Jahrgang 
1915
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IlI. Auszug aus den Verfügungen der vorgeſetzten Behörde. Verfügnngen des Königlichen Brovinzial-Schulkollegiums.

1914 April 21. Die Schule wird zur Mitwirkung herangezogen, um die geſunden Forderungen

des Heimatſchutzes im Unterricht in geeigneter Weiſe zur Geltung zu bringen.

Mitteilung der Anordnungen des Herrn Miniſters der geiſtlichen und Unterrichts⸗

angelegenheiten darüber, daß und wie womöglich in jeder Turnſtunde Lauf⸗

übungen vorgenommen werden ſollen.

Hinweis auf einen Erlaß des Herrn Miniſters der geiſtlichen und Unterrichts⸗ angelegenheiten, demzufolge Angehörige feindlicher Staaten bis auf weiteres als Schüler zum Unterricht nicht zuzulaſſen ſind.

Oktober 7. Mitteilung eines Erlaſſes des Herrn Miniſters der geiſtlichen und Unterrichts⸗ angelegenheiten, in dem auf die Wichtigkeit der Pilze für die Volksernährung hingewieſen wird.

November 11. Mitteilung eines Erlaſſes des Herrn Miniſters der geiſtlichen und Unterrichts⸗

angelegenheiten, in dem die Erwartung ausgeſprochen wird, daß es die höheren

Lehranſtalten nicht unterlaſſen werden, in eindrucksvoller Weiſe im Unterricht

die Jugend anzuleiten, die ruhmvolle Zeit des Krieges verſtändnisvoll mit⸗ zuerleben.

Dezember 23. Mitteilung eines Erlaſſes des Herrn Miniſters der geiſtlichen und Unterrichts⸗

angelegenheiten, in dem nachdrücklich auf die Mitwirkung der Lehrer hingewieſen wird bei den Belehrungen über die Brotverſorgung Deutſchlands.

Juli

Oktober

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IWV. Zur Geſchichte der Anſtalt.

1. Veränderungen im Lehrkörper.

Da beim Abſchluß des vorjährigen Jahresberichts die Verhandlungen über die Beſetzung der neuen Oberlehrerinnenſtelle noch nicht abgeſchloſſen waren, konnte über die jetzige Inhaberin, Fräulein Berta Weidenbuſch, noch nichts mitgeteilt werden. Ihre Einführung fand erſt beim Beginn des neuen Schuljahres ſtatt. Sie berichtet über ihren Lebenslauf folgendes:

Berta Weidenbuſch, geboren am 29. November 1883 zu Frankfurt a. M., beſuchte von 1890 1900 die Humboldtſchule und von 1900 1903 das ſtädtiſche Lehrerinnen⸗ ſeminar. Nach Ablegung der Lehrerinnenprüfung ging ſie zu weiterer Ausbildung in der franzöſiſchen Sprache nach Frankreich. In den Jahren 1905 1910 war ſie im Schuldienſt der Stadt Frankfurt tätig. Oſtern 1910 begann ſie ihr Studium an der Univerſität Münſter i. W. Im Auguſt 1913 beſtand ſie dort die Oberlehrerinnen⸗ prüfung in Deutſch und Franzöſiſch. Oſtern 1914 wurde ſie an der Humboldtſchule angeſtellt. Am Schluſſe des Schuljahres verläßt uns unter allgemeinem aufrichtigem Bedauern die ordentliche Lehrerin Fräulein Julie Meier, um in den Ruheſtand zu treten. Ein hartnäckiges Augenleiden zwingt ſie, von der ihr lieb gewordenen Tätigkeit Abſchied zu nehmen, der ſie im