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genießt er wachsende Beliebtheit. Reichere bildliche Nusstattung— wie sie die von der Ula allein besorgte Bühnenweihnummer wohlgelungen bot,— wird sich bald öfter ermöglichen lassen. Herausgeber waren neben
Dr. Weidenmüller vier Schüler der UlI und Oll.
Am Samstag, den 11. September hatten wir unser mit turnerischen Wettkämpfen verbundenes Schulfest auf dem flomburger Exerzierplatze. Bei prachtvollem Wetter ist es sehr schön verlaufen, auch unter Teilnahme der Eltern.
Auf dem waldumgebenen, schönen platz fanden volkstümliche Wettkämpfe, Staffeln, Spiele, Wettsingen statt. Alle Schüler, auch die schwächeren, wurden grundsätzlich zum Wettkampf der Klassen herangezogen. Besonders schön war der Gesangswettstreit, bei dem, wie vorauszusehen, die Olllb den Sieg davon trug. Nachher wurde noch ein von Herrn St. R. Dr. Weidenmüller eingeübtes Hans Sachs-Spiel auf- geführt. Auch das gemeinsame Mittagessen— Erbswurst-Suppe mit Würstchen— das wir von hier aus besorgt hatten, fand allgemeine Teilnahme. Bei dieser Gelegenheit fand auch das vom Liebig-Schulverein freundlichst gestiftete Trommler- und Pfeifer⸗Corps seine Einweihung. Um die Verpflegung der Massen in Harderts Mühle und die Einübung der Frommler und Pfeifer erwarb sich Herr Nagel Verdienste. Die Organisation des Festes leiteten tüchtige Schüler, hervor tat sich dabei Praeder Ul(jetzt Ol).
Ergebnis der Turnwettkämpfe. Klassenkämpfe: Weitsprung: Va 3,33 m, Vb 2,66 m, IVb 2,63 m, UIIIa 2,97 m. Ballweitwurf: Vb 33,16 m, IVa 31,68 m, UIIIb 38,76 m, Ollla 37,60 m. 75 m Lauf: IVa 12,4 sek., IVb 11,9 sek. 100 m Lauf: UIIla 14,8 sek., UIIIb 14,7 sek. Kugelstoßen: OIIla 4,15 m, OlIIb 4,25 m., UIla 5,20 m., UlIlb 4,70 m. Mannschaftslauf: OIIla 274, OIIIb 287, UIla 245, UIIb 385. Offene Konkurenzen: 100 m Lauf: Lehner UlIb 11,8 sek., Weitsprung: Schmidt Ollb 5,94 m, Hochsprung: Lautz OI 1,50 m, Kugelstoßen: Lautz Ol, 8,80 m. Staffeln: Sieger sind Quinta a 1. Mannschaft, Quinta a 2. Mannschaft, Quarta b 1. Mannschaft, Quarta a 2. Mannschaft, Untertertia b 1. Mannschaft, b 2. Mannschaft, Obertertia a 1. Mannschaft, b 2. Mannschaft, Untersekunda b 1. Mannschaft, b 2. Mannschaft. Spiele: Im Hausthall siegte die Oberprima gegen die Unterprima a mit 92:78 Punkten. Es spielten im Handball Obersekunda b gegen Unterprima b 3:2. Wettsingen: 1. Sieger Obertertia b, 2. Sieger Quarta a: 3. Sieger Untertertia b.
Xufführungen.
Es wurde von seiten der Schule die Bühnenkunst gepflegt, und zwar wagte man sich mit Erfolg an große, bedeutende Werke. So wurde ein altdeutsches Spiel nach Hartmanns von Aue„Armem Heinrich“ aufgeführt.
Xusschnitt aus der Frankfurter Zeitung.
Das Spiel vom„Armen Heinrich“.
Dank der bühnenerfahrenen Leitung(Studienassessor Dr. Kurt Kern) gelang eine Aufführung des„Armen Heinrich“, eines altdeutschen Spiels nach dem Gedicht Hartmann von Aues, bearbeitet von Julius Weiß, durch die Unterprima der Liebig-Oberrealschule so gut, daß man über den Rahmen des von einer Schüleraufführung zu Erwartenden hinaus von einer künstlerisch wertvollen Leistung sprechen kann. Man hatte den Eindrudk, daß gerade ein mittelalterlicher Stoff wie der„Arme Heinrich“ sich besonders eignet für die jugendlichen Laienspieler, welche die naive Tragik und wundergläubige Lösung des Stückes ergreifend wiedergaben. Der starke Eindruck wurde noch gesteigert durch geeignete musikalische Zwischen⸗ spiele, die während der Bühnenwandlungen die Aufmerksamkeit der Zuschauer vor jeglicher Ablenkung bewahrten. Das Zubehör zur Bühnenausstattung war von Schülern der Anstalt in ihren Arbeitsschulstunden selbst hergestellt worden. Man darf mit Bestimmtheit annehmen, daß eine so gut gelungene Schülerauf- führung den Beteiligten wie den Zuschauern ein Stüdc innerlich wirklich nahe bringen kann und noch auf lange SZeit in bester Erinnerung bleiben wird. Solche Schüleraufführungen scheinen nicht nur dazu bestimmt zu sein, eine gelegentliche Abwechslung in das Einerlei des Unterrichtsbetriebes zu bringen, sie sollen viel- mehr im Lehrplan der Schulen als regelmäßige Veranstaltungen des Deutschunterrichts vordeehen versen.
r. W. E.
Die neue Bühne wurde mit Gustav Freytags„Journalisten“ eingeweiht, von der Unterprima b wurde bei einem Klassenfest der„Biberpelz“ im Festsaal gegeben, und beim Schulfest, kurz vor Schulschluß, wurde ebenfalls gespielt. Die im„Winter im wesentlichen durch Schüler des Werkunterrichts nach Plänen und unter Leitung von Herrn Studienrat Wagner erbaute Bühne hatte erhebliche Kosten verursacht, von denen ein Teil durch Schulaufführungen aufgebracht war. Trotzdem blieb noch ein großer Betrag zu decken. Zu unserer Freude gelang es, durch das zum ersten Male in diesem Rahmen in der Schule selbst abgehaltene Fest einen größeren Reinertrag zu erzielen. Auf die Xufführung des Stoltzeschen Lustspiels „NVerspekuliert“ folgte eine lustige„Revue“:„Petrus in Bodkenheim“, verfaßt von den früheren Schülern Herz und Herzog. Dann wurde unter den Klängen zweier Kapellen im Singsaal und auf dem Korridor Setanzt. Die Bewirtung lag in den Händen des Vorstandes des Liebig=⸗Schul=-Vereins. Wir sind den Damen und Herren für ihre außerordentliche Hilfsbereitschaft zu herzlichem Dank verpflichtet, auch Herrn Gärtner Ludwig für die wunderbare Nusschmückung bei der Bühnenweihe sowie bei dem Schulfest. Das ganze Fest, bei dem wir eine große Zahl früherer Schüler und Eltern begrüßen konnten, nahm den schönsten Verlauf.


