Jahrgang 
1880
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II. Schul⸗Chronik.

a. Entwicklung der Anſlt.

Im Herbſt 1879 wurde das erſte Abiturientenexamen der Oberprima abgehalten, und ſämtlichen fünf Maturitäts⸗Aſpiranten das Zeugnis der Reife erteilt, wodurch ſie die Berechtigung erlangten, ohne weitere Prüfung in die Gewerbe⸗Akademie oder eine polytechniſche Schule eintreten zu können.

b. Das Schuljahr, Ferien, Schulfeſte etc.

Das Schuljahr 1879/80 nahm am 17. April ſeinen Anfang. Die Sommerferien dauerten vom 7. Juli bis 4. Auguſt, die Herbſtferien vom 22. September bis 6. Oktober, die Weihnachtsferien vom 22. Dezember 1879 bis 5. Januar 1880. Wie auch im vorigen Schuljahre wurden an Stelle des ſogenannten Maifeſtes von den einzelnen Klaſſen in Begleitung eines Lehrers kleinere oder größere Aus⸗ flüge unternommen.

Zur Feier der goldnen Hochzeit Ihrer Majeſtäten des Kaiſers und der Kaiſerin am 11. Juni hielt Herr Dr. Fritſch die Feſtrede. Auch der Sedantag ward durch Geſänge und Deklamationen der Schüler feſtlich begangen. Zur Geburtsfeier Seiner Majeſtät des Kaiſers und Königs hat Herr Wilde die Feſtrede zu halten übernommen.

c. Geſundheitszuſtand bei Schülern und Lehrern.

Im ganzen war während des verfloſſenen Schuljahres der Geſundheitszuſtand der Schüler ein be⸗ friedigender. In den unterſten Klaſſen hielten Maſern und Waſſerblattern eine Zeit lang eine ziemliche Anzahl von Kindern vom Schulbeſuche ab. Im Winterſemeſter erfolgten mit Eintritt der ſtrengen Kälte, namentlich in der Vorſchule und den unteren Klaſſen der Realſchule, mehrfach katarrhaliſche Erkrankungen. Am 15. Dezember 1879 ſtarb dahier der Schüler der IB bKlaſſe Ferdinand Abt an der Lungenſchwindſucht, nachdem ihn ſeine Eltern ſchon ſeit dem 5. Mai nach Cronberg zur Heilung ſeines Übels, wiewohl leider ohne Erfolg, geſchickt hatten.

Das Lehrerkollegium blieb von ſchweren Erkrankungen verſchont, und nur vereinzelt und auf kurze Zeit wurden einige Lehrer durch Unwohlſein verhindert, Unterricht zu erteilen. Nur unſer hochverehrter Direktor konnte zum größten Bedauern aller ſeiner Kollegen ſeine amtliche Wirkſamkeit erſt nach Verlauf der Sommerferien wieder aufnehmen, nachdem er in Karlsbad und Franzensbad Linderung, wenn auch nicht Heilung ſeines ſchweren Leidens gefunden hatte. Gegen Ende des Sommerſemeſters verſchlimmerte ſich jedoch ſeine Krankheit ſo ſehr, daß ihm, deſſen raſtlos erſtrebtes Ziel es war, die ihm anvertraute Anſtalt der Höhe der ihr geſtellten Anforderungen entgegenzuführen, die Ärzte mit aller Entſchiedenheit jede weitere Thätigkeit unterſagen mußten. Mit ſchmerzlich bewegtem Herzen ſah ſich der bedauerns würdige Dulder genötigt, die Beſorgung der Direktorialgeſchäfte dem Schreiber dieſer Zeilen zu über⸗