e. Bei der
schriftlichen Reifeprüfung gestellte Aufgaben.
Ostern 1928.
Deutscher Aufsatz: Nach Wahl: a) Goethes„Iphigenie“ als Xusdruc des klassischen Idealismus u. d. Humanität. b) Der Einfluß der Technik auf den Lebensstil. c) Das soziale Problem in Dramen Gerh. Hauptmanns. d) Die Hindernisse auf dem Wege zum Deutschen Einheitsstaat im 19. Jahr⸗ hundert. Es bearbeitet a: 5, b: 4, c: 6, d: 5 Prüflinge.
de officiis I 74 ff. Griechische Uebersetzung: Platon, Laches S. 187d— 188c.
Lateinische Uebersetzung: Cicero,
Mathematische Aufgaben: 1. Ein Dampfer fuhr am 3. Juli vormittags 10 Uhr von Hongkong(ν= 22,20, ¼= 114,200) nach San Franzisko(†ß☛☚ 37,750, X=ä= 122,430 W) mit einer Geschwindigkeit von 15 Seemeilen in der Stunde. Wann kam
2g. Arbeitsgemeinschaften.
I. Altertumskunde.
Obersekunda: Einführung in die Geschichte der antiken Kunst, zunächst in der Gipssammlung der Universität and in der Vasensammlung des Kunstgewerbemuseums, dann anhand von Wiener Norlegeblättern. Gemeinsame Lektüre von Quellenschriften über Olympia und die Gymnastik bei den Griechen, darüber eine größere Arbeit als Hausaufsatz. Oberprima: Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaff ver- suchten sich an der nicht leichten Xufgabe, das barode Latein des Xpuleius=Märchens Amor und Psyche zu übertragen. Zugrunde lag die handliche und wohlfeile Xusgabe von Otto Jahn, Psyche et Cupido, Leipzig(Breitkopf und Haertel 1915). Um die UÜbereinstimmung der Märchenmotive bei den verschiedenen Völkern aufzuzeigen, wurden andere Märchen, vor allem Grimms Märchen herangezogen. Auch griechische Märchen wurden übersetzt: bei Lukian, †ιννμνπ̈ϊ ³34-36 Zauberlehrling,.ωυσ 42— 46 Wunschringe, 2X⸗ iotopia II 10- 16 Schlaraffenland. Bei Platon, Tox⁶³lttsia III 3290— 3603 Gyges und sein Ring. An Hand von Licht- bildern wurden die Illustrationen Raffaels zu XAmor und Psyche in der; Farnesina zu Rom besprochen. Als zweite Aufgabe wurde die Verwechslungskomõödie des Plautus, die Menaechmi, behandelt, dazu Shakespeares Komödie der Irrungen herangezogen. Die Fahrt der Ol an die Mosel gab Anlaß, in einem Lichtbildervortrag römische Baudenk- mäler aus Trier und Umgebung zu besprechen, damit gleichzeitig den Lektürestoff des Unterrichts, die Mosella des Ausonius, zu verlebendigen.
II. Deutsche Gesellschaft:
1. Lyrik: Gedichte von Goethe, Schiller, Brentano, Bürger, Eichendorf, Lenau, Chr. Morgenstern. 2. Durchblick durch das deutsche Lustspiel: Kleist: Der zerbrochene Krug, Grillparzer: Weh dem, der lügt, Freitag: Die Journalisten, Gerhard Hauptmann: Der Biberpelz, Jahrhundertfestspiel in Reimen. v. Unruh: Offiziere, Louis Ferdinand, Opfergang.
er an? Unter welchem Kurs fuhr er ab, unter welchem kam er an?(Sphärische Trigonometrie). 2. Eine Schale von der Form eines Kugelabschnitts hat die Oberfläche 52 qem. Welche Höhe muß die Schale haben, damit der Inhalt ein Maximum wird? Wie groß ist dann der Inhalt? Wie groß ist der Radius der Offnung? ODifferentialrechnung). 3. Eine Fabrik wird mit einem Kapital von 240 000 Ml. errichtet. Nach dem ersten, zweiten und dritten Jahr müssen für neue Maschinen noch je 30000 Mk. zugezahlt werden. Erst im vierten Jahr wird ein Reingewinn erzielt, der von da an jährlich 51070 Mk. beträgt. In wieviel Jahren ist das gesamte Betriebskapital amortisiert?(H= 7,55)(Sinseszins- und Renten- rechnung.)
III. Collegium musicum:
Folgende Werke wurden ganz oder teilweise durchgearbeitet: Valentin Hausmann, Neue, artige Tänze(1602). Joh. Stamitz, Orchester-Trio in F⸗dur(Op. 1, Nr. IID). Phil. Emanuel Bach, Trio in G=dur. Franz Schubert, Quartett für Flöte, Gitarre, Bratsche und Violoncello. Robert Volkmann, Klaviertrio Nr. 1 in F⸗dur(op. 3). Paul Hindemith, Schulwerk. Ferner besorgte das Collegium musicum die Begleitmusik zu: Franz Tunder,„Hosianna dem Sohne Davids“, zu zwei Schul⸗ aufführungen von Sophokles„Spürhunden“ und dem„Märchen von der Prinzessin und dem Schweinehirten“.(Vgl. auch Seite 19)
IV. Neusprachliche Gesellschaft:
Im Sommer: Ul: Croquis Parisiens([Diesterwegs Neusprach- liche Lesehefte). Im Winter: Ol: G. B. Shaw, The Man of Destiny aus„The Four Pleasant Plays“.(Xusg. Tauchnitz).
V. Philosophie:
Unterprima: Erste Einführung in philosophisches Denken. Sinnliche Wahrnehmung. Bewoßtsein, Gefühl, Begriff, Urteil, Schluß. Deduktion und Induktion, Experiment, Naturgesetz,
Hypothese. Realismus und Idealismus. Oberprima: Einzel⸗- probleme.
VI. Kunst: Deutsche Kunst. VII.
VIII. Mathematische Arbeitsgemeinschaft: Numerische und graphische Xuswertung ganzer rationaler Funktionen nach dem Hornerschen Schema. Einfache astro- nomische Beobachtungen. Komplexe Hunktionen und conforme Abbildung.
Die geplante Durchführung der Arbeitsgemeinschaften V— VII scheiterte an der Erkrankung der Herren Leiter.
Staatsbürgerkunde.


