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besonders geübt wurde. Ubungen in der schnellen Erfassung und mündlichen wie schrift- lichen Wiedergabe von Vorgelesenem oder Vorerzähltem. Gedichte.— Grammatik: Im Anschluß an déeén Sprachstoff wurde der im„Student“ enthaltene syntaktische Stoff verarbeitet und durch mündliche Ubungen und schriftliche Untersuchungen eingeübt und befestigt. Gruppierende Zusammenstellungen, auch zur Einprägung einfacher etymologischer und syno- nymischer Beziehungen. Alle 14 Tage eine schriftliche Arbeit. Höfer.
6. Geschichte: 3 St. S.: Griechische, W.: Römische Geschichte bis zum Ende der republikanischen Zeit mit besonderer Berücksichtigung der inneren Verhältnisse(Ver- fassung und Kultur). Maué.
7. Mathematik: 5 St. Geometrie: Ausführliche Behandlung der Stereometrie und der ebenen Trigonometrie. Konstruktive und rechnerische Lösung von Dreiecksaufgaben. Elemente der Vermessungslehre. Einführung in die neuere Geometrie: Transversalentheorie, harmonische Teilung.— Arithmetik: Arithmetische und geometrische Reihen. Zinseszins- und Rentenrechnung. Quadratische Gleichungen mit einer und zwei Unbekannten. Diophantische Gleichungen. Kombinatorik; Elemente der Wahrscheinlichkeitsrechnung; binomischer Satz
für ganze positive Exponenten. Reinhardt.
8. Physik: 2 St. Lehre von der Wärme, dem Magnetismus und der Elektrizität (teilweise). Reinhardt.
9. Chemie: 2 St. Allgemeine chemische Begriffe. Metalloide. Stöchiometrische Aufgaben. Th. Neumann.
10. Zeichnen: 2 St. Zeichnen und Malen nach kunstgewerblichen Gegenständen, Naturobjekten, ausgestopften Vögeln, Pflanzen in Blei-, Feder-, Aquarell- und Pastell- technik. Skizzierübungen nach der Natur in der Umgebung der Schule, der Feuer- wehrstation, am Main, im städtischen Archiv. Zeichnen aus dem Gedächtnis. Beschauen und Besprechen von Gemälden und künstlerischen Reproduktionen(Radierungen, Lithographien etc.).
Linearzeichnen(wahlfrei): 2 St. Vorübungen. Projektion von Linie, Fläche und Körper auf zwei und drei Ebenen. Drehungen. Schnitte, Abwickelungen. Freund.
Unterprima.
Klassenlehrer: Oberlehrer Dr. Roemer.
la. Evangelische Religionslehre: 2 St.(Vereinigt mit Ii). Lektüre des Johannesevangeliums und des Römerbriefs; im Anschluß daran Behandlung besonders wich- tiger Fragen aus der Glaubens- und Sittenlehre unter gleichzeitiger Heranziehung entsprechender Artikel der Confessio Augustana. Wiederholungen namentlich aus der Kirchengeschichte. Herchenröder.
1b. Katholische Religionslehre: 2 St. Siehe Untersekunda.
2. Deutsch: 3 St. Die Entwickelung der deutschen Litteratur von Luther bis Lessing(mit geeigneten Proben). Das Wichtigste der Poetik, namentlich die Technik des Dramas.— Lesestoffe Wallenstein, Laokoon, Hamburg. Dramaturgie, Antigone.— Privatlectüre: Prinz Friedrich von Homburg, Minna von Barnhelm, Emilia Galotti, Nathan der Weise, Braut von Messina, der Hippolytos des Euripides. Freie Vorträge und Deklamationen.
Themata der Aufsätze: l. In welcher Weise können wir durch den Naturgenuß unser Leben verschönern und bereichern? 2. In welchem Verhältnis stehen„Wallensteins Lager“ und die„Piccolomini“ zu„Wallen- steins Tod“?(Klassenaufsatz). 3a. Die beiden Piccolomini. b. Der Charakter Buttlers.(Nach Wahl). 4. Wes- halb gewährt uns Kleists„Prinz Friedrich von Homburg“ keinen reinen Genuß?(Klassenaufsatz). 5. Welche Umstände verursachten den Zusammenbruch Preußens im Jahre 1806 7 6. Der Charakter des Marcus Brutus in Shakespeares„Julius Cæsar“.(Klassenaufsatz). 7. Racines„Phaedra“ und der„Hippolytos“ des Euripides. 8.„Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an, das halte fest mit deinem ganzen Herzen! Hier sind die starken Wurzelp deiner Kraft!“(Klassenaufsatz.) Roemer.


