Jahrgang 
1883
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Teile der Grammatik wiederholt werden, andererseits den Schülern das Wichtigste aus Metrik und Poetik vorgeführt wird. Alle 4 Wochen wird ein Aufsatz gemacht, bei welchem Inhalt und Disposition ebenso vorher in der Klasse behandelt werden, wie in Untertertia, auch die Art der Themata ist dieselbe, wie in jener Klasse. Zur Ausbildung des mündlichen Vortrages dienen Reproductionen von poetischen und prosaischen Stücken oder Referate über einzelne im Unter- richte behandelte Abschnitte aus der Geschichte, Naturgeschichte etc.

In Secunda wird eine Einsicht in die starke und schwache Declination und Conjugation und damit in den Bau der Sprache eröffnet. Hauptgegenstand der Lectüre ist das Epos(Herders Cid, Goethe's Hermann und Dorothea, Abschnitte aus den Nibelungen, aus Ilias und Odyssee etc.) Zu der epischen Lectüre tritt auch die dramatische; passende klassische Dramen von Uhland, Lessing, Schiller etc., z. B. Herzog Ernst von Schwaben, Ludwig der Baier, Wilhelm Tell, Nathan, Minna von Barnhelm, werden gelesen und erklàrt. Die historische Grundlage und Anlage des Stückes, sowie die Charaktere der handelnden Personen werden besprochen und kurze literarhistorische Erklärungen über Verfasser und Abfassungszeit angefügt. Zu Aufsatzthematen (alle 4 Wochen ein Aufsatz) werden ausser historischen und auf die Lectüre sich beziehenden Stoffen auch solche gewählt, welche innerhalb des Erfahrungskreises der Schüler liegen. Das aufgestellte Thema wird auch auf dieser Stufe vorher mit den Schülern besprochen. Dieselben werden auf wichtige Gesichtspunkte hingewiesen und zur Aufstellung einer klaren und logisch richtigen Disposition angeregt, wie überhaupt auch ausserdem UÜbungen im Disponieren vorge- nommen werden. Auf dieser Stufe treten mündliche Vorträge über gegebene Themata an die Stelle der Reproductionen.

In der Unter-Prima werden die culturhistorisch-didactischen Gedichte von Schiller, der Spaziergang, das eleusische Fest, die Glocke, Pompeji und Herculanum etc., von Goethe die Elegie Euphrosyne und Ahnliches, von Klopstock einige Oden zur Lectüre gewählt, von Werken grösseren Umfanges werden Schiller's Wallenstein, Maria Stuart, Jungfrau von Orleans, Goethe's Wahrheit und Dichtung etc. gelesen. Im Anschlusse an die Lectüre wird eine Übersicht der beiden Blüteperioden unserer Literatur gegeben.

Der Aufsatz, wie der mündliche Vortrag ist hier, wenn auch mit gesteigerten Anforderungen, im allgemeinen noch in denselben Gränzen zu halten wie in Secunda.

In der Ober-Prima bilden neben dramatischen Werken unserer Klassiker, z. B. Iphigenie und Tasso von Goethe, Abhandlungen von Lessing, Prosastücke von Herder, Schiller, Goethe u. A. die Lectüre. Aus der Literaturgeschichte wird die Zeit von Klopstock, Wieland und Lessing an bis Goethe's Tod ausführlicher behandelt. Hier tritt eine freiere Behandlung des Aufsatzes ein; Themata bieten in reichem Masse Lectüre und Literaturgeschichte. In der Regel stehen zwar die gegebenen Themata mit der Klassenlectüre im Zusammenhange, doch haben die Schüler die Dispositionen selbständig aufzustellen. Ausserdem werden auch Stoffe zur Behandlung gegeben, welche zu freier Selbstthätigkeit der Phantasie und der Urteilskraft anregen Zu den schrift- lichen Ausarbeitungen gegebener Themata treten auch auf dieser Stufe mündliche Vorträge über selbst gewählte Gegenstände als eine besonders wichtige UÜbung. Die Stoffe können von den Schülern aus den verschiedenen Gebieten des Unterrichtes gewählt und die Vorträge unter Umständen auch von experimentellen oder graphischen Darstellungen begleitet worden.