Jahrgang 
1887
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Hermann Reichard an die Klingerschule versetzt und der bisher schon in einigen Stunden an der Klinger- schule beschäftigte Herr Candidat A. Riese mit der provisorischen Verwaltung der anderen vakanten Stelle beauftragt.

Herr Dr. Vetter erhielt für das Schuljahr 1886 87 Urlaub zu einem Studienaufenthalte in Eng- land. Seine Stelle vertrat Herr Heinrich Müller, bisher wissenschaftlicher Hilfslehrer an der hiesigen Wöhlerschule.

Herr Dr. Froning übernahm Ostern 1886 eine wissenschaftliche Hilfslehrerstelle am hiesigen Gymnasium. Das Probejahr absolvierten zu Michaelis 1886 die Herren Gleim und Garthe; ersterer blieb noch im Kollegium und erteilte im Wintersemester den naturgeschichtlichen Unterricht in O. IV; letzterer trat in das Kollegium der Realschule zu Eschwege über. Behufs Absolvierung des päàdagogischen Probejahrs traten ein zu Ostern 1886 Herr Cand. Wilh. Bauer und zu Michaelis Herr Cand. Aug. Velde.

Der Gesundheitszustand im Lehrer-Kollegium war im Ganzen befriedigend. Wegen Krankheit oder unabwendlicher Hindernisse muſsten vertreten werden an 13 Tagen die Herren Oberl. Dr. Simon und Dr. Gotthold, an 12 Tagen Herr Leng, an 8 Tagen Herr R. Müller, an je 2 Tagen die Herren Dr. Brittner, Wilde, Hallenstein, Leimbach und der Unterzeichnete, an je einem Tage die Herren Pfeil, Rack, Riese, Böhm. Herr H. Müller war im Februar zu einer 12tägigen militärischen UÜbung einberufen und muſste während dieser Zeit vertreten werden. In allen diesen Fällen wurde die Vertretung durch die übrigen Kollegen, sowie insbesondere durch Herrn Gleim mit nicht geringen Opfern an Zeit und Kraft übernommen. Für den katholischen Religionslehrer Herrn Direktor Bernhard trat auch in diesem Schuljahre, soweit es die Schonung seiner Gesundheit erforderlich machte, Herr Kaplan Ehrlich mit dankenswerther Bereit- willigkeit ein. In den letzten Wochen vertrat ihn Herr Kaplan Abt. Auch ihm gebührt für seine Be- mühung herzlicher Dank.

Auch der Gesundheitszustand der Schüler war bis Mitte Februar im Ganzen genommen be- friedigend. Nur in der Vorschulklasse O. 3 war eine etwas erheblichere Zahl von Schülern in Folge von Wasser-Blattern zeitweilig am Schulbesuche behindert. In den übrigen Klassen verlief der Unter- richt ohne Störung durch epidemische Krankheiten. Nur vereinzelt kamen Fälle gefährlicherer Erkran- kung vor, leider zum Teil mit tötlichem Ausgange. Ein braver und hoffnungsvoller Knabe, Friedrich Günther, Schüler der Vorschulklasse O. 3, erlag am 21. November 1886 der Diphtheritis. Ein anderer kleiner Schüler der Vorschule, Willy Edler, war schon beim Beginn des Schuljahrs an Gelenk-Rheuma- tismus und Wassersucht erkrankt und erlag im Mai 1886 diesen Krankheiten. Möge in beiden Fäallen den Eltern für diese Verluste der rechte Trost zu Teil werden.

Von der Masern-Epidemie, welche seit dem Ausgange des Jahres 1886 in Frankfurt sich zeigte und immer mehr an Ausbreitung gewann, blieben die unsre Vorschulklassen besuchenden Kinder bis zur Mitte des Februar verschont. Vom 14. Februar ab nöthigte diese Kinderkrankheit eine grofse Zahl der Schüler unsrer dritten Herbst-Vorschul-Klasse(M. 3) zeitweise vom Unterrichte fern zu bleiben.