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6. Als neue Zuwendung können wir in diesem Jahre die Simon Schiele- Stiftung aufführen.
Herr Ingenieur Ludwig Schiele hat zum Andenken an seinen am 10. De- zember 1912 verstorbenen Sohn Simon dem deutschen Museum in München den Be- trag von 3000 Mark überwiesen, aus dessen Zinsen alljährlieh zwei Schülern der Klinger-Oberrealschule eine Reise nach München zum Studium des deutschen Museums ermöglicht werden soll. Die Wahl der Schüler ist in liebenswürdigster Weise von dem Stifter dem Lehrerkollegium überlassen worden. Das Stipendium soll für minder bemittelte Schüler bestimmt sein, die sich besonders für Naturwissenschaften inter- essieren. Es beträgt 50 Mark; außerdem erhält der Stipendiat freie Fahrt nach München und zurück.
Das deutsche Museum wird den für den Besuch ausgewählten Stipendiaten vor Antritt der Reise eine Legitimationskarte zum Besuch des deutschen Museums, die Führer durch die Sammlungen und einen Ausweis zusenden, auf Grund dessen bei der Hin- und Rückfahrt die von den einzelnen Bahnverwaltungen bewilligten Fahrpreisermäßigungen gewährt werden. Nach Ankunft des Stipendiaten in München werden ihm gegen Vorweis der Legitimationskarte von der Kasse des deutschen Museums die Kosten der Fahrt nach München und ein Betrag von 40 Mark ausge- händigt. Der Rest von 10 Mark und die Kosten der Rückfahrt werden erst ausbe- zahlt, wenn die Legitimationskarte bei ihrer Rückgabe einen wenigstens viermaligen Besuch des deutschen Museums an vier verschiedenen Tagen ersehen läßt. Von den Stipendiaten ist ein Reisebericht an die Direktion der Anstalt einzureichen.
Um schon für dieses Jahr zwei Schüler entsenden zu können, sind auch die einjährigen Zinsen des Kapitals bezahlt. Das Lehrerkollegium hat einstimmig be- schlossen, der hochherzigen Stiftung den Namen„Simon Schiele-Stiftung“ zu geben. Die Namen der Stipendiaten für dieses Jahr werden bei der Schlußfeier be- kanntgegeben werden.
Unsere Anstalt ist Herrn Ingenieur Schiele zu größtem, dauerndem Danke verpflichtet. Möge auch unsere Jugend sich dankbar erweisen, indem sie die An- regungen, die sie durch den Besuch dieses einzigartigen Museums empfängt, durch Fleiß und ernstes Streben in dem Sinne des edlen Stifters verwertet. Dann wird das Gedächtnis des lieben, so früh verstorbenen Knaben ein Segen werden für die kommenden Geschlechter.
Indem wir allen, die unsere Sammlungen und Stiftungen durch Zuwendungen gefördert haben, herzlichen Dank sagen, empfehlen wir besonders unsere„Vetter“- und„Jubiläumsstiftung“ dem weiteren Wohlwollen der Freunde unserer Schule.


