Jahrgang 
1927
Einzelbild herunterladen

Interessant ist eine Zusammenstellung über das im Berichtsjahre beobachtete Wachstum der Schüler. Es betrug: 12 cm bei 3 Schülern 11 3 10 7

- DO+ G 0 8 H Q

8 2.(Braun.) B) am Lyzeum.

Als Gegengewicht gegen die stundenlange Sitzarbeit soll der Turnunterricht Be- wegung bringen.

Das Ziel sahen wir am Lyzeum nicht im Erlernen möplichst vieler Ubungen, sondern darin, jede einzelne Schülerin an Gesundheit, Frische, Leistungsfähigkeit, Selb- tsändigkeit, Mut und Ausdauer soweit zu fördern, als es ihre Anlagen zulassen.

Im Sommer haben wir im Freien volkstümliche UÜbungen(Laufen, Springen, Werfen) betrieben, daneben wurden Spiele geübt. Eine ganze Anzahl freiwillige Schwimmerinnen fand sich an schulfreien Nachmittagen im Schwimmbad ein, um dort Schnellschwimmen, Tauchen und Wassersprünge zu üben.

Soweit es die Witterung erlaubte, haben wir auch im Winter unseren Ubungs- platz nach draußen verlegt. In der Halle turnten wir Kraft-, Mut- und Gewandtheits- übungen an Geräten.

Eingeflochten wurden Kindertänze und rhythmische Ubungen.

(Leopold: Wegener.) f) Nadelarbeit.

Die unteren Klassen übten Stricken, Häkeln und Nähen, die Mittelstufe hat gewebt, gestickt, gestopft und geflickt, die Klassen UIIl und OIll haben Wäsche genäht und geflickt, die Schülerinnen der UIl haben geschneidert und freie Verzierungsarbeiten angefertigt.

Es wurden Gebrauchsgegenstände nach selbst gestalteten Schnitten gearbeitet, die Verzierung wurde selbst ausgedacht nach dem Grundsatz:Einfach, aber richtig und schön!

In den Unterricht wurden Besprechungen über Material und Werkzeug, über Rohstoffe und ihre Verarbeitung eingeflochten.

Es wurde erstrebt, die Mädchen technisch zu fördern, sie an durchdachte Arbeit

zu gewöhnen, ihren Geschmack zu bilden und sie dazu zu erziehen, gute Werkarbeit beurteilen und schaffen zu können.(Leopold; Wegener.