Jahrgang 
1890
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Nach vollendetem Probejahr schieden aus: Ostern 1889 Herr Ernst Diehl, Herbst 1889 Herr Dr. Ankel. Dagegen trat Herbst 1889 zur Ableistung des Probejahres ein: Herr Dr. Willi Varges. Derselbe ist am 25. Oktober 1861 zu Magdeburg geboren, hat das Gymnasium zu Wernigerode besucht, zu Halle, Leipzig und Marburg studiert und an letzterem Orte sich das Lehramts-Prüfungs-Zeugnis erworben und promoviert.

Krankheit und Beurlaubungen von Lehrern.

Wegen Krankheit mußten ihren Unterricht aussetzen: Herr Bernhard vom 6. bis 11. Januar und noch in einigen Stunden bis zum 20. Januar 1890; Herr Dr. Bode vom 6. bis 11. Januar 1890 und vom 8. bis 11. März; der Direktor war zu einer Badekur beurlaubt vom 13. Juni bis 6. Juli 1889 und mußtte wegen Krankheit den Unterricht aussetzen vom 24. bis 27. September 1889 und vom 10. bis 20. Januar 1890; Herr Dr. Forte vom 20. bis 23. Januar und den 7. und 8. Februar 1890; Herr Huber vom 9. bis 14. Januar; Herr Oberlehrer Dr. Israel-Holtzwart vom 25. Juni-bis 6. Juli und vom 5. August bis zum 28. September, mußtte auch im Wintersemester um einige wöchentliche Stunden erleichtert werden. Herr Kratz war krank vom 14. bis 31. Oktober und vom 13. bis 15. Januar 1890; Herr Professor Dr. Krebs am 7. und 26. November 1889 und am 9. und 10. Januar 1890; Herr Professor Dr. Nabert vom 4. Juni bis 6. Juli; Herr Oberlehrer Dr. Neumann infolge eines Beinbruches vom 29. April bis 18. Mai; Herr Dr. Rosenberger den 11. und 12. Februar 1890; Herr Oberlehrer Dr. Zeidler erkrankte am 21. Januar und ist zur Zeit noch krank. Herr Dr. Kuttner mußte im ganzen Winterhalbjahr durch Herrn Dr. Michel vertreten werden.

Außerdem fanden einige Beurlaubungen statt. Herr Bernhard wurde vom 29. April bis 22. Juni 1889 zu militärischen UÜbungen eingezogen; Herr Huber wurde im August und November einige Tage in Familienangelegenheiten beurlaubt, desgleichen Herr Dr. Rosenberger im Januar, Herr Oberlehrer Dr. Israel im März; Herr Professor Krebs besuchte vom 18. bis 20. September die Natur- forscher-Versammlung; Herr Dr. Bode erhielt 2 Tage Ende Januar und Anfang Februar in Privat- angelegenheiten Urlaub, Herr Oberlehrer Dr. Neumann mußte einen Tag als Schöffe fungiren.

Die so entstehenden Störungen im Unterricht, besonders im Anfang dieses Jahres, ließen sich nur mit Heranziehung nicht dem Kollegium angehöriger Kräfte überwinden. So leistete uns beim Religionsunterricht Herr Pfarrer Wolf bereitwillig Aushülfe, wie schon früher einmal in dankenswerter Weise, außerdem wurden die Herren Dr. Heddaeus, Koch, Riese, Dr. Kuhl, Dr. Witthöft und die Herren Probanden Dr. Ankel und Dr. Varges mit zu Vertretungen heran- gezogen. Im jüdischen Religionsunterricht trat Herr Dr. Michel helfend ein. Natürlich wurden auch die Kräfte des Lehrerkollegiums selbst in Anspruch genommen.

Gesundheitszustand der Schüler.

Der Gesundheitszustand der Schüler giebt zu keinen besonderen Bemerkungen Veran- lassung, auch zur Zeit der Influenza war der Prozentsatz der Erkrankungen kein besonders großer.

Von den 300 Schülern des Realgymnasiums im Sommerhalbjahr waren kurzsichtig 33 Schüler, l weitsichtig; im Winterhalbjahr von 264 Schülern 29 kurzsichtig, l weitsichtig. Im Sommer wurden auf ärztliches Verlangen 3, im Winter 6 Schüler vom Zeichnen dispensiert, unter letzteren allerdings einer nicht wegen Kurzsichtigkeit, sondern wegen nervöser Kopfschmerzen. Mehr oder weniger schwerhörig waren im Sommer 13, im Winter 11 Schüler; Schwierigkeiten beim Sprechen bis zu erheblichem Stottern hatten im Sommer 4, im Winter 3 Schüler.