Jahrgang 
1890
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9. Chemie. Oberprima. 2 St. w. Die Schwermetalle; technologische Prozesse.(Casselmann Krebs, Leitfaden der Chemie.) Wiederholungen. Professor Dr. Krebs.

Unterprima 2 St. w. Die Metalloide und die leichten Metalle.(Casselmann Krebs, Leit- faden der Chemie.) Professor Dr. Krebs.

10. Zeichnen. 2 St. w. Freihandzeichnen: Schattierübungen nach Gipsornamenten auf Tonpapier(Ingre-Papier) mit aufgesetzten Lichtern. Zusammengesetztere Ornamente nach den Vorlagen von Gropius, Meurer u. s. w. Konstruktives Zeichnen: Schrauben- konstruktion, Kegel- und Cylinderschnitte und deren Abwickelungen. Körperdurchdrin- gungen. Von Zeit zu Zeit Vortrag über Ornamentik mit besonderer Berücksichtigung der Säulenordnungen und Stilarten. L. Kratz.

Obersekunda(34 St. w. einschl. Turnen). Ordinarius Professor Lentz.

la. Evangelische Religionslehre. S.: Grundlinien der alttestamentlichen Religionsentwickelung, verbunden mit dem Abschluß der alttestamentlichen Bibelkunde. W.: Die Urzeit des Christentums, verbunden mit der Lektüre der entsprechenden neutestamentlichen Briefe. Wiederholung von Kirchenliedern. 2 St. Bernhard.

Ib. Katholische Religionslehre. 2 St. w. S. Prima.

2. Deutsch. 2 St. Gelesen wurde: Nibelungenlied, übertragen von Simrock, einzelne Abschnitte von Jordans Nibelungen. Oedipus rex von Sophokles, übersetzt von Donner. Schillers Wallenstein und Spaziergang. Koriolan von Shakespeare.(Schlegel Tieck.) Be- sprechung von Lessings Minna von Barnhelm und Goethes Götz von Berlichingen. Auswendig gelernt wurden: Abschnitte aus Wallenstein und der Spaziergang. Acht deutsche Aufsätze. Je zwei Vorträge nach freier Wahl. Professor Lentz.

Aufsätze: 1. Beziehungen der Römer und Germanen in den ersten Jahrhunderten. 2. a) Hagens Trotz oder b) Rüdiger von Bechlaren. 3. Das Leben ist der Güter höchstes nicht. 4. Stellung der Obersten zu Wallenstein(Schillers»Wallenstein«). 5. Der Krieg ist schrecklich, wie des Himmels Plagen, doch er ist gut, ist ein Geschick, wie sie(Schillers»Wallenstein«). 6. Warum heißt Otto I. der Große? 7. Inhalt und Gedankengang im»Spaziergang« von Schiller. 8.(Klassenaufsatz) Was ist durch das Wormser Konkordat 1122 bei der Besetzung der geistlichen Fürstentümer anders geworden? Vorträge: Rheingau. Rudolf I. von Habsburg. Jugurthinischer Krieg. Die Nachfolger von Alexander bis 280. Kunstleben Nürnbergs gegen Ausgang des Mittelalters. Meistersänger. Bezie- hungen der französischen Revolution zu Frankfurt 1789 1794. Charakter des deutsch-französischen Krieges von 1870. Frankfurter Messe in alter Zeit. Einwirkung Roms auf die Germanen zur Zeit von Augustus. Wissenschaft und Erfindungen im späteren Mittelalter. Gleichstellung der Patrizier und Plebejer bis 300. Schlacht bei Kronberg. Das Zunftwesen. Die Reformen Friedrich Wil- helms III. Die Jugend Friedrichs des Großen. Das Kolosseum in Rom. Die Anfänge der römischen Litteratur. Kampf Barbarossas mit Heinrich dem Löwen. Die deutschen Städte im 17. Jahrhundert. Schifffahrt und Handel bei den Phöniziern. Göthe als Student in Leipzig. Die 3 griechischen Säulenordnungen. Das erste Dampfschiff. Friedrichs des Großen Jugend. Ursachen und Ver- anlassung zum siebenjährigen Krieg.

3. Latein. 5 St. w. Sallust de coniuratione Catilinae Vergil. Aen. Gesang lib. 3 von Vers 505 u. lib 4 u. 5. Liv. hist. I, 125. Grammatische Wiederholungen; häusliche UÜbersetzungen aus dem Deutschen ins Lateinische; alle 4 Wochen ein Extemporale. Professor Lentz.

P. Musterschule 1890. 2