Jahrgang 
1926
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e) zSchulspeisung.

Die Schüler haben Gelegenheit, in der Pause nach der 2. Stunde ein warmes Frühstück(abwechselnd Milch und Kakao) einzunehmen, das von der Städtischen Schulkinderspeisung verabfolgt wird:*), und in der Pause nach der 3. Stunde Milch zu trinken(4 Liter 0,10 Mk., 1 Brötchen 0,04 Mk.), die der Schulhausverwalter ausschenkt. An der Frühstücksspeisung, für die nur schwächliche oder bedürftige Kinder in Betracht kommen, nahmen 10 15 Schüler, an der Milchspeisung 40 50 Schüler teil.

f) Gesundheitszustand und schularztliche Aufsicnht.

Der Gesundheitszustand unserer Schüler war im allgemeinen gut. Einige Schüler mußten sich Operationen unterwerfen, die glücklich verliefen.

Herr Sanitätsrat Dr. Schlesinger, unser Schularzt, hält jeden Donners- tag um 9 Uhr vormittags in der Königswarterstr. 26 Sprechstunde ab.

Der Schularzt untersuchte die Sextaner, die Ostern abgehenden Schüler aus O. I. und U. II und die für Erholungskuren vorgesehenen Schüler. Am 5. März hielt Herr Sanitätsrat Dr. Schlesinger unseren Abiturienten einen Vortrag über die Geschlechts- krankheiten.

Ein Zahnarzt der Städtischen Schulzahnklinik untersuchte die Zähne sämtlicher Schüler und machte diese auf schadhafte Zähne aufmerksam. Die Eltern haben Gelegen- heit, die Zähne ihrer Kinder in der Städtischen Schulzahnklinik unentgeltlich behandeln zu lassen.

g) Schulgeld, Freistellen, Hilfsbücherei.

Das Schulgeld betrug monatlich 10 Mk. für Einheimische, 12.50 Mk. für Aus- wärtige und 20 Mk. für Ausländer.

Der Schulausschuß der höheren Schulen gewährte im Sommerhalbjahr 52 Schü- lern ganze und 5 Schülern halbe Freistellen, im Winterhalbjahr 57 Schülern ganze und 5 Schülern halbe Freistellen. Außerdem wurde 2 Schülern eine Erziehungs- beihilfe gewährt.

Alle Schüler, die eine Freistelle haben, können auch freie Lehrmittel Gücher und Hefte) erhalten. Besonders bedürftige Schüler, denen keine Freistelle gewährt wurde, können freie Hefte bekommen.

Die Hilfsbücherei will den Eltern unserer Schüler nach Möglichkeit die An- schaffung neuer Schulbücher ersparen, indem sie den Schülern die Bücher gegen eine mäßige Leihgebühr zur Verfügung stellt. DieLeihgebühr ist auf ein Fünftel des Buchpreises für das Schuljahr bemessen. Freischüler erhalten die Bücher kostenlos. Schonende Behandlung und pünktliche Rücklieferung der aus der Hiilfsbücherei ent- liehenen Bände sollte jedem Klingerschüler eine Ehrenpflicht sein. Von Schülern, deren Eltern in guten Verhältnissen leben, darf wohl erwartet werden, daß sie ihren Bedarf an Schulbüchern im Buchhandel decken.

h) Berufsberatung.

Lehrer und Direktor sind gern bereit, die Eltern bei der Wahl eines Berufes für ihre Söhne zu beraten. Das Städtische Berufsamt(Königswarterstraße 26) er- teilt ebenfalls jede Auskunft und vermittelt auch Lehrstellen in Handel, Industrie und Ge- werbe. Bevor die Eltern sich an das Städtische Berufsamt wenden, muß aber die Schule von diesem Vorhaben benachrichtigt werden, damit für den Schüler ein Kartenblatt aus- gefüllt werden kann, das ein ärztliches Gutachten, die Zensuren des letzten Schulzeugnisses und ein Gutachten der Lehrer enthält und das dem Berufsamt für seine Beratung und Ver- mittlung als Grundlage dient.

*) Für dieses Frühstück hatten die Schüler(je nach Bedürftigkeit und Gesundheitszustand) täglich zu zahlen: 1. Gruppe 12 Pfg., 2. Gruppe 6 Pfg., 3. Gruppe 3 Pfg.