Jahrgang 
1925
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f) Künstlerischer u. technischer Unterricht.

1. Zeichnen: Die in den Nachkriegsiahren angestrebte Verbesserung des Zeichen- unterrichts wurde im Schulijahr 1924-25 durchgeführt. Alle Gebiete, die überhaupt für eine Bearbeitung in Frage kommen, wurden in den Kreis der Unterrichtsziele mit einbezogen. Die Verschiedenartigkeit der Aufgaben gab mancherlei Anlaß und Anregungen zu Bespre- chungen und Betrachtungen. Immerhin aber blieb das Hauptziel: die ursprünglichen, schöpferischen Kräfte des jungen Menschen zu wecken, frei zu machen und zur Betätigung anzuregen. Zum Schluß des Schuljahres konnte eine Tiefdruckpresse angeschafft wer- den, sodaß für die Zukunft die Möglichkeit besteht, besonders begabte Schüler in die Tech- niken der Kaltnadel- und Aetzradierung und der Zinklithographie einzuführen.

2. Gesang: Der gesamte Gesangunterricht lag in Händen des Gesanglehrers, Herrn Georg Caesar. Die Klassen VI V hatten wöchentlich 2 Stunden Klassenunterricht. Die stimmbegabten Schüler der IVOl waren im Chorgesang vereinigt(wöchentlich 2 Stunden). Außerdem wurde für die Nichtsinger von IVO III und UIIUI eine Musik- pflegestunde eingerichtet, in der ein Ueberblick über die Geschichte der deutschen Musik gegeben wurde unter Hervorhebung bedeutender Tondichter. Auch wurde den Schülern ein Einblick in die Formenlehre gewährt. Das Schülerorchester, das alle 14 Tage 2 Stunden abhielt, zeigte bei Schulfeiern usw. erfreuliche Leistungen.

3. Turnen und Spielen: Das Turnen war auf 2 Wochenstunden beschränkt, daneben fanden 2 Pflichtspielstunden statt, wobei das Turnen in den meisten Klassen auf durchschnittlicher Höhe gehalten wurde. Leider gelang es den Schülern noch nicht, einen Turnverein so zu führen, daß er den Nachwuchs der Unterklassen zur Höhe der Leistun- gen erzog, wie wir sie früher gewohnt waren.

4. Schwimmen: Mit Beginn des Winterhalbjahres trat für die beiden Ouarten anstelle des Turnens das Pflichtschwimmen mit 2 Stunden wöchentlich. Die Schüler wurden wöchentlich einmal mit Straßenbahnwagen von der Schule abgeholt und nach dem halb- stündigen Schwimmunterricht wieder zur Schule zurückgefahren. In Ouarta a lernten 24 von 30 Kursteilnehmern schwimmen. Diese Ziffer war bereits Mitte Februar erreicht. Dann trat ein Stillstand ein, da die restlichen 6 Schüler ihre Aengstlichkeit nicht überwinden konnten und sich auch nicht dazu aufrafften, den Kursus durch freiwillige Uebungen an Nachmittagen zu ergänzen. Hier wäre eine verständnisvolle Unterstützung durch die El- tern erwünscht. In IVb waren bei Beginn des Kurses von 31 Schülern nur 4 mehr oder weniger gute Schwimmer, bei Kursusschluß dagegen konnten 20 Schüler schwimmen, das bedeutet eine Zunahme von 00 Prozent.

9) Freie Arbeitsgemeinschaften.

Von den 6 Stunden, die für die Arbeitsgemeinschaft zur Verfügung standen, wurden ausnahmsweise im ersten Jahre der Neuordnung des höheren Schulwesens 4 Stunden der OI überwiesen, um die gestellten Lehraufgaben fortsetzen zu können, und zwar wurden:

1 Stunde für Deutsch, 1 Stunde für Englisch, 2 Stunden für Linearzeichnen verwandt.

In dem Linearzeichnen wurde behandelt: Aufgaben über die Ebene; Konstruktion

einiger schwieriger Durchschnittsfiguren von Fbenen mit Körpern; Schattenkonstruktio- nen; die Elemente der Perspektive u. a.

Im. Winterhalbjahr trat Elektrotechnik an die Stelle des Lmearzclchmens. Es wurden eingehend betrachtet: Das magnetische Feld; das Ohmsche Gesetz; die Hauptzüge der elektrischen Meßtechnik: Induktion und Selbstinduktion, Ohmsches Gesetz für Wechselstrom, elektromagnetische Schwingungen und Wellen; die Elektro- nenröhre u. a.