U. II b) hat sich die Aufgabe gestellt, den Schwimmsport zu fördern, und übt zu dem Zweck jede Woche das Kurz- und Langstreckenschwimmen. Tief- und Streckentauchen. ES ist Pflicht jedes Mitgliedes, im Laufe eines halben Jahres die Prüfung der Deutschen Le- bensrettungs-Gesellschaft abzulegen. Aufgenommen werden nur Schüler, die das 13. Le- bensijahr vollendet haben. Der Verein zählt 20 Mitglieder.
c) Wanderungen.
Sämtliche Schüler unternahmen unter Führung von Lehrern— klassenweise ze- trennt— Wanderungen: am 20. Mai 1925(„Maifest“) und am 20. Januar 1926 (Schneewanderung). Gelegentlich fanden auch Ausflüge einzelner Klassen statt zur Be- lohnung für Wohlverhalten und gute Leistungen.— Tägliche Wanderungen wurden vom Landheim aus unternommen. 5
d) Landheim.
Vom 28. April bis 20. Oktoberkonnten24 Schüler der verschiedensten Klassen unter der Obhut ihrer Lehrer, denen auch an dieser Stelle für ihre schwere, selbstlose Arbeit herzlicher Dank gesagt sei, im Landheim fröliche Wochen verleben(vgl. Abschnitt V. Der Tagespreis betrug für Söhne von Mitgliedern des Landheim-Vereins— die meisten Eltern gehören dem Verein an 2.20 Mk., Cür Söhne von Nichtmitgliedern 2,40 Mk. Die Verpflegung war gut und reichlich.
Morgens wurden in der Regel 3 Stunden(in der Oberklasse 4 Stunden) Unter- richt erteilt. In der übrigen Zeit beschäftigten sich die Schüler, je nach Neigung und Alter, mit Spielen im Freien(Fußball, Handball, Schlaghall. Kriegsspiele) oder, besonders an Re- gentagen, mit Lesen und Gesellschaftsspielen. Fast täglich wurden Wanderungen unter- nommen., nachmittags in die nahen Waldungen oder nach dem Tringenstein und Hünstein, an besonders schönen Tagen unter Ausfall des Unterrichts Tageswanderungen bis Marburg, Wetzlar, Biedenkopf und nach anderen schönen Punkten der Umgegend.
Von Krankheiten blieben wir glücklicherweise verschont; auch Unfälle ernsterer Art kamen nicht vor.
Mit unseren Schülern haben wir im Landheim wieder die besten Erfahrungen gemacht; sie gaben fast nie zu Klagen Anlaß und fügten sich in freiwilligem Gehorsam den Anordnungen ihrer Lehrer. So können wir auch auf das 5. Landheimjahr 1925 mit Befriedigung zurückblicken.
Warumschufen wir das Landheim? Unsere Eltern, die vielfach nicht in der Lage sind, ihre Söhne in eine Sommerfrische zu schicken, erhoffen vom Landheim mit Recht vor allem eine Kräftigung der in langer Kriegs- und Nachkriegszeit geschädig- ten Gesundheit ihrer Kinder. Wir Lehrer erhoffen mehr: Das Leben im Landheim soll uns endlich Gelegenheit bieten, den Schülern persönlich näher zu treten und in erster Linie ihre väterlichen Freunde und Erzieher zu sein, was in dem hastigen Getriebe der großen Schule einer Großstadt auch beim besten Willen nicht immer mög- lich ist. Wir wollen im Landheim die Arbeitsgemeinschaft der Schule zu einer Arbeits- und Lebensgemeinschaft gestalten, unsere Schüler— wie die Eltern es daheim tun— mit erziehen helfen zu peinlichster Sauberkeit und Ordnung, zu höchster Einfachheit und zur Selbstzucht und vor allem durch das Zusammenleben den Gemeinsinn heben und den kameradschaftlichen Geist wecken und stärken. Und die Erfahrungen, die wir bislang machten, haben unsere Hoffnungen vollauf verwirklicht.
Die durch die Landheim-Beschiekung hervorgerufenen Störungen des Schul- betriebes sollen nicht verkannt werden. aber sie werden aufgewogen durch die gesundheit- liche Förderung der Kinder und durch die Lebenswerte, die das Landheim, dieser wichtigste Erziehungsfaktor einer neuzeitlichen Großstadtschule, den Schülern mitgibt.


