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Am 27. Januar 1893, dem Geburtstage Seiner Majestät Kaiser Wilhelm II., hielt Herr Ober- lehrer Dr. Hoôfler die Festrede über die Schicksale der Burgen auf dem Hohenstaufen und dem Hohen- zollern; durch Gesangsvorträge des Schülerchors wurde die Feier eingeleitet und beschlossen. An diesem Festtage konnte zum ersten Male die im Laufe des Jahres durch Umbau in eine Aula umgewandelte ehemalige Waisenhauskapelle bezogen werden. Nunmehr hat auch die Klingerschule für solche feierliche Veranstaltungen einen würdigen Raum, und wir verfehlen nicht, den vorgesetzten städtischen Behörden auch an dieser Stelle für ihre unausgesetzte wohlwollende Fursorge ebenso aufrichtigen wie ehrerbietigen Dank zu sagen.
Der Sedantag wurde, wie in früheren Jahren, durch eine kurze Ansprache, durch Gesang und Probeturnen gefeiert.
Das Maifest wurde am 3. Juni durch Spaziergänge in die nähere oder entferntere Umgebung Frankfurts gefeiert und verlief zu allgemeiner Befriedigung.
Wegen zu grolser Hitze muſste in ausgiebigerer Weise als in früheren Jahren der Nachmittags- unterricht, teilweise auch die letzte Unterrichtsstunde am Vormittag(11— 12), ausgesetzt werden: am 27., 30., 31. Mai, am 28. Juni, am 15., 16., 18., 19, 22., 23., 30. August.
Mittwoch 31. August fiel der Unterricht aus wegen der an diesem Tage abgehaltenen Reife- prüfung. Den Vorsitz führte der Provinzial-Schulrat, Herr Geheimrat Dr. Lahmeyer. Aus derselben Veranlassung wurde der Unterricht Dienstag 28. Februar ausgesetzt. Den Vorsitz führte der unter- zeichnete Direktor, der durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums beauftragt war, die Geschäfte des Königlichen Kommissars zu versehen.
An den Turnspielen auf dem Altaracker beteiligten sich etwas uüber 300 Schuler in 3 Abteilungen unter Leitung der Herren Böhm, Leimbach und Leng. Der dqurchschnittliche Besuch betrug 78%, bei normaler Witterung stieg der Besuch auf 84%. Den Schlufs der Spielstunden bildeten Wettspiele der einzelnen Klassen gegen einander; die Sieger wurden durch Eichenlaubsträufschen, bezw. Kränze aus- gezeichnet.
Am 21. September fand zwischen Schülern der Wöhlerschule, Musterschule und Klingerschule ein Fünfkampf statt. In demselben errang der Oberprimaner der Klingerschule Karl Schmidt den ersten Preis gegen drei Schüler der Musterschule.
Am 22. September wurde mit den Schülern der Oster-Obertertia eine Turnfahrt unter Leitung
des Herrn Leng über Camberg, Neuweilnau, Schmitten und Oberursel ausgeführt.
Die Ferien fielen auf den 26. Mai(Christi Himmelfahrt), 5. bis S. Juni(Pfingstfest), 4. Juli bis einschliefslich 1. August(Sommerferien), 26. September bis 10. Oktober(Herbstferien) und 23. Dezember 1892 bis 7. Januar 1893(Weihnachtsferien).
Am 31. März 1892, kurz vor den Osterferien, gelangte an uns die erfreuliche Mitteilung, daſs der Klingerschule eine neue ehrenvolle Auszeichnung wiederfahren sei, indem der Herr Minister dem Oberlehrer Dr. Ferdinand Lorey das Prädikat„Professor“ verliehen habe.
Mit Beginn des Schuljahres 1892/93 hat auf Verfügung der staatlichen und städtischen Behörden eine wichtige Anderung im Schulorganismns ihren Anfang genommen. Zur Beseitigung der Herbstklassen sind zunächst die Herbstvorschulklassen in Osterklassen umgewandelt und doppelte Ostersexten ein- gerichtet worden.
Durch Ministerial-Erlaſs vom 20. April 1892 ist mit der Klingerschule von Ostern 1892 ab bis auf weiteres ein pädagogisches Seminar zur praktischen Ausbildung von Kanditaten für das Lehramt an höheren Schulen unter der Leitung des Unterzeichneten verbunden worden. Zu Lehrern an diesem Seminar sind auſserdem die Herren Prof. Dr. Lorey und Oberlehrer Dr. Weiffenbach bestimmt worden.


