Jahrgang 
1888
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zu beginnen hat, nach Ablauf dieses Halbjahrs ein in allen Fächern befriedigendes Zeugnis erhält, insofern durch letzteres nichts weiteres bezeugt wird, als daß derselbe die für das erste Halbjahr der gedachten Klasse vorgeschriebene Lehraufgabe sich in genügender bezw. guter Weise zu eigen gemacht habe. Es ist vielmehr, damit das oben erwähnte Befähigungszeugnis zu dem in Rede stehenden Termine ausgestellt werden könne, außerdem erforderlich, daß die Klassenlehrer sich wenn es notthut, mittels einer zu diesem Zweck besonders anzustellenden Prüfung die Uberzeugung verschafft haben, daß der betreffende Schüler sich auch mit derjenigen Lehraufgabe, welche für das zweite Halbjahr des Klassenunterrichts bestimmt ist, hinreichend vertraut gemacht und sich schon jetzt die Stufe zum Eintritt in eine mit dem betr. Klassenunterricht beginnende Obersekunda erworben hat.

8. Februar 1888. Den Oberlehrern: A. Lentz und Dr. H. Nabert wird auf Antrag des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums von dem Herrn Minister der geistlichen u. s. w. Angelegenheiten unter ehrenvoller Anerkennung das Prädikat»Professor« verliehen.

III. Chronik der Schule.

Das Schuljahr(für die Ostercöten) begann den 18. April mit der Aufnahmeprüfung der in das Realgymnasium neu eintretenden Schüler und der Einführung der in die Vorschule neu aufgenommenen Knaben. Der regelmäßige Unterricht nahm am 19. April seinen Anfang. Pfingst- ferien waren vom 28. Mai bis 1. Juni, die Sommerferien begannen am 1. Juli, da wegen des neunten deutschen Bundes- und Jubiläumsschießens einen Tag früher als gewöhnlich geschlossen wurde, und dauerten bis zum 29. Juli, die Herbstferien vom 26. September bis 8. Oktober, die Weihnachtsferien von 23. Dezember 1887 mittags bis zum 7. Januar 1888, jedesmal den letzten Tag eingeschlossen.

Am 4. Juni wurde bei günstigem Wetter das Maifest in gewohnter Weise begangen.

Am 15. und 24. Juni, den 8. und 9. August fiel wegen großer Hitze der Nachmittags- unterricht aus.

Den 24. August fand unter Vorsitz des Herrn Prov.-Schulrates Dr. Lahmeyer die mündliche Prüfung der Abiturienten statt.

Am 2. September wurde das Sedanfest in der Schule gefeiert, Herr Dr. Reinhardt hielt die Festrede.

Am 11. November wurde die Nachmittagsstunde von 3 4 einer Schillerfeier gewidmet, indem von den Schülern Schillersche Lieder(aus der Glocke u. s. w.) gesungen und Gedichte Schillers deklamiert wurden.

Am 17. und 31. Januar wurde der Nachmittagsunterricht den Schülern für das Schlitt- schuhlaufen freigegeben.

Am 23. Januar wurde Lessings Geburtstag in ähnlicher Weise nachgefeiert, wie der 11. November gefeiert worden war. Doch zeigte sich, daß Lessing und seine unmittelbaren Zeitgenossen für den Vortrag von Schülern vom 9. 20. Jahre und vor denselben einen nicht recht ausgiebigen Stoff bieten; es sollen deshalb später, außer dem 11. November, nur noch Uhlands und Goethes Geburtstag in der angegebenen Weise begangen werden.