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Frankfurt a. M., 9. Juni: Die Forstverwaltung klagt darüber, daß Schüler Papier,
1908.
April 27.
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28.
Eier- und Orangeschalen, Kaffee- und Milchflaschen im Walde liegen lassen, Zweige abreißen u. s. w. Auch über ruhestörenden Lärm auf dem Bahnhofsplatz vor der Abfahrt zu Ausflügen wird Beschwerde geführt. 28. Oktober: Das Kuratorium übersendet die Bestallungsurkunde für Herrn Mittelschullehrer Simon.
9. Januar 1909: Eine Liste der Handwerker und Lieferanten ist einzu- reichen und jeweilig im Januar Veränderungen zu berichten.
21. Januar: Die wegen des Raummangels im Schulgebäude geplante Aufstellung einer Doppelbaracke kann nur auf dem Schulhof stattfinden. 2. Februar: Das Schüler-Konzert zum Besten der Notleidenden ist für diesen Winter aufgegeben.
16. Februar: Das Schüler-Konzert zum Besten der Notleidenden soll im Sommer stattfinden.
24. Februar: Herr Aushilfsoberlehrer Dr. Leicht soll im Sommerhalb- jahr 1909 an unserer Schule verbleiben. Herr Aushilfsoberlehrer Dr. Perdisch wird zunächst für das Sommerhalbjahr 1909 unserer Anstalt überwiesen.—.
III. Chronik.
Aufnahmeprüfung der für die Realklassen und die 1. und 2. Vorklasse, sowie Aufnahme der für die 3. Vorklasse neu angemeldeten Schüler. Eröffnung des neuen Schuljahres; Einweisung der neu aufgenommenen Schüler.
Wie wir zu Ende des vorigen Schuljahres Herrn Prof. Dr. Grede bei seiner Versetzung in den Ruhestand Lebewohl sagen mußten, so kün- digte sich für dieses Schuljahr ein Gleiches an, indem Herr Fries, der sich von einer schweren Erkrankung seit Oktober 1906 nicht recht er- holen konnte, zunächst für den Sommer noch Urlaub und Vertretung und dann für den Herbst seine Pensionierung beantragte. Seit 1866 stand Herr Fries im öffentlichen Schuldienste Nassaus, seit 1878 im Dienst unserer Schule. Als Lehrer für Religion, Deutsch, Erdkunde, Schreiben, Zeichnen, vor allem für Rechnen, dessen Methodik er ganz besonderes Interesse entgegenbringt, zeitweilig auch für Stenographie, war er stets mit hin- gebender Treue und unermüdlichem Eifer tätig. Daneben unterstützte er seit 1890 den Direktor mit Sachkunde und Zuverlässigkeit bei den Verwaltungsarbeiten. In Herrn Fries lebte und lebt ein pädagogisches Interesse, wie es sich nicht häufig findet. Dies hat er durch seine ver- ständnisvolle Arbeit in der Schule, durch stete Anteilnahme und durch eigene Hilfe bei der Entwicklung des Frankfurter Lehrervereins, durch litterarische Arbeiten, besonders über die Methodik des Rechnens und durch sein ganzes Wesen allzeit kund getan. Seine Kollegen wissen, daß sie sich auf den„Papa Fries“ verlassen können. Seine Schüler wahren ihm dankbares Gedenken, was sich besonders schön gezeigt hat, als er Ostern 1903 die ersten 25 Jahre seiner Wirksamkeit hier vollendete. Auch die Behörde hat sein Wirken anerkannt, indem sie ihm bei unserer 50-Jahrfeier den Kronenorden 4. Klasse verlieh. Der Schule gehört sein Herz, soweit nicht Heimat und Familie ihr gutes Recht daran geltend machen dürfen. Als im vorigen Herbst der Tag nahte, an dem wir hier


