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9) Wir bitten zugleich dringend, darauf zu achten, daß alle Sachen, die Ihr Sohn mit in die Schule bringt(Bücher, Hefte, Zeichenutensilien, Turn- schuhe, Mütze, Hut, Schirm, Mantel, UÜberschuhe u. s. w.), deutlich mit seinem Namen gezeichnet sind, damit die Schule genau kontrollieren und ev. Klagen
und Beschwerden über verlorene oder gar entwendete Sachen besser verfolgen kann.
10) In neuerer Zeit wird es leider in immer mehr Geschäften üblich, neben ihrem eigentlichen Betrieb ganz billige Lektüre, Ansichtskarten u. s. w. zu verkaufen, und Kinder lassen sich durch die Bilder und den Reiz des Neuen und Selt- samen leicht dazu veranlassen, dafür Geld auszugeben. Diese billige Lektüre ist aber nur zu oft spannend, aufregend, abenteuerlich und deshalb für die heran- wachsenden Knaben äußerst gefährlich Die geschilderten Abenteuer sprechen aller Wirklichkeit Hohn und rauben den unverständigen Lesern den Sinn für die tatsächlichen Verhältnisse des Lebens. An der unnatürlichen Darstellung wird dann die jugendliche Phantasie entzündet, und es erwacht die verderbliche Neigung, auch solche wagehalsigen Streifzüge zu unternehmen, zu Kampf und Streit, auf Raub und Entführung auszuziehen und als kühne Helden Ruhm und Ehre zu gewinnen. Wahrnehmungen dieser Art zu machen haben wir leider bei unseren eigenen Schülern wiederholt Gelegenheit gehabt, und die Tages- blätter berichten immer erneut von Fällen, wie jugendliche Gemüter durch Be- rührung mit solchen Erzeugnissen einer verwerflichen Litteratur auf schlimme Wege und selbst mit dem Strafrichter in Konflikt geraten.
Wir haben beobachtet, daß ganz besonders gerne sogenannte Buffalo-Bill- Hefte, die sehr wenig empfehlenswert sind, u. ä. von unseren Schülern gekauft und gelesen werden, daß sie auch vielfach Ansichtspostkarten, die nicht immer einwandsfreie Darstellungen aufweisen, erwerben, untereinander verkaufen, ver- schenken u. s. w Wir ersuchen Sie aufs dringendste, alle erdenkliche Aufmerk- samkeit darauf zu wenden, daß Ihr Sohn nichts erwirbt. kauft, leiht, was geeignet ist, seinen Geschmack zu schädigen, seine Phantasie ungesund zu erhitzen, sein sittliches Gefühl zu beeinträchtigen, sein Handeln ungünstig zu beeinflussen.
Auch der Besuch von Kinematographen- u. ä. Vorstellungen kann unter Umständen sehr bedenkliche Folgen haben.
Die Eltern erweisen ihren Kindern durch sorgfältige und genaue Aufsicht einen Dienst nicht nur für die Schulzeit, sondern fürs ganze Leben. Wir sind jederzeit bereit, ihnen mit Rat und Tat nach unseren Kräften beizustehen.
11) Privatstunden, auch in Musik, u. s. w., sollen Schüler nicht nehmen, ohne daß vorher über die Rätlichkeit derselben unsere Meinung eingeholt worden ist. Viele Knaben werden in ihrem Fortkommen und in ihrer Gesundheit durch ungeeignete Privatstunden ernstlich geschädigt. Alle Privatstunden sind uns anzuzeigen. Leider wird diese Warnung immer wieder mißachtet, häufig zum großen Nachteil der Kinder.
Ebenso ist der Besuch und Aufenthalt in Gasthäusern, oft bis in späte Nachtstunden, zumal Sonntags, für das körperliche und sittliche Wohl der Schüler, auch wenn sie von Erwachsenen begleitet werden, äußerst gefährlich und sollte durchaus vermieden werden.
12) Eingehend begründete Gesuche um Gewährung von Freistellen sind an das Kuratorium der höheren Schulen zu richten.


