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werden sollten. Wenige Tage nach seinem Tode traf uns eine neue Trauerbotschaft. Am 16. Mai verstarb unser verehrter früherer Kollege, Herr Prof. Dr. A. Fritsch, an den Folgen eines Schlaganfalls. Seit fast 10 Jahren im Ruhestand lebend, hatte er seine geistige Regsamkeit und Lebendigkeit sich bewahrt und seine Anhänglichkeit an die Anstalt, an der er 33 Jahre anregend gewirkt hatte, dauernd bewiesen. Oft sahen wir ihn als lieben Gast bei unseren Schulfeierlichkeiten; vor allem aber war er bemüht, den Zusammenhang der früheren Schüler mit der Anstalt zu festigen. Auch ihm wird ein treues Gedenken gewahrt bleiben.
Zu diesen für die Schule so schmerzlichen Verlusten kamen noch dauernd schwere Sorgen durch ernstliche Erkrankungen im Kollegium.
Herr Prof. Knieß mußte nach wenigen Wochen seinen Unterricht wieder aussetzen und auf Anraten seines Arztes um die Versetzung in den Ruhestand nach- suchen. Wir hatten wenigstens die Freude, den lieben Kollegen soweit gekräftigt zu sehen, daß er an der Schlußfeier im Herbst teilnehmen konnnte, zu der auch Schüler seiner letzten Abiturientenklasse und frühere Kollegen erschienen waren. Der Direktor gab dem tiefen Bedauern Ausdruck, daß der so beliebte Kollege und Lehrer, der durch seinen frischen und anregenden Unterricht die Schüler mit fortgerissen hat, so früh seine Tätigkeit an der Anstalt aufgeben mußte. Dem aufrichtigen Danke der Schule für seine erfolgreiche Tätigkeit konnte er noch die Anerkennung der städtischen und staatlichen Behörden hinzufügen, die in der Verleihung des roten Adlerordens 4. Klasse durch Sr. Majestät den Kaiser einen sichtbaren Ausdruck fand. Möge es dem lieben Kollegen vergönnt sein, in seinem ländlichen Tusculum die alte Frische und Kraft wieder zu erlangen, um später wieder der Jugend dienen zu können!
Mit Beginn des Winterhalbjahres erkrankte Herr Prof. Dr. Lincke und mußte bis Weihnachten seinen Unterricht aussetzen. Mit beschränkter Stundenzahl trat er im neuen Jahre wieder ein und konnte im Februar erfreulicherweise den vollen Unter- richt wieder übernehmen. Am 8. Januar erkrankte Herr Oberlehrer Schönfelder, und am 9. Januar wurde Herr Weber von einem Ohnmachtsanfall in der Schule be- troffen. Während Herr Oberlehrer Schönfelder nach 6 Wochen wieder mit wenigen Stunden tätig sein konnte, mußte sich Herr Weber noch weiter schonen und wird auch im Sommersemester keinen Unterricht erteilen können. Zu diesen langen und ernsten Erkrankungen kam noch hinzu, daß Herr Prof. Lesser während des ganzen Schuljahres erleichtert und daß der Direktor im Juni zu einer vierwöchigen Bade- kur beurlaubt werden mußte. Ferner war Herr Oberlehrer Schmidt während des Augusts und Septembers zu einem Aufenthalt nach Frankreich beurlaubt, und Herr Oberlehrer Loewenstein leistete während derselben Zeit eine militärische Ubung ab. Kürzere Erkrankungen trafen namentlich im Wintersemester fast sämtliche Herren des Kollegiums, sodaß es an manchen Tagen schwer fiel, den Unterricht ordnungs- mäßig aufrecht zu erhalten. Bei diesem über der Schule waltenden Unstern mußte die Hülfe der Herren Kandidaten in weitgehendem Maße in Anspruch genommen werden. Für die Vertretung der Herren Prof. Knieß und Lesser war uns Herr Aushilfsoberlehrer Dr. Schweikart mit 17 Stunden von den städtischen Behörden überwiesen. Die Stelle des Herrn Prof. Vetter verwaltete bis zum Herbst noch Herr


