Jahrgang 
1913
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Neben der körperlichen Ausbildung fanden die Schüler auch auf geistigem Veran-

.... staltungen Gebiete außerhalb des pflichtmäßigen Unterrichts vielfache Anregung. gur wissen- Am 21. und 22. September unternahm die Ieb unter Führung ihres Klassen- schaftlichen

... und künst- lehrers, des Herrn Professors Dr. Wislicenus, eine Studienfahrt nach Trier, über die lerischen För- folgendes berichtet wird: derung der

Schüler.

In einzigartiger Weise wird man in Trier, dieser alten Kaiserstadt, eingeführt

in das Leben der Antike, das dem Schüler der Realanstalten sonst nur mit großen Schwierigkeiten vermittelt werden kann; zugleich aber bieten die zahlreichen Bauten der Bischofstadt ausgezeichnete Gelegenheit zu einem Anschauungsunterricht in der Geschichte der deutschen Baukunst, wie man sie in einer anderen Stadt so leicht nicht finden dürfte. Wir trafen um 1 Uhr nachmittags dort ein. Nach dem Essen 4 imKaiserhof, in dem wir auch wohnten, besichtigten wir zunächst die Porta nigra (römisch), dann den Dom(römisch, romanisch und barock), gingen dann zur Mosel- brücke, den Bädern und dem Kaiserpalast(alle drei römisch). Die einbrechende Dunkelheit zwang uns, für diesen Tag zu schließen. Am nächsten Morgen besuchten wir das Provinzial-Museum. Herr Direktor Dr. Krüger hatte die große Güte, uns selbst durch die Sammlungen zu führen, die seiner umfassenden Tätigkeit zu einem großen Teil ihren Ursprung, jedenfalls ihre Weiterentwicklung verdanken, die den häufiger kommenden Besucher immer wieder erstaunt. In lichtvollem Vortrag ließ er vor uns im Anschauen der wichtigsten Funde ein Bild altrömischen Lebens er- stehen, das ja gerade hier im Moseltal in der Verbindung mit dem Gallischen eine ganz eigenartige Prägung erfahren hatte. Für seine liebenswürdigen Bemühungen sei ihm auch an dieser Stelle nochmals unser herzlicher Dank ausgesprochen! Von dem Museum aus gingen wir nach demAmphitheater, das er hat ausgraben lassen und das in seiner jetzigen abg eschlossenen Gestalt gleicherweise Verwunderung und Bewunderung erregt. Die Paulinuskirche am anderen Ende der Stadt, eine der schönsten Barockkirchen, versetzte uns dann über Jahrhunderte hinweg wieder in eine ganz andere Welt. Nach dem Essen bestaunten wir, wieder in das Altertum zurückkehrend, die riesigen Ausmessungen der Basilika und hatten auch noch Zeit, in der Kirche von St. Matthias einen fast rein romanischen Bau kennen zu lernen. Am Spätnachmittag fuhren wir nach Frankfurt zurück, voll tiefer und nachhaltiger Eindrücke. Unzweifelhaft wird sich der Wunsch des Herrn Direktor Krüger er- füllen: daß die Teilnehmer der Fahrt Freunde der schönen und hochinteressanten Stadt geworden sein möchten!

Das freie deutsche Hochstift übersandte für die Schüler der oberen Klassen 43 Karten zu den Vorträgen des Herrn Geh. Regierungsrats Prof. Dr. E. Schmidt aus Berlin über:Die jüngere Romantik. Am 22. Oktober besuchte Herr Professor Lic. Hillmann mit der I=b das Goethehaus.

Die Konzertagentur André stellte 40 Karten zu einem unter der Leitung von Siegfried Wagner stattfindenden Konzert zur Verfügung. Am 13. November fand eine Uhlandfeier in der Paulskirche statt, der einige unserer Schüler beiwohnen konnten.

Die am 18. Dezember vom Neuen Theater veranstaltete Schülervorstellung von Gerh. HauptmannsDie Weber wurde von den meisten unserer Primaner besucht.