Jahrgang 
1914
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II. Verfügungen des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums:

18. März. Genehmigung der Einführung der Lateinischen Formenlehre zu Ostermanns Ubungsbuch von Müller- Fritzsche, Ausgabe C.

5. April. Genehmigung der Einführung des Biblischen Lesebnchs von Schäfer und Krebs, neu bearbeitet von Schuster und Lueken.

24. April. Hinweis auf den Ministerialerlaß über die Beteiligung von Schülern an Vereinen(Centralblatt 1913, S. 334).

12. Mai.(Ministerialerlaß). Anordnung, daß die künftigen Fahnenjunker sofort nach der mündlichen Reifeprüfung zu entlassen sind.

21. Juni.(Allerh. Erlaß). Verleihung des Roten Adlerordens IV. Klasse an Herrn Prof. Dr. Pelissier.

25. September. Einberufung des Direktors zu dem Ersten geschichtl. und staatswissenschaftlichen Fortbildungs- kursus für Oberlehrer in Berlin.

27. Oktober. Vereinheitlichung der mathematischen Bezeichnungen.

15. November. Neuordnung der Einführung von Lehrbüchern.

27. November. Mitteilung des Gutachtens der Wissenschaftlichen Prüfungskommission über die schriftlichen griechischen Abiturientenarbeiten.

8. Dezember.(Allerh. Erlaß). Verleihung des Roten Adlerordens IV. Klasse an den Direktor.

11. Dezember.(Ministerialerlaß). Verleihung des Professorentitels an Herrn Oberlehrer Dr. Werner.

16. Dezember. Bekämpfung der spinalen Kinderlähmung.

27. Dezember. Anordnung von jährlichen Messungen der körperlichen Leistungen für die Schüler der Oberprima und Untersekunda.

29. Dezember.(Allerh. Erlaß). Verleihung des Ranges der Räte IV. Klasse an Herrn Prof. Dr. Werner.

1914. 6. Januar. Ausfüllung eines Fragebogens betr. denWandervogel.

15. Januar. Anordnung für den Jahresbericht(Aufnahme von Bemerkungen über Wanderungen, Wettturnen u. dergl.)

16. Januar. Einberufung des Herrn Prof. Dr. Flechsenhaar zu einem math.-physikal. Kursus in Göttingen.

21. Januar. Einberufung des Herrn Prof. Ankel zu einem kunstgeschichtlichen Kursus in Rom und Florenz.

28. Januar. Überweisung von zwei Kaiserprämien.

7. Februar.(Ministerialerlaß). Bestimmungen, die Extraneern ermöglichen, eine Prüfung im Zeichnen abzulegen.

11. Februar.(Ministerialerlaß). Es wird genehmigt, daß im nächsten Schuljahre in Unterprima dem Lateinischen 6 statt 7, dem Griechischen 7 statt 6 Stunden zugewiesen werden.

III. Chronik.

I. Lehrerkollegium. Unterricht.

Am 1. Juli schied Herr Prof. Dr. Pelissier nach mehr als 34 jähriger Tätigkeit am Städtischen und am Lessing-Gymnasium aus Gesundheitsrücksichten aus dem Amte. Da er zu dieser Zeit verreist war, so konnte der Direktor erst am Schlusse des Sommerhalbjahres in der Aula vor den versammelten Schülern Worte des Ab- schiedes und des Dankes an ihn richten. Wir verlieren in ihm einen Mann von unbedingt gerader, ehrlicher und Zzuverlässiger Gesinnung und von großem wissenschaftlichem, besonders der Heimatkunde zugewandtem Interesse, der mit allen Kräften seinem Berufe zugetan war und sich um die Förderung seiner Schüler immer auf das lebhafteste und eifrigste bemüht hat. Wir hoffen, mit ihm auch ferner in reger Verbindung zu bleiben. Se. Majestät der Kaiser verlieh ihm bei seinem Scheiden den Roten Adlerorden IV. Klasse. Die Herren und Damen des Kollegiums vereinigten sich mit ihm und seiner Frau Gemahlin im Dezember zu einer wohlgelungenen Abschiedsfeier.

In die Stelle des Herrn Prof. Dr. Pelissier rückte Herr Obertehrer Hertting ein, der bisher Aushilfs- oberlehrer an den städtischen höheren Schulen und in dieser Eigenschaft schon oft vertretungsweise bei uns tätig gewesen war. Er berichtet über seinen Lebenslauf folgendes:

Friedrich Hertting wurde am 3. März 1875 zu Groß-Wulkow in der Altmark geboren. Er besuchte die Gymnasien zu Torgau und Wittenberg. Von Ostern 1894 ab studierte er in Bonn und Halle klassische Philologie und Germanistik und bestand im Februar 1900 in Halle die Staatsprüfung. Von Ostern 1900 1901 leistete er in Magdeburg das Seminarjahr, von Ostern 1901 1902 in Halle und Sangerhausen das Probe- jahr ab. Von Ostern 1902 an wirkte er als Oberlehrer in Witten a. d. Ruhr. Ostern 1907 wurde er als Aushilfsoberlehrer nach Frankfurt a. M. berufen und war hier seit dieser Zeit an verschiedenen Anstalten tätig.