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ihm so lieben wissenschaftlichen Verkehr mit der Jugend fest bis in sein 728tes Lebensjahr. Im Kollegium war er nach vielen Seiten hin anregend. Seine Verdienste wurden im Februar 1888 durch Erteilung des Professortitels, bei dem Ausscheiden aus dem Amte durch Verleihung des Roten Adlerordens 4. Klasse seitens Sr. Majestät des Kaisers anerkannt. Den Direktor verhin- derte Krankheit, ihm bei der feierlichen Verabschiedung den Orden zu überreichen und seiner langjährigen Thätigkeit vor Lehrern und Schülern dankend zu gedenken. Herr Professor Lent⸗ vertrat den Direktor in Erledigung dieser angenehmen Pflicht, wie auch bei dem geselligén Zu- sammensein zu Ehren der beiden ausscheidenden Amtsgenossen.— Wir aber wünschen alle von Herzen, daß Herr Professor Nabert noch lange und in Gesundheit die wohlverdiente ehrenvolle Mußze genießen möge, die ihm auch freie Hingabe an die Pflege des deutschen Wesens in der Zerstreuung und an die Bestrebungen für die Reinheit der deutschen Sprache und an manche andere Lieblingsbeschäftigung gestattet. 3
Das Ausscheiden des Herrn Dr. Wulff wurde durch das Eingehen der Herbstabteilung der Quinta bedingt. Er gehörte 10 ½ Jahre dem Lehrerkollegium an und hat sich in dieser Zeit wesentliche Verdienste um die methodische Durcharbeitung des lateinischen Unterrichts, namentlich in den drei unteren Klassen, theoretisch und praktisch, erworben. Aber er brachte auch allen ihm sonst übertragenen Aufgaben Lehrgeschick und liebevolle Hingabe entgegen und wirkte mannigfach anregend. So sahen ihn Lehrer und Schüler sehr ungern scheiden. Wir ar- beiteten alle gern mit ihm zusammen. Unsere besten Wünsche folgten ihm in seine Amtsthätigkeit am Gymnasium, die ihm volle Gelegenheit giebt, seine Tüchtigkeit zu bewähren.
In Bezug auf die Hülfslehrer ist eine Versäumnis des vorjährigen Schulberichtes noch gut zu machen. Es schied nämlich am 1. Juli 1888 aus seiner hiesigen Amtsthätigkeit an der Realschule der israelitischen Gemeinde und so auch aus der uns seit Herbst 1883 mit liebevoller Hingebung und günstigem Erfolge geleisteten Hülfe im Unterricht aus Herr Dr. Ludwig Tachau, um dem ehrenvollen Rufe als Direktor der Samsonschule zu Wolfenbüttel im Herzogtum Braun- schweig zu folgen. Er hatte bis dahin die jüdischen Schüler der beiden untersten Vorschul- klassen in die biblische Geschichte eingeführt. Er war uns ein lieber Amtsgenosse, wir begleiteten ihn mit unseren besten Wünschen in sein neues Amt. An seine Stelle trat Herr B. Frank, Lehrer an der Real- und Volksschule der israelitischen Gemeinde.
Als außerordentlicher Hülfslehrer mit 13 wöchentlichen neusprachlichen Stunden trat im Herbst 1889 ein Herr Dr. Kuhl, der im letzten halben Jahre einige französische Stunden an der Adlerflychtschule erteilte. Herr Dr. Kuhl ist am 6. September 1860 zu Nenderoth im Regierungsbezirk Wiesbaden geboren, besuchte in Wiesbaden das Realgymnasium, studierte zu Berlin, München und Marburg, promovierte am 3. Februar 1887 in letzterem Orte und erwarb sich dort auch am 4. Mai 1888 die Lehramtsbefähigung für das höhere Lehrfach(neuere Sprachen für alle Klassen; Deutsch, Geographie, Latein als Nebenfächer). Von Ostern 1888 bis Ostern 1889 erledigte er das Probejahr an der Realschule zu Bockenheim.— Mit einigen Stunden, die lehrplanmäßig anderen Lehrern zugewiesen sind, beschäftigt, plieb Herr Alfred Riese das ganze Jahr, Hr. Dr. Heinrich Heddaeus, der im Herbst ausgiebigere Beschäftigung an der Wöhler- schule fand, das Sommerhalbjahr an der Musterschule. In gleicher Weise trat seit Juni Herr Jakob Koch bei uns ein, der schon vorher den zu militärischer Übung einberufenen Herrn
Bernhard wührend 8 Wochen in je 15 Stunden vertreten hatte. Im Winterhalbjahr wurden
ebenso Herrn Dr. Witthöft einige Stunden wöchentlich übertragen.


