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und König mittels Allerhöchsten Erlasses vom 16. August 1889 geruht, demselben den Roten Adler- orden 4. Klasse zu verleihen. Damit ist ein Mann von seinem Amte und aus dem städtischen Dienste geschieden, der sich um die Klingerschule und das städtische Schulwesen wohlverdient gemacht hat. Seinen unermüdlichen Bemühungen ist es bei dem Wohlwollen der vorgesetzten Behörden gelungen, die Klüüngerschule zu einer Ober-Realschule auszubilden und als solche bestätigt zu sehen. Er hat es ver- standen, die seiner Leitung anvertraute Anstalt so zu fördern, daſs sie heute, wie ihre Frequenz zeigt, zu den blühendsten Schulen Frankfurts gehört. Sein Andenken wird mit der Schule unauslöschlich ver- bunden sein. Môge ihm noch manches Jahr der wohlverdienten Ruhe vergönnt, möge ihm beschieden sein, noch lange sich des weiteren Gedeihens seines Werkes zu erfreuen!
Durch die ehrenvolle Wahl der vorgesetzten Behörden ist der Unterzeichnete zum Nachfolger ernannt und durch Allerhöchsten Erlaſs Seiner Majestät des Kaisers und Königs vom 27. November 1889 als Direktor der Klingerschule bestätigt worden. Sein ernstes Bestreben soll es sein, den in ihn gesetzten Erwartungen unter Gottes gnädigem Beistand nach besten Kräften gerecht zu werden.
Einen schweren Verlust hat die Klingerschule durch den Tod des lieben Kollegen Georg Goedecker erlitten, der einem schweren Leiden am 26. Januar 1890 erlegen ist. Es sei mir gestattet, an dieser Stelle die Worte zu wiederholen, die ich am Grabe des Entschlafenen gesprochen habe.
„Nicht nur um einer schönen Sitte, einem natürlichen und frommen Herkommen zu genügen, bitte ich für ein schlichtes Wort um kurzes Gehör. Es ist mir ein Herzensbedürfnis, an dieser Stelle dem zu früh dahingeschiedenen Freund und Kollegen ein Wort in das Grab und über das Grab hinaus nachzurufen; denn 22 Jahre haben wir neben einander gewirkt, und es ist mir vergönnt gewesen, dem Kollegen und dem Menschen naher zu treten und einen Blick zu thun in sein Inneres. Hier ruht er nun, abgerufen vom Tageswerke in den Jahren, die zu den besten des Menschen gezählt werden.
Er war ein ernster Mann, dem seine Pflicht in allen Dingen, vornehmlich aber in Schule und Haus,— diesen hat er in den letzten Jahren seine Thatigkeit ausschlieſslich geweiht,— zur Richt- schnur des Lebens geworden ist. Nie hat er geglaubt, genug gethan zu haben. Von ernstem Streben beseelt, hat er die Keime, die Schule und Seminar in ihn gelegt, nach bestem Wissen und Köônnen aus- zubilden gesucht, um so dem hohen Ideale, das er von unserem Berufe in sich trug, immer näher zu kommen. In diesem Sinne hat er gewirkt, das wird die zahlreiche Schar seiner Schüler bestätigen, das wissen wir, seine Kollegen. Aber auch an sich selbst hat er den Segen dieser treuen Pflichterfüllung erfahren. Denn sie half ihm hinweg über die Zeiten, da das schwere Leiden, dem er jetzt erlegen ist, anfing an seiner Lebenskraft und Freudigkeit zu zehren. Wenn seine treuen Angehoôrigen besorgt in ihn drangen, wenn der Arzt ihn ermahnte, seine Kräfte zu schonen, zu ruhen, da hatte er nur das Wort:„Mir ist am wohlsten, wenn ich arbeite und meine Pflicht thue.“ Noch wenige Wochen vor seinem Tode, da er bereits auf dem Sterbebette lag, frug er mich, ob ich keine Arbeit für ihn habe.
So mag sein Andenken und Vorbild in uns allen, insbesondere in euch, liebe Schüler, im Segen weiter wirkend, lebendig bleiben, so mõgen auch in diesem Sinne seine Werke ihm nachfolgen. Seine irdischen UÜberreste aber ruhen hier im PFrieden!“
Die Herren Dr. Ludwig Heuser und Friedrich Rothamel, welche von Ostern, bezw. Michaelis 1887 an, als vollbeschäftigte wissenschaftliche Hilfslehrer an der Klingerschule thätig waren, sind durch Magistratsbeschluſs vom 26. März 1889 zu ordentlichen Lehrern an der Klingerschule ernannt und von


