Jahrgang 
1928
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Schul-Bücher

Die Hilfsbücherei hat zu Beginn des Schuljahres eine Bereicherung erfahren durch die Hinzunahme der Bücher, die von dem Bücherantiquariat noch brauchbar waren. Daher können außer den Schülern, die Lehrmittelfreiheit genießen, auch andere bedürftige Schüler, vor allem solche, die mitten im Schuljahre eintreten, die Hilfsbücherei benützen. Frau Professor Ankel und Herr Professor Peters stifteten eine Reihe älterer Werke. Die Ausleihestunden werden zu Beginn eines jeden Halbjahres bekannt gegeben. Dr. Fahz.

Aufnahmeprüfung

Die AXufnahmeprüfung von Schülern der Grundschule in die höhere Schule erfolgt im allgemeinen durch eine besondere Prüfung. Es erschien uns bedenklich, eine Prüfung mit all ihren Zufälligkeiten und ihrer seelischen Nufregung schon an die kleinen 9 10 jährigen Kinder heranzubringen, und wir haben daher versucht, an unserem Gymnasium nach dem Muster anderer Städte eine sogenannte Probewoche im März einzuschieben, während der die neu angemeldeten Sextaner hier von Lehrern des Gymnasiums unterrichtet werden sollten, um dann ohne jede Prüfung ab Ostern unsere Sexta besuchen zu können, falls sie während dieser Probewoche dazu geeignet befunden worden wären. Diesem Plan hat sich die Frankfurter Schulbehörde angeschlossen und ihn lebhaff begrüßt, da er ganz im Sinne der vom Herrn Minister gegebenen Richtlinien war und auch einem zurzeit bei unseren städtischen Schulbehörden bestehenden Wunsch entgegenkam. m. ⸗l.

Schülerbücherei.

Im Dezember vergangenen Jahres hat eine Verfügung des Provinzial=Schul=⸗Kollegiums zu Kassel die Schülerbüchereien hingewiesen auf die erhöhten Anforderungen, die an sie gestellt werden müssen entsprechendden besonderen AXufgaben des Arbeitsunterrichtes,... die Schüler zur selbständigen Aneignung und Verwertung von Literaturwerken jeder Art anzuleiten, die ihrer Altersstufe angemessen sind. Eine solche gesteigerte Dienstleistung lasse die Schülerbücherei erhöhte Bedeutung gewinnen. Habe sie bisher vor allemder Deckung und Bildung des Lesebedürfnisses gedient, so trete jetzt danebendie Arbeitsbücherei mit der Aufgabe, sachliche Darstellung jeder Art als Grundlage für die Bearbeitung nach bestimmten Gesichtspunkten des Unterrichts der Klassen und freien Arbeitsgemeinschaften bereitzustellen.

Wie steht es im Hinblick auf diese Verfügung mit der Schülerbücherei unsres Gymnasiums? Gut und schlecht! Gut insofern, als wohl die Hälfte unserer Bücher schon lange dem Gedanken der Arbeitsbücherei dient und auf manche Fragen aus Altertumskunde, Geschichte, Kunst und Literaturgeschichte, Philosophie, Musik, Länderkunde, Mathematik und Natur- wissenschaften Antwort geben kann, auch schon lange in diesem Sinne von den Schülern herangezogen wird, allerdings in viel geringerem Umfange als die andere Hälfte der Bücherei, die dem Lesebedürfnis dient. Denn der Massenandrang bei der Bücher⸗ ausgabe ebbt mit Ober-Tertia ab, und für diese Jahrgänge kommen im allgemeinen nur möglichst spannende Erzählungen in Frage. Ein Buch, das einmal den Ruf eines wie der Frankfurter Bub sagttuften Buches erworben hat, wandert von Hand zu Hand und kommt womöglich ganz zerlesen undentblättert erst zur vorgeschriebenen Jahresrevision zurüd. Wogegen die Bücher mitsachlichen Darstellungen jeder Art die äußere Form viel besser wahren können, weil sie seltener, manche kaum aus ihren Regalen herabgeholt werden müssen.

Warum steht es nun schlecht mit unserer Schülerbücherei hinsichtlich des oben angezogenen Erlasses? Für ihren Jahresbedarf stehen uns ganze 225 M zur Verfügung. Wenn nun in jahrelangen Beobachtungen sich ergeben hat, daß die Schüler die Bücherei vor allem aufsuchen, um ihr Lesebedürfnis zu befriedigen, so muß dem bei Neuanschaffungen Rechnung getragen werden. Nehmen wir also an, es blieben 100 M für Xusbau der sogenannten Arbeitsbücherei. Das ist kärglich bei den heutigen Bücherpreisen, und das Endergebnis wird sein, daß nun weder die Lese- noch die Arbeitsbücherei eine wesentliche Förderung erfährt. Gar nicht zu reden vom Neubinden und Wiederherstellen von Büchern, die jetzt dem Verfall entgegengehn. Gibt es ein Mittel zur Abhilfe? Den übermütigen Gedanken der Erhöhung jenes 225 M-Betrages wage ich nicht zu äußern. Ich wende mich an dieNachbarhilfe. Liegt nicht manches gute Buch ungenützt im Schrank oder auf dem Speicher, das in den Händen der Jungens wieder einen Zweck hätte! sehen wir doch einmal nach! Oder könnte nicht eine Redaktion vor den Bergen der Rezensionsexemplare, ein Verlas an der Wiege seiner Neugeborenen unsrer gedenken? Hoffentlich wird übers Jahr an dieser Stelle berichtet werden können, daß unser Ruf nicht umsonst erging, sondern daß der Erfolg

noch die Erwartungen überstieg. Dr. Eisner.

Schenkungen an die Schülerbücherei

Mukerdschi, Kari der Elefant. Mukerdschi, Jugendjahre im Dschungel. Rasmussen, Die Große Jagd.(Verlags=Direktor Neumann.) loericke, Gepanzerte Ritter. Floericke, Plagegeister. Floericke, Spinnen und Spinnenleben. Kahn, Die Zelle(Springmann U I.) Ambrosius-Tänzler, Taschenatlas für Eisenbahnreisende.(Verlag Velhagen und Klasing.)

Dix, Was Deutschland an seinen Kolonien verlor.(Katz UII.)

Neufeld, In Ketten des Kalifen.(Gelb UII.) Hödker, Auf der Wacht im Osten. Zobeltitz, Christian von Stachow. Hödker, Mit Gott für König und Vaterland.

Waldeck, Schillers Leben. Albers, Deutsche Götter- und Heldensagen. Hödker, Kadett und Feldmarschall. Höcker, Husarenkönig und Kürassiergeneral. Höcker, Ein deutscher Apostel. Ebers, Barbara Blomberg(Andreae UII.)