Jahrgang 
1908
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des Konjunktivs, der zum Gegenstand eingehender mündlicher und schriftlicher Untersuchungen am verarbeiteten Sprachstoffe gemacht, sowie an freien Satzbildungen geübt wurde. Alle 14 Tage eine schriftliche Arbeit: Diktate(unbekannter Stoff), Inhaltsangaben, freie Nieder- schrift von soeben vorgetragenem Sprachstoff, Briefe, Textinterpretationen, Wortschatz- übungen, freie Satzbildungen, grammatische UÜbungen.(Von 1. Mai bis 1. September Pitschel.) Walter.

5. Geschichte: 2 St. Deutsche Geschichte von der Reformation bis zum Jahre 1740, insbesondere brandenburgisch-preußische Geschichte. Regelmäßige Wiederholungen. Weidemann.

6. Erdkunde: 2 St. Die physische und politische Erdkunde Deutschlands. Weidemann.

7. Mathematik: 4 St. Geometrie: Flächeninhalt; Lehre von der Proportionalität und Ahnlichkeit; Proportionen am Kreis, Kreisteilung, Berechnung ein- und umbeschriebener Polygone, Zahl x, Umfang und Inhalt des Kreises. Konstruktionsaufgaben. Arithmetik: Vervollständigung der Buchstabenrechnung. Lehre von den Proportionen. Gleichungen vom ersten Grade mit einer und mit mehreren Unbekannten; Textgleichungen; Potenz- und Wurzel- rechnung. Heddaeus.

8. Naturkunde: 3 St. Anatomie und Physiologie der Pflanzen mit UÜbungen im Beobachten der Lebensvorgänge in der Pflanze und mit Versuchen. Der Bau des menschlichen Körpers. Einige leicht verständliche Kapitel aus der Physik(Mechanik, Wärmelehre).

Neumann.

9. Zeichnen: 2 St. Zeichnen und Malen von Gebrauchs- und kunstgewerblichen Gegenständen, Teile von Vögeln mit Blei, Feder, Aquarell- und Pastellfarben. Skizzier- übungen in der Umgebung des Schulgebäudes, Zeichnen aus dem Gedächtnis.

Linearzeichnen(wahlfrei): 2 St.(27 Schüler). Geometrische Konstruktionen. Freund.

10. Schreiben: I St. Gemeinschaftl. mit Schülern der Kl. IIIe u. IV. Deutsche und lateinische Schrift nach Vorschrift an der Tafel. Hieran nahmen im S. 10, im W. 5 Schüler teil. Holz.

Untersekunda. Klassenlehrer: Oberlehrer Dr. Dick.

la. Evangelische Religionslehre: 2 St. Lesen und Erklären ausgewählter Abschnitte des Alten Testaments, namentlich aus den prophetischen und poetischen Schriften. Leben Jesu nach dem Matthäusevangelium. Wiederholung der früher gelernten Kirchen- lieder und des Katechismus; Darlegung seiner inneren Gliederung. Das Wichtigste aus dem Zeitalter der Reformation im Anschluß an ein Lebensbild Luthers. Herchenröder.

Ib. Katholische Religionslehre: 2 St. Siehe Obertertia.

2. Deutsch: 3 St. Lesestoff- Das Lied von der Glocke, Wilhelm Tell, Jungfrau von Orleans, Dichtungen der Befreiungskriege. Lesestücke und Gedichte im Anschluß an das Lesebuch. Einiges wurde auswendig gelernt. Prioatlektüre: Zriny, Herzog Ernst von Schwaben, Michael Kohlhaas, Hermannsschlacht, Lichtenstein. UÜbungen im freien Vortrag. Dispositionsübungen. Belehrungen aus der Poetik.

Themata der Aufsätze: 1. Die Exposition in SchillersWilhelm Tell(Klassenaufsatz). 2. Mit welchem Rechte konnte Friedrich II von dem Großen Kurfürsten sagen:Der hat viel getan? 3. Welche Bedeutung hat die Apfelschußszene für den Fortgang der Handlung? 4. Der Stimmungswechsel in SchillersSiegesfest (Klassenaufsatz). 5. Der Herbst, ein fröhlicher Geber und ein ernster Mahner. 6. Bilder menschlichen Glückes in Schillers Glocke(Klassenaufsatz). 7. Welche Opfer bringt Ernst von Schwaben seiner Freundschaft mit Werner von Kiburg? 8. Welche Mittel wendet Johanna an, um den Herzog von Burgund für die Sache des Vaterlandes zu gewinnen, und inwiefern lassen die Wirkungen dieser Mittel auf den Herzog eine Steigerung erkennen?(Klassenauſsatz). Weidemann.