c) Leibesübungen.
Von sämtlichen Schülern der Anstalt waren auf Grund schulärztlichen Zeugnisses 14 Schüler ganz, 3 Schüler zum Teil vom Unterricht in den Leibesübungen befreit. Von diesen nahmen 2 Schüler an orthopädischen Turnkursen teil.
1. Turnen. Während des Sommerhalbjahres stand Leichtathletik, im Winter das Ge- räteturnen im Mittelpunkte.— Die vom Reich vorgeschriebenen Reichsjugendwettkämpfe wur- den auf einem Schulsportfest ausgetragen, das am 28. August 1926 auf dem Sportplatze in Wil- helmsbad stattfand. Es beteiligten sich daran sämtliche Schüler in 4 nach dem Alter gebildeten Stufen. Einen Ehrenpreis erhielten diejenigen Schüler, die 23 der höchsten Punktzahl erkämpften. Das Ergebnis war: Oberstufe 16 Sieger(unter 60 Kämpfern), Mittelstufe 55(101), Unterstufe A 94(213), Unterstufe B 18(74). Die Hindenburg-Ehrenurkunde erhielten die besten Kämpfer: 7 der Oberstufe, 12 der Mittelstufe, 6 der Unterstufe.— Am 26. Juni 1926 beteiligte sich die Schule an den Staffelläufen des Landesverbandes für Leichtathletik, die im Stadion ausgetragen wurden. Unsere Fünferstaffel der Oberstufe errang gegen schwere Gegner den 3. Sieg, die Zehnerstaffel der Mittelstufe den 2. Sieg.— Im Laufe des Jahres erwarben das vom Reichsaus- schuß für Leibesübungen ausgeschriebene Reichsjugendabzeichen der Unterprimaner Berbe- rich und die Obersekundaner Brecht, Schöppert und Srutek.— Die Turnreifeprüfung fand im verflossenen Schuljahre zum erstenmal in 2 Abschnitten statt: als Prüfung in Leicht- athletik im Herbst und als Prüfung im Geräteturnen im Februar.
2. Spielen. Das Spielen ist für sämtliche Schüler der Anstalt verbindlich. Gespielt wurde in 13 Spielabteilungen, während des Sommers Dienstags und Freitags nachmittags auf dem Spielplatz im Ostpark, während des Winters auf dem Schulhofe oder in der Turnhalle. Wettkämpfe waren nicht ausgeschrieben. Im Freundschaftsspiel schlug die Handball-Mann- schaft der Mittelstufe die gleiche des Philanthropins(4: 1).
3. Schwimmen. Das Pflichtschwimmen wurde wieder in den beiden Quarten im Winterhalbjahr statt der Spielstunden durchgeführt., Dem Abschwimmen wohnten die Eltern der Quartaner und der Quintaner bei. Fast allen Quartanern konnte das Freischwimmerzeugnis ausgehändigt werden. Am freiwilligen Baden während des Sommers in der Scheckerschen Main- badeanstalt beteiligten sich 105 Schüler, am freiwilligen Winterbaden im Städtischen Schwimm- bad 41 Schüler. Für letzteres war von den Städtischen Schulbehörden nur eine Schwimmabtei- lung genehmigt worden, sonst wäre die Beteiligung größer gewesen. Wettkämpfe im Schwimmen waren nicht ausgeschrieben. Becker.
7. Freiwilliger Unterricht.*)
a) Werkunterricht.
1. Pappen und Buchbinden(Quarta). Es wurde das Schneiden, Falten, Falzen und Beziehen von Flächen geübt, mit dem Ziel, das Buchbinden zu erlernen. Notizblätter, Kalender, Schreibunterlagen und Kästchen wurden angefertigt, das Verbinden von Flächen mit und ohne Rücken, Ausbessern beschädigter Bücher, das Heften und Leimen gelehrt. Von Weih- nachten an wurden Bücher neu eingebunden. Becker.
*) Für die Zulassung eines Schülers zum freiwilligen Unterricht ist die schriftliche Anmeldung durch die Eltern erforderlich. Die Anmeldung ist für das Schulhalbjahr, für das sie gegeben wird, bin- dend und gilt, sofern nicht vor Beginn des jeweiligen neuen Schulhalbjahres Abmeldung erfolgt, von Schulhalbjahr zu Schulhalbjahr als stillschweigend verlängert.


