— 11
OI. Behandelt wurde die griechische Philosophie in ihren metaphysischen und ethischen Grundge- danken. Besonderer Wert wurde auf die Herausarbeitung ihrer Bedeutung und ihrer Beziehungen zur Gegen-
wart gelegt. Daher wurden vor allem Probleme wie Glaube und Wissen, Religion und Sittlichkeit, Weltbild und Weltanschauung usw. eingehend besprochen.
V. Mathematische Gesellschaft.
Physikalische Schülerübungen. Nufgaben aus der Feldmessung. Wahrscheinlichkeitsrechnung. Versicherungs- mathematik.
VI. Neusprachliche Gesellschaft.
Zuerst: Romain Rolland, Vie de Tolstoi, Dann: Shakespeare, Sonnets.
VII. Bürgerkunde.
UI. Verfassungen der wichtigsten europäischen Staaten, vor allem der typischen Systeme von England, Nordamerika, Frankreich, Schweiz. Erörterung ihrer geschichtlichen Grundlagen und ihrer Grundgedanken. Die deutsche Reichsverfassung in vergleichender Betrachtung mit diesen Verfassungen.
OI. Die Staatstheorien von der Antike bis zur Gegenwart.(Grundgedanken. Geschichtliche Verwirklichungen, weltanschauliche Grundlagen, Stellung der politischen Parteien.)— Die politischen Parteien Deutschlands.(Geschichte, Programm.)— Die deutsche Reichsverfassung.
Werkunterricht.
Besuch: 15 Schüler(V. bis UIID. Bezwedkt die Einführung in den richtigen Gebrauch einfacher Werkzeuge zum Basteln für Schule und Haus, z. B. Xusbessern und Erneuern beschädigter Lehrmittel, Herstellung von Umschlägen, Taschen, Briefmappen, Kasten, Vasetten mit künstlerischer Ausschmückung, Anfertigung von Kleister und Fantasiepapieren. Christbaumschmud der letzten Weihnachtsfeier.
3. Der Lehrkörper.
a) Veränderungen: Als vollbeschäftigte XAssessoren waren uns die Herren Dr. Bornemann und Plettung zugewiesen, Herr Oberschullehrer Pietz war gleichzeitig an der Sachsenhäuser Oberrealschule tätig. Herr Turnlehrer Weeber, der wie im vergangenen jahre zugleich auf der städtischen Turninspektion tätig war, konnte nur 12 Stunden an der Anstalt erteilen. An die Stelle des israelitischen Religionslehrers Herrn Kronheim trat ab Ostern Herr Dr. Gottschalk. Die Assessoren Jung, Dr. Füdck und Dr. Wolf waren beurlaubt.
b) Ein Oberstudienrat ist bisher für die Anstalt nicht ernannt. c) Zum Lehrerausschuß gehörten auch in diesem Jahre die Herren Studienräte Steiger, Dr. Franke und Dr. Eisner.
Ostern d. J. hat der Verfasser dieses Berichtes die Leitung des Lessing-Gymnasiums übernommen. Lebenslauf: Geboren am 13. Juli 1889 als Sohn des Kommerzienrates Fritz Majer-Leonhard, besuchte das Lessing-Gymnasium von Ostern 1900— 1908, studierte in Grenoble, München, Berlin und Marburg. Dort promoviert und Staatsexamen 1914. Teilnahme am Weltkrieg, zuletzt als Leutnant der Kraftfahrtruppe. Pädagogisch ausgebildet bei Jaensch in Marburg und im Seminar des Goethe-Gymnasiums. Ab Ostern 1919 als Studienrat an der Frankfurter Musterschule, ab Ostern 1922 am Lessing=⸗Gymnasium. Studienreisen nach Holland, England, Frankreich und ltalien.
Ostern 1927 sind neu ins Kollegium eingetreten die Herren Studienrat Idkes und Dr. Kradte.
Lebenslauf des Herrn Dr. Kracke:
Ich wurde am 9. März 1888 zu Königswinter a. Rh. geboren und gehöre dem evangelischen Bekenntnis an. Nach 3jährigem Besuch der Seminarschule zu Neuwied a. Rh. trat ich Ostern 1897 in das Gymnasium zu Gießen(Hessen) ein, das ich im März 1906 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Ich studierte in Gießen und München Deutsch, Französisch


