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ſchaftlichen Unterricht an den oberen Klaſſen der hieſigen Real⸗ und höheren Töchterſchule der iſraeli⸗ tiſchen Religionsgeſellſchaft, trat Oſtern 1869 als Vikar bei den ſtädtiſchen Schulen ein, wurde 1870 als Hülfslehrer an der mittleren Bürgerſchule proviſoriſch angeſtellt.
Guſtav Jaſper, 18. Sept. 1849 zu Frankfurt a. M. geboren, beſuchte daſelbſt zuerſt die Katharinenſchule, dann die mittlere Bürgerſchule. Seine Vorbildung zum Lehrerberufe erhielt er von 1866— 1868 auf dem Seminar zu Kaiſerslautern. Hierauf war er bis April 1870 Hauslehrer in Frankfurt, dann Vikar an mehreren Schulen ebendaſelbſt. Im Juli 1870 zu den Fahnen ge⸗ rufen, machte er den Feldzug mit. Nach ſeiner Rückkehr wurde er Hülfslehrer in Oberrad. Im Auguſt 1872 beſtand er ſeine Wiederholungsprüfung in Uſingen.
Johannes Schauf, geboren am 2. Juni 1826 zu Framersheim in Rheinheſſen, beſuchte daſelbſt die Volksſchule bis zur Konfirmation, hierauf drei Jahre lang die Realſchule zu Alzey. Oſtern 1844 ging er auf das Seminar zu Friedberg; daſelbſt blieb er zwei Jahre lang. Nach be⸗ ſtandener Abiturientenprüfung kam er nach Darmſtadt als Hauslehrer in das Haus des Freiherrn von Nordeck zur Rabenau. Von Oſtern 1849 bis Herbſt 1873 wirkte er an der Volksſchule zu Rödelheim.
In den Einrichtungen der Schule hat ſich nichts Weſentliches geändert. Auf meine am 14. Okt. 1872 beim Schulvorſtande unſerer Schule eingereichte und von dieſem befürwortete Bitte um Trennung der erſten Klaſſe in zwei geſondert zu unterrichtende Abtheilungen erfolgte, nach⸗ dem ich am 16. Nov. 1872 der Aufforderung, zunächſt näher darzulegen, welche Unterrichtsgegen⸗ ſtände geſchieden werden ſollten, nachgekommen war, unterm 7. Mai 1873 der Beſcheid der ſtädtiſchen Schuldeputation:„Es iſt nach Lage der Verhältniſſe und im Hinblick auf die von der Schulbehörde bei den höheren Behörden geſtellten und von dort aus gebilligten Anträge auf Organiſation des Schulweſens von den im Berichte des Schulvorſtandes geſtellten Anträgen abzuſehen.“
So ſind denn in unſerer oberſten Klaſſe immer noch die Schüler zweier verſchiedenen Stufen vereinigt. Übrigens kann nicht oft genug bemerkt werden, daß ein Schüler der mittleren Bürgerſchule nur dann das Ziel der Schule erreicht hat, wenn er zwei Jahre lang die erſte Klaſſe beſucht; denn in mehreren Unterrichtsgegenſtänden, z. B. Religion, Geſchichte, Geographie, Natur⸗ geſchichte, Phyſik, wird ein Jahr um das andere mit dem Stoffe gewechſelt.
Mit Dank iſt anzuerkennen, daß(nach A. P. ſtädt. Schuldep. v. 22. Okt. 1873 Nr. 646) die Lehrer in die neuen Gehalte eingewieſen worden ſind.
Während einer länger dauernden Krankheit des Herrn Bohnenberger leiſteten, außer faſt ſämmtlichen ordentlichen Lehrern der Schule, die Herren Ritter und Chriſtian Prieſter durch bereitwillige Aushülfe erwünſchte Dienſte.
Der Geſundheitszuſtand der Schüler war nicht ungünſtig. Die Verſäumniſſe betrugen im Sommerhalbjahre 4,5, im Winterhalbjahre 4,5 Prozent. Kinderkrankheiten kamen nicht häufig vor, und meiſt hatten ſie einen günſtigen Verlauf. Doch iſt ein Todesfall zu beklagen: am 18. Febr. d. J. ſtarb am Scharlachfieber der achtjährige Schüler der ſiebenten Klaſſe Wilhelm Renck. Der Klaſſenlehrer und der größere Theil der Schüler der ſiebenten Klaſſe begleiteten die Leiche zu ihrer Ruheſtätte.
Am unentgeltlichen Schwimmunterrichte in der Anſtalt des Herrn Gerlach bethei⸗


