Jahrgang 
1912
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Klasse gestellten Pyramiden, sowie ein Florettfechten erwachsener Schüler rief neben den andern durchweg vorzüglich gelungenen Vorführungen ungeteilte Bewunderung hervor. Wir hatten die Freude, eine große Zahl von Eltern und früheren Schülern bei der Feier begrüßen zu können, so daß die früher ausgesprochene Hoffnung nicht unberechtigt zu sein scheint, der Sedantag möge ein wirklicher Fest- und Freuden- tag für Schule und Haus werden.

Des 100jährigen Geburtstages der verewigten Kaiserin und Königin Augusta wurde am 20. September in geeigneter Weise in den Klassen gedacht. Die an den Turnspielen regelmäßig teilnehmenden Schüler machten unter Führung ihrer Spiel- leiter am 20. Oktober eine Turnfahrt in den Taunus, die trotz schlechten Wetters einen schönen Verlauf nahm.

Von der Veranstaltung einer Weihnachtsfeier, die im letzten Jahre so viel Beifall gefunden hatte, mußten wir zu unserem Bedauern wegen des Gesundheits- zustandes unseres verdienten Chorleiters, des Herrn Weber, absehen; dagegen wurde der Geburtstag Sr. Majestät besonders eindruksvoll gefeiert. Die 200 jährige Wieder- kehr des Geburtstages Friedrich des Großen gab dem Festredner, Herrn Professor Lic. Hillmann, Gelegenheit, das Leben und Wirken des großen Preußenkönigs der an- dächtig lauschenden Jugend lebensvoll vorzuführen. Deklamationen, die die Zeit Friedrich des Großen behandelten, und der von einigen Schülern gespielte Torgauer Marsch, sowie passende Chorlieder leiteten die Feier wirkungsvoll ein. Der Direktor hatte die Freude, dem Untersekundaner Oswald als Geschenk Sr. MajestätWislicenus, Deutschlands See- macht überreichen und außerdem 25 HeftchenAus dem Leben Friedrich des Großen an die besten Schüler der IIII le verteilen zu können. Zu der an diesem Tage statt- findenden Parade waren unseren Schülern 12 Plätze zur Verfügung gestellt worden.

Wegen der außergewöhnlichen Hitze erfuhr der Unterricht im August, wieder- holt eine unliebsame Störung. Am 8. 9. und 12. August fiel der Unterricht ganz aus, am 10. 11. 14. und 15. konnte nur bis zur 3. bezw. 4. Stunde unterrichtet werden. Auch die Wahlen für den Reichstag bedingten am 12. und 22. Januar von der 4. Stunde an den Ausfall des Unterrichts.

Turnerische Der Frankfurter Verband für Turnsport veranstaltete am 2. Juli Schülerwett-

andeeenekämpfe, an denen sich auch unsere Anstalt beteiligte. Die Schule errang den 1. und 2.

der Schüler. Preis im 1000 m Stafettenlauf; außerdem erhielten viele Schüler Einzelpreise im Hoch- sprung, Weitsprung, Kugelstoßen und Wettgehen.

In dem am 16. September ausgekämpften Schlagballwettspiel der höheren Schulen siegte die Unterabteilung und erhielt so zum 4. Male den Wanderpreis. Weniger glücklich waren wir bei dem am 20. September stattfindenden Eilbotenlauf, in dem die Unterabteilung nur den 2. Preis errang und den schönen Wanderpreis abgeben mußte. Auch unserer Rudermannschaft gelang es nicht, den von der Ruder- gesellschaft Germania gestifteten prachtvollen Wanderpreis zu behaupten. Dieser Preis, ein Meisterwerk deutscher Goldschmiedekunst, war uns am 2. April von dem Vorstand der Frankfurter Rudergesellschaft Germania feierlich überbracht worden und zierte bei der Schlußfeier die Aula. Hoffentlich gelingt es unserer Jugend, dieses Kunstwerk der Schule wieder zurückzugewinnen.