Jahrgang 
1884
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Deutsch. Gelesen werden von epischen Dichtungen: Ilias in deutscher Ubersetzung; von dramatischen: Lessing's Minna von Barnhelm, Goethe's Götz von Berlichingen, Schiller's Dramen. Manche dieser Dramen, sowie auch verschiedene Gesänge der Ilias sind der Privat- lektüre zu überlassen. Die lyrisch-philosophischen Gedichte von Schiller. Biographisches, ebenso Poetik und Metrik im Auschlusse an die Lektüre. Kleine Vorträge über privatim Gelesenes. Jede vierte Woche ein Aufsatz.

Französisch. Repetition der sesammten Grammatik. Lektüre einzelner leichterer Schriftsteller, Exercitien, Extemporalien, mündliche und schriftliche Ubung im freien Ausdrucke im Anschlusse an die Lektüre.

Englisch. Syntax des Artikels, Substantivs und Adjektivs, der Fürwörter, Zahlwörter, Präpositionen und Conjunctionen mit Benutzung der Ubungsstücke in Sonnenburg's Ubungsbuch, Lektion 36 42. Daneben Lektüre von Lüdecking's Lesebuch, II. Teil, und einzelnen Schrift- stellern. Im Anschlusse an die Lektüre Ubungen im mündlichen Gebrauche der Sprache.

Geschichte und Geographie. Erstes Semester: Geschichte des Altertums; zweites Semester: Geschichte des Mittelalters. Jede dritte Stunde ist zur Repetition der übrigen Teile der Geschichte und der gesammten Geographie zu verwenden.

Mathematik. Im Sommer-Semester: Ausgewählte Kapitel aus der neueren Geometrie ( Khnlichkeitspunkt, Transversalen, harmonische Punkte und Strahlen, vollständiges Vierseit, Chordale, Pol und Polare). Quadratische Gleichungen mit mehreren Unbekannten, diophantische Gleichungen. Im Winter-Semester: Ebene Trigonometrie; Progressionen, Zinseszins- und Renten-Rechnung. In beiden Semestern wöchentlich eine Stunde Ubungsaufgaben, vorzugs- weise aus allen Gebieten der Planimetrie. Alle vier Wochen eine Korrektur-Arbeit.

Physik. Im Sommer-Semester: Lehre von den Kräften, ihrer Zusammensetzung und Zerlegung, vom Schwerpunkt und der Stabilität der Körper. Akustik. Winter-Semester: Die einfachen Bewegungen; Wärmelehre; Reibungs-ElektricitAt.

Chemie und Mineralogie. Im Sommer-Semester: Einleitung in die Chemie. Mehrere Metalloide. Stöchiometrische Aufgaben. Chemische Eigenschaften der Mineralien, Isomorphie, Dimorphie, Pseudomorphosen. Haloide. Repetition der Krystallographie. Im Winter-Semester: Einleitung mit Berücksichtigung der atomistisch-molekularen Theorie. Die übrigen Metalloide mit Ausnahme des Kohlenstoffs. Säuren, Basen, Salze. Stöchiometrische Aufgaben. Die in der Natur vorkommenden mineralischen Salze; Quarz und die wichtigsten Silikate.

Zeichnen. Im ersten Semester: Darstellung der Körperschnitte; Prisma, Pyramide, Cylinder, Kegel, Kugel und deren Abwickelung, Netze etc. Konstruktionen von Ellipsen, Parabeln, Hyperbeln, Spiralen, Schrauben etc. Im zweiten Semester: Axonometrie(Isometrie, Mono- dimetrie, Anisometrie) mit bezüglicher Schatten-Konstruktion. In beiden Semestern daneben freies Zeichnen, je nach der Individualität, auch Ausführung farbiger freier Ornamente mit Ubung im Umpausen und Schattieren durch Abtuschen, nach Vorlagen und Modellen.

Achter und neunter Jahres-Kursus(Selecta).

Evangelische Religionslehre. Der Inhalt und Zusammenhang der heiligen Schrift wird durch Besprechungen über alt- und neutestamentliche Einleitung zur klaren Erkenntnis gebracht. Die Grundlehren der evangelischen Kirche werden durch Repetition der Hauptstücke