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Die Eltern haben Gelegenheit, die Zähne ihrer Kinder in der Städtischen Schulzahnklinik unentgeltlich behandeln zu lassen.
i) Schulgeld, Freistellen, Hilfsbücherei.
Das Schulgeld betrug jährlich 180 RM. für Einheimische, 225 RM. für Auswärtige,
Der Schulausschuß der höheren Schulen gewährte im Sommerhalbjahr 61 Schülern ganze und 15 Schülern halbe Freistellen, im Winterhalbjahr 60 Schülern ganze und 15 Schülern halbe Freistellen. Außerdem wurde 3 Schülern eine Erziehungsbeihilfe gewährt,
Alle Schüler, die eine Freistelle haben, können auch freie Lehrmittel(Bücher und Hefte) erhalten. Besonders bedürftige Schüler, denen keine Freistelle gewährt wurde, können freie Hefte bekommen.
Die Bestände der Hilfsbücherei, deren Verwaltung Herr Studienrat Dr. L. Stahl übernommen hat, konnten dank der zur Verfügung stehenden Mittel beträchtlich erweitert wer- den. Die Hilfsbücherei steht in erster Linie den Freischülern zur Verfügung, die ihre Schulbücher kostenlos entleihen können. Für die übrigen Schüler ist die Leihgebühr auf ein Fünftel des Buchpreises für das Schuljahr bemessen. Von Schülern, deren Eltern in guten Ver- hältnissen leben, darf erwartet werden, daß sie ihren Bedarf an Schulbüchern im Buchhandel decken. Auch ist den Schülern zu empfehlen, solche Bücher, die mehrere Jahre hindurch ge- braucht und zu Wiederholungen im Unterricht häufiger herangezogen werden, sich möglichst auf eigene Kosten im Buchhandel zu beschaffen.— Schonende Behandlung undpünkt- liche Rücklieferung der aus der Hilfsbücherei entliehenen Bücher muß Ehrenpflicht jedes Klingerschülers sein.
k) Theaterbesuch.
Die Stadt stellte in dankenswerter Weise der Schule 170 RM. zur Verfügung, um be- dürftigen und würdigen Schülern den Besuch der Städtischen Theater zu ermöglichen. So konnten im Winter 50 Schüler der Klassen Untersekunda bis Oberprima insgesamt 94 Vorstel- lungen(32 Opern und 62 Schauspiele) besuchen.
1!) Tanzkursus.
20 Unterprimaner nahmen zusammen mit einer Anzahl Humboldtschülerinnen an einem Tanzkursus teil, der während des Winters in der Aula der Humboldtschule unter Leitung der Tanzlehrerin Fräulein Humbert abgehalten wurde.
m) Schulsparkasse.
Vor 2 Jahren haben wir auf Anregung des Herrn Oberstudienrats Hehner eine Schulsparkasse eingerichtet. An jedem Montag werden vom Schulhausverwalter Spar- marken an die Schüler verkauft. Wir bitten die Eltern, ihre Söhne zu eifrigem Sparen anzuhalten.
n) Berufsberatung.
Lehrer und Direktor sind gern bereit, die Eltern bei der Wahl eines Berufes für ihre Söhne zu beraten. Das Städtische Berufsamt(Königswarterstraße 26) erteilt eben- falls jede Auskunft und vermittelt auch Lehrstellen in Handel, Industrie und Gewerbe. Bevor die Eltern sich an das Städtische Berufsamt wenden, muß aber die Schule vvon diesem Vorhaben benachrichtigt werden, damit für den Schüler ein Kartenblatt ausgefüllt werden kann, das ein ärztliches Gutachten, die Zensuren des letzten Schulzeugnisses und ein Gutachten der Lehrer enthält und das dem Berufsamt für seine Beratung und Vermittlung als
Grundlage dient.


