Jahrgang 
1915
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3. Ausländische Schüler. 3. September. Ausländer sind nur bedingungsweise zum weiteren Schulbesuch zuzulassen.

4. Anderes.

27. luni. Die vorläufige Teilung der Obertertia wird genehmigt.

29. Dezember. Das Kuratorium übersandte die Bestallungsurkunde für Herrn Oberlehrer Dr. Wegner.

11. März 1915. Die provisorische Teilung der Obertertia wird auch für das Schuljahr 1915/16 genehmigt. Desgleichen Teilung der Untersekunde von Ostern 1915 ab.

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III. Geschichte der Anstalt.

Mit Beginn des Schuljahres wird die Obertertia geteilt und die Unterprima neu er- öffnet. Die Schule zählt nun 16 Klassen. Zu Ende des Schuljahres genehmigen die oberen städtischen Behörden die Teilung der Untersekunda, und zu Anfang des neuen Schuljahres schließt die Eröffnung der Oberprima die planmäßige Entwicklung der Voll- anstalt mit doppelten Unter- und Mittelklassen ab.

Neu berufen werden die Oberlehrer Herr K. Baumann(uletzt wissensch. Hillfs- lehrer bei uns, im Verlauf des Schuljahres unter Anrechnung seiner Dienstzeit als Geist- licher zum Professor mit dem Rang der Räte 4. Klasse befördert) und Herr Oberlehrer Dr. H. Semiller(zuletzt Oberlehrer am Realgumnasium i. E. zu Saarbrücken). Ferner wird der Anstalt überwiesen Herr Aushilfsoberlehrer Dr. K. Thüre, und Herr pfarrer Kahl fand sich bereit 2 ungedeckte evangelische Religionsstunden in Obersekunda zu übernehmen. Herr Dr. Proescholdt(bisher Probekandidat) bleibt uns als wissensch. Hilfslehrer 2uereilt(doch nach Friedrichsdorf i. T. beurlaubt). Herr Dr. L. Siebert wird als Probekandidat überwiesen. Die jüdischen Religionsstunden werden so geordnet, daß Herr Höchster je 2 Stunden in den Vorklassen und Sexta bis OQuarta, Herr Rabbiner Dr. Horovitz je 2 Stunden in den Mittel- und Oberklassen übernimmt.

Bis zu den Sommerferien verlief alles wie gewöhnlich. Wir gedachten am 22. April der Erstürmung der Düppeler Schanzen. Wir begrüßten Besuch dus dem In- und Aus- land, der vor allem das neue Schulhaus sehen woöllte. Wir machten den üblichenMai- Ausflug(diesmal am 16. Juni!). Wir erfreuten uns eines Vortrages überDas Zep- pelinluftschiff im Dienste des Verkehrs, den unser alter Schüler Herr Dipl.- Ing. W. Dörr, Leiter der Zeppelin-Werft in Potsdam, hielt, und dessen Reinertrag für Ausschmückung unseres Festsaales bestimmt war(siehe später). Wir veranstalteten am 30. Juni Olumpia-Prüfungskämpfe(die Sieger sind auf S. 6 verzeichnet). Es wurde an einigen besonders heißen Tagen der Unterricht um 11 Uhr geschlossen. Die pfingstferien dauerten vom 29. Mai bis 4. Juni, in die Sommerferien gingen wir am 3. juli.

Wegen Erkrankung mußten der Direktor, Herr Professor Dr. Bothe und Herr Professor Dr. Franz, wegen einer militärischen Ubung Herr Oberlehrer Dr. Richter zeitweilig dem Unterricht fern bleiben.

Doch als wir nach Ferienende wieder zusammentraten, war eine gewaltige Umwäl- zung erfolgt, und seitdem durchleben wir den größten, schwersten und zugleich er- hebendsten Kampf, den unser Volk seit je zu bestehen hatte. Von Tag zu Tag verfolgen wir das gewaltige Ringen. Wir freuen uns der Siege und danken den Helden, die sie erfechten. Wir trauern um Verluste und geloben denen, die Gut und Blut und Leben für uns opfern, ihr Gedächtnis treu zu bewahren in dankbarem Herzen. Wir bemühen uns auch hier, ferne vom Kampf, wo wir nur hören und lesen von dem Großen, das sich vollzieht, wo wir die Tapferen, die für uns kämpfen und bluten, nur begrüßen können, wenn sie verwundet, krank, zur Erholung auf Tage zurückkehren und unser Herz ihnen entgegenschlägt in Rührung und Dank, wo wir müt tiefem Schmerz und hohem

Schule und Lehrer.

Bis Anfang August.

Der Krieg.