Jahrgang 
1926
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und ähnlichen Gelegenheiten. Wenn erst unser Wunsch erfüllt ist, daft alle Eltern und früheren Lehrer dem Verein angehören, wird es ihm möglich sein, in groftzügiger Weise Schule und unbemittelte Schüler zu unterstützen. Das ist um so nötiger, als die aus öffentlichen Mitteln zur Verfügung stehenden Gelder unsere Bedürfnisse für die Lehrmittel, zumal den Werkunterricht, nicht zu decken vermögen. Möchten alle Eltern, denen es möglich ist, gern die Arbeit der Schule durch solche Unterstützung anerkennen! Der Metallbearbeitungs- werkstatt unserer Anstalt konnte in diesem Jahre ein lang gehegter Wunsch erfüllt werden. Herr Oberingenieur Schlepper hat sich als Vertreter der Firma C.& E. Fein, Elektromaschinen, in besonders dankenswerter Weise um die Einrichtung eines elektrischen Antriebs für die Maschinen der Werkstatt bemüht. Ferner hat hat durch seine Vermittlung genannte Firma eine elektrische Handbohrmaschine gestiftet. Wir danken an dieser Stelle Herrn Oberinge- nieur Schlepper und der Firma C.& E. Fein ganz besonders. Auch von anderer Seite wurden der Schule Geschenke überwiesen, für die an dieser Stelle gedankt sei. Aus dem Geschenk eines Nichtschülers, der die Reifeprüfung an unserer Anstalt bestanden hatte, konnten den Oberprimanern Bien und Pfister bei ihrem Abschied von der Schule je ein wertvolles Buch überreicht werden. In diesem Jahre stiftete der Vater eines Nichtschülers, der die Reife- prüfung bestanden hatte, den Betrag von 50 Mk., wofür einige Platten für den neu angeschaff- ten Sprechapparat gekauft wurden. Wir sagen auch an dieser Stelle herzlichen Dank.

IV. Verschiedenes.

Schulgebäude. Die hygienischen Verhältnisse in unserem schönen Schulgebäude lieſten nichts zu wünschen übrig, nur müssen die Schüler noch lernen, alles zu tun, was in ihren Kräften steht, um den schönen Zustand zu erhalten.

Lehr- und Lernmittel. Auch in diesem Schuljahre konnten die Sammlungen und Bibliotheken weiter ergänzt werden.

Besondere Einrichtungen im Schulbetrieb. Trotzdem infolge der Durch- führung des Grundschulgesetzes die Anmeldungen zu Ostern 1925 weit geringer sein muften als in den früheren Jahren und daher nur eine Sexta gebildet wurde, konnte mit Genehmi- gung der Schulbehörden der Versuch mit Englisch als erster Fremdsprache fortgesetzt wer- den, dadurch, daft die Klasse in Deutsch und Französisch bezw. Deutsch und Englisch geteilt wurde. Später war es auch möglich, die Klasse noch in anderen Fächern zu teilen.

Beziehung zu mittleren Schulen. Der Direktor hielt wieder im Auftrag des Provinzialschulkollegiums die Abschlufprüfung an der gehobenen Schule in Cronberg ab. Von dieser traten 3 Schüler in unsere Untersekunda ein.

Chronik der Schule.

21. April: Schulbeginn.

2. Mai: Studienrat Dr. Richter wird zum a. o. Professor an der Universität Frankfurt a. M. ernannt.

12. 13. Mai. Siebzigjahrfeier der Schule.

Eingeleitet wurde die Feier durch eine Gedächtnisfeier für die im Weltkrieg gefal- lenen Lehrer und Schüler, die am Abend des 12. Mai stattfand. Programmfolge: Schülerchor: Reiters Morgengesang; Requiem von Hebbel; GesangUeber Nacht kommt still das Leid. Gedächtnisansprache des 1. Vorsitzenden des Liebigschul- Vereins, Studienrat Dr. Keyl, verschiedene Vorträge und Gesänge. Um 9.15 Uhr nahmen die Schüler der Anstalt Aufstellung zu einem Fadkelzug, an dem sich auch alte Schüler beteiligten. Der Zug wurde begleitet von Mitgliedern der