.

Herr Direktor Dr. h. c. Walter folgte auf Veranlassung des Ministeriums einer ehren- vollen Einladung des Präsidenten Butler von der Columbia-Universität in Newyork, um dort Vorlesungen über die Methodik des neusprachlichen Unterrichts zu halten. Wahrend seiner Beurlaubung von Januar bis zu den Sommerferien vertritt der Unterzeichnete ihn in seinen Amtsgeschäften.

2. Schulfeiern und Ausflüge.

Das Maifest wurde bei herrlichstem Wetter am 24. Mai abgehalten; die Realgym- nasialklassen unternahmen Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung(bis zum Neckartal), die Vorklassen in den Stadtwald. Die Sedanfeier am 2. September wurde in der altgewohnten Weise auf der Oberschweinstiege durch Wettspiele, Schauturnen, Gesang und eine Ansprache von Herrn Direktor Dr. h. c. Walter begangen. Am 15. Juni fand eine Schumannfeier statt, die Herr Weigand durch musikalische Darbietungen aus den Werken des Meisters und durch einen Vortrag sehr stimmungsvoll gestaltete. Bei der Königin-Luise-Feier am 1. Juli 1910 gab Herr Oberlehrer Dr. Weidemann ein fesselndes Bild von dem Leben der unvergeßlichen Fürstin. Am 13. September wurden mit den Schülern, die sich regelmäßig am Jugendspiel beteiligt hatten, Turnfahrten unternommen. Weihnachtsfeiern, die mit einem Margeriten- abend vereinigt waren, wurden für Realgymnasium und Vorschule getrennt abgehalten. Die Margeritenabende, an denen auch die hübsche von E. v. Goldschmidt-Rothschild(II2) entworfene Karte verkauft wurde, brachten ein Ergebnis von 508 Mk., von denen 300 Mk. an den Margeriten-Ausschuß abgeliefert wurden. Dank allen Gebern! Herrn Rektor Lang gebührt Dank für den schönen Prolog, den er hierzu gedichtet. Der 52. Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde in der Aula durch Gesang und Vorträge, sowie die interessante und inhaltsreiche Kaiserrede von Herrn Prof. Dr. Gündel:Frankfurt a. M. in prähistorischer Zeit gefeiert.

Über die vom 24. bis 28. September 1910 unternommene große Wanderung gibt ein Teilnehmer den folgenden eingehenden Bericht:

Zu Beginn der Herbstferien wurde unter Führung des Direktors und einiger Lehrer der Musterschule(Prof. Dr. Reinhardt, Oberl. Dr. Weidemann, Oberl. Dr. Sander und Freund) die schon längst geplante Wanderfahrt nach den Schlachtfeldern von Spicheren und Metz unternommen, an der sich 7, Schüler der Obersekunda, Unter- und Oberprima und frühere Schüler beteiligten. Nachdem och am Nachmittag des ersten Tages eine Glashütte und eine Trockendestillation bei Neunkirchen und das Röchlingsche Eisenwerk zu Völklingen besichtigt worden waren, stieg am Morgen des zweiten Tages unsere frohe Schar unter dem Geleite von Saarbrücker Wandervögeln, die in echt kameradschaftlicher Weise 17 von den Unsrigen in Familien einquartiert hatten, zu den Höhen empor, wo am 6. August der ausharrenden Tapfer- keit der deutschen Soldaten die französische Nordarmee gewichen war. Berufene Männer, Herr Direktor Dr. Maurer von der Saarbrücker Oberrealschule und Herr Professor Dr. Ruppersberg, der Verfasser der Saarbrücker Chronik, hatten es in dankenswerter Weise übernommen, uns eine Erklärung des Geländes und des Verlaufes des Kampfes zu geben. Vom Winterberg aus, der einen umfassenden UÜberblick über das ganze Schlachtfeld bietet, führte uns unser Marsch über den heiß umstrittenen Höhenzug Stiftswald-Gifertwald- Spicherer