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auf einmal aufzubringen, wurden Ratenzahlungen gestattet, eine Einrichtung, von der viele Eltern Gebrauch machten. Bedürftigen Schülern konnten auch andere geldliche Erleichterungen zuge- standen werden. Unsere Eltern seien auch an dieser Stelle wieder auf die Schulsparkasse auf- merksam gemacht, deren regelmäßige Benutzung das Aufbringen der Summe für den Landheim- aufenthalt wesentlich erleichtern kann.— Die bewährte Tageseinteilung(Unterricht, Spiel, Wanderung) wurde beibehalten. Durch Vollendung des von der Gemeinde Endbach errichteten sehr schönen Sportplatzes, der leicht zu erreichen und fast bei jeder Witterung zu benutzen ist, und durch Errichtung eines am Waldrande— nach Hartenrod zu— gelegenen Schwimmbades haben unsere Schüler neue Möglichkeiten, in Endbach sich sportlich zu betätigen und ihre Körper zu stählen.— Auch im verflossenen Jahre konnten wir unser schönes Landheim weiter vervoll- kommnen. Nachdem im Frühling der große Saal neu hergerichtet worden war, konnte im Herbst das Haus völlig neu gedeckt werden. Die Bücherei wurde neu- eingerichtet. Erwünscht wäre es, wenn die Eltern alte Jahrgänge wirklich guter(möglichst illustrierter) Zeitschriften für das Land- heim stifteten. Eine edle Spenderin schenkte uns ein großes, wertvolles Billard.
Leider verließ uns im Herbst unsere bewährte Wirtschafterin Frau Plank, der wir für ihre treue Arbeit zu großem Dank verpflichtet bleiben. An ihre Stelle tritt Fräulein
Eichenberg. Von Krankheiten blieben wir glücklicherweise verschont; auch Unfälle ernsterer Art kamen nicht vor.— Mit unseren Schülern haben wir im Landheim wieder die besten Erfahrungen
gemacht; sie gaben fast nie zu Klagen Anlaß und fügten sich in freiwilligem Gehorsam den An- ordnungen ihrer Lehrer. So können wir auch auf das 6. Landheimjahr 1926 mit Befriedigung zurückblicken.
Die durch die Landheim-Beschickung hervorgerufenen Störungen des Schulbetriebes sollen nicht verkannt werden, aber sie werden aufgewogen durch die gesundheitliche Förderung der Kinder und durch die Lebenswerte, die das Landheim, dieser wichtigste Erziehungsfaktor einer neuzeitlichen Großstadtschule, den Schülern mitgibt. Hehner.
g) Schulspeisung.
Die Schüler haben Gelegenheit, in der Pause nach der 3. Stunde ein warmes Früh- stück[abwechselnd Milch und Kakao) einzunehmen, das von der Städtischen Schulkinder- speisung verabfolgt wird“), und in der Pause nach der 2. Stunde Milch oder Kakao zu trinken (14 Liter 0,10 RM., 1 Brötchen 0,04 RM.), die der Schulhausverwalter ausschenkt. An der Früh- stücksspeisung, für die nur schwächliche oder bedürftige Kinder in Betracht kommen, nahmen 10 Schüler, an der Milchspeisung 40— 50 Schüler teil.
h) Sesundheitszustand und schulärztliche Aufsicht.
Der Gesundheitszustand unserer Schüler war im allgemeinen gut. Einige Schüler mußten sich Operationen unterwerfen, die glücklich verliefen.
Herr Sanitätsrat Dr. Schlesinger, unser Schularzt, hält je den Donnerstag um 9 Uhr vormittags in der Königswarterstr. 26 Sprechstunde ab.
Der Schularzt untersuchte am 5. Mai im Beisein der Mütter die Sextaner, am 21. September die Oberprimaner und die Ostern abgehenden Untersekundaner. Am 15. März hielt Herr Sanitäts- rat Dr. Schlesinger unseren Abiturienten einen Vortrag über die Geschlechtskrankheiten sowie über die schädlichen Wirkungen des Alkoholgenusses.
*) Für dieses Frühstück hatten die Schüler(je nach Bedürftigkeit und Gesundheitszustand) täglich zu
zahlen: 1. Gruppe 12 Pfg., 2. Gruppe 6 Pfg., 3. Gruppe 3 Pfg. Kinder erwerbsloser Väter erhielten das Frühstück kostenlos.


