Jahrgang 
1915
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13 wurde die Schule in der üblichen Weiſe geſchloſſen. Am 7. Oktober traten Herr Direktor Dr. Horn und Herr Zeichenlehrer Gerhard in ein Landſturmbataillon ein. Die Vertretung des Direktors übernahm Herr Profeſſor Dr. Ellmer.

Am 15. Oktober wurde das Winterhalbjahr in der üblichen Weiſe eröffnet. Bei der Feier verabſchiedete ſich der Herr Direktor von der Schule, um auf den öſtlichen Kriegsſchauplatz abzugehen. Unſere beſten Wünſche begleiteten ihn wie alle Amtsgenoſſen, die ſchon früher hinausgegangen waren. Bis jetzt befinden ſich alle bis auf Herrn Hofmann, der nach mehrwöchentlicher Teilnahme an den Kämpfen an der oſtpreußiſchen Grenze wegen Krankheit das Militärkurhaus in Bad Nauheim aufſuchen mußte, noch wohl. Die meiſten ſind befördert worden. Herr Oberlehrer Dr. Traub wurde zum Leutnant, Herr Profeſſor Bethge und Herr Direktor Dr. Horn zu Hauptleuten der Landwehr ernannt. Letzterer erhielt auch ſchon das Eiſerne Kreuz. Auch Herr Profeſſor Dr. Ellmer, der mit Beginn des Winterhalbjahres die Leitung der Schule übernommen hatte, ſtellte ſich der Militär⸗ behörde zur Verfügung und iſt jetzt als Hauptmann im Garniſondienſt beſchäftigt. Dann ging die Führung der Amtsgeſchäfte der Anſtalt auf den Unterzeichneten über. Größere Störungen ſind ſeitdem nicht vorgekommen. Die Sammelklaſſe erhielt die unentbehrlichen Stühle und Tiſche, und ſo konnte der Unterricht in den Parallelklaſſen, wo es nötig wurde, zum Teil zuſammengelegt und damit der Ausfall an Lehrkräften etwas ausgeglichen werden. Die nötigen Vertretungen in den Oberklaſſen übernahmen meiſtens die älteren Mitglieder des Kollegiums, während den Hilfskräften beſonders der Unterricht in den mittleren Klaſſen überlaſſen wurde. Das Winterfeſt fiel natürlich in dieſem Jahre aus, ebenſo auch alle anderen nicht unbedingt nötigen Veranſtaltungen bis auf die Feier des Weihnachtsfeſtes, das in hergebrachter Weiſe am Nachmittag vor dem Beginn der Weihnachts⸗ ferien am 23. Dezember gefeiert wurde. Fräulein Oberlehrerin Ludwich hatte die Anſprache über⸗ nommen. Der Unterricht im letzten Vierteljahr des Schuljahres wurde am 5. Januar 1914 mit einer Andacht in der Aula eröffnet. Die Anſprachehielt der Unterzeichnete. Beim Eintreffen der Nachrichten von den glänzenden Siegen unſerer tapferen Truppen kamen wir gewöhnlich in der vorletzten Stunde in dem Feſtſaal zuſammen. Ein vaterländiſches Lied machte den Anfang und Schluß unſerer Zuſammenkunft. Dabei wurde den Schülerinnen in kurzen Strichen die Kriegslage und die Bedeutung des erfochtenen Sieges dargeſtellt, in der Abſicht, ſo gut es eben möglich iſt, alle bemerkenswerten Ereigniſſe der Zeit zu einem Erlebnis für die Schülerinnen zu machen und damit zur Befeſtigung ihres vaterländiſchen Gefühls beizutragen. Der Geburtstag Seiner Majeſtät wurde ſchon am Nachmittag des 26. Januar mit einer Feier im Feſtſaal begangen, damit am nächſten Vormittag dem Wunſche Seiner Majeſtät entſprechend, der Schule die Teilnahme am Feſt⸗ gottesdienſt ermöglicht werden könnte. Die Anſprache hielt Herr Profeſſor Geiſendörfer über unſere Pflichten gegen Kaiſer und Volk. Winterausflüge unternahmen die Frauenklaſſe und die drei Klaſſen der Oberſtufe in den Taunus, die VIIbKlaſſe in den Stadtwald. Die oberen.Klaſſen beſuchten wie gewöhnlich mehrmals zu ermäßigten Preiſen das Opern⸗ und Schauſpielhaus, auch Beſichtigungen geſchichtlicher Denkwürdigkeiten in der Stadt fanden mehrfach ſtatt. Konferenzen wurden 7 gehalten. Am 9. Februar wohnte Herr Provinzial⸗Schulrat Unruh dem Unterricht von Frl. Oberlehrerin Weidenbuſch, Herrn Ernſt und Frl. Dr. Ante bei.-

Die zu Oſtern v. J. errichtete Frauenſchule geht wegen zu geringer Teilnahme wieder ein. Es waren bis zum Schluß des Schuljahres nur 3 Anmeldungen eingegangen, ſo daß auf Beſchluß der ſtädtiſchen Behörde die Klaſſe aufgehoben werden mußte. Dasſelbe iſt der Fall mit der Parallel⸗ klaſſe zur 7. Klaſſe, weil die Zahl der neu angemeldeten mit den aus der 8. Klaſſe verſetzten Schülerinnen zuſammen zu gering war, um zwei Abteilungen der 7. Klaſſe zu bilden. Wie aus