Jahrgang 
1913
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Es gingen ein: Von dem Verein ehemaliger Humboldtſchülerinnen 93 M., von Frau verw. Auguſte Lehn für ihre Tochter Nelly 5 M., von Klaſſe I und II 2,70 M.(Überſchuß vom Tanz⸗ kränzchen), von Herrn Rektor Jakob Boll für ſeine Tochter Käte 5 M., von Frau verw. Johanna Ferber für ihre Töchter Elſe und Luiſe 10 M, von Herrn Profeſſor Dr. Pitſchel für ſeine Tochter Margarete 10 M., von W. für wunderbare Bewahrung 5 M., von Fräulein Anna Steinebach 40 M., von Klaſſe IX 0,75(Überſchuß von der Nadelarbeit), von Klaſſe IX und VIIIb 1 M.(Über⸗ ſchuß vom Maifeſt), von Fräulein Johanna Grünebaum 20 M., von Fräulein Oberlehrerin Reis⸗ haus 20 M., von Herrn N. N. 5 M, von Herrn Architekten Wilhelm Störkel für ſeine Tochter Käte 3 M.

Die Bücherprämienkaſſe betrug am 21. März 1912 310,98 M. Bücherprämien erhielten Oſtern 1912 Grete Wern und Lydia Georgi aus la und Mathilde Schott, Marianne Ellmer und Käte Boll aus Ib und zwar ſämtlich Bielſchowskys Goethe. Der Kaſſe ſpendete Herr Profeſſor Dr. Ellmer 20 M. Am 10. März war der Beſtand 289,11 M.

VII. Mitteilungen an die Schülerinnen und an deren Eltern.

Das Schlußzeugnis der Klaſſe I des Lyzeums berechtigt:

1. zum Eintritt in das Oberlyzeum(in die wiſſenſchaftlichen Fortbildungsklaſſen und in die Frauenſchule);

2. zur Ausbildung als Zeichenlehrerin;

zur Ausbildung als Handarbeits-, Hauswirtſchafts-, Turnlehrererin und Kindergärtnerin;

zur Ausbildung als Gewerbeſchullehrerin;

. zur Ausbildung als Jugendleiterin;

6. zur Annahme als Poſt⸗ und Telegraphengehilfin(ſchon nach halbjährigem Beſuch der II. Klaſſe);

7. zur Zulaſſung zum mittleren Bibliotheksdienſt, wenn die Bewerberin noch ein Jahr ein Ober⸗ lyzeum(wiſſenſchaftliche Fortbildungsklaſſe oder Frauenſchule) beſucht hat. Ein Schlußzeugnis erhalten nur diejenigen Schülerinnen der I. Klaſſe, die an allen wiſſenſchaftlichen Fächern teil⸗ genommen und das Ziel der Klaſſe erreicht haben. Wer z. B. von einer fremden Sprache be freit worden iſt, erhält nur einAbgangszeugnis und erwirbt damit keine der oben angegebenen Berechtigungen, darf z. B. auch nicht in ein Kindergärtnerinnen⸗ ſeminar eintreten.

Was die Berufswahl betrifft, ſo muß dabei außer auf die körperlichen und geiſtigen Kräfte noch beſonders darauf geachtet werden, ob die Mädchen in dem erwählten Beruf auch die erhoffte ſeeliſche Befriedigung finden. Deshalb iſt die volle Berückſichtigung der Neigungen bei der Berufs⸗ wahl außerordentlich wichtig. Auch ſollten die praktiſchen Berufe nicht unterſchätzt werden; zur ordentlichen Führung eines Haushaltes gehören mindeſtens ebenſo viel körperliche, geiſtige und ſittliche Kräfte wie zur Bekleidung einer Lehrerinnenſtelle. Zu den akademiſchen Berufen ſollten ſich nur hervor⸗ ragend begabte Mädchen entſchließen.

Im folgenden gebe ich nach denSchriften des preußiſchen Zentralverbandes für die Intereſſen der höheren Frauenbildung, Heft III, einen Überblick über die Berufsausſichten der Schülerinnen höherer Mädchenſchulen und weiterführender Bildungsanſtalten.

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