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2. Krankheiten und Beurlaubungen der Lehrer und Lehrerinnen.
Wegen Krankheit fehlten über 8 Tage: Herr Profeſſor Ratzel vom 31. Mai bis 12. Juli 1912; Herr Oberlehrer Voll vom 17. Januar bis 12. Februar 1913; Herr Beil vom 24. Auguſt bis 11. September und vom 19. bis 28. Oktober 1912; Herr Gerhard vom 27. Jan. bis 22. Febr. 1913. Fräulein Oberlehrerin Haaſe vom 13. bis 24. Auguſt 1912; Fräulein Seßler vom 10. Februar bis 18. März 1913; Fräulein Meier vom 9. bis 20. Dezember 1912; Fräulein Grünebaum vom 24. Juni bis 12. Juli und vom 13. Auguſt bis 7. September 1912; Fräulein Wagner vom 3. Januar bis 5. Februar 1913.
Beurlaubt waren: Herr Oberlehrer Staudenmaier vom 29. April bis 22. Juni 1912 wegen einer militäriſchen Übung; Fräulein Oberlehrerin Ludwich vom 31. Mai bis 15. Juni 1912 wegen einer Studienreiſe nach Leipzig; Fräulein Schreyer vom 6. Mai bis 15. Juni 1912 wegen einer Badekur in Karlsbad. Die Vertretung der erkrankten und beurlaubten Mitglieder des Kollegiums übernahmen außer den Kollegen Herr Menſinger, Probekandidat an der Sachſenhäuſer Oberrealſchule, Fräulein Eliſabeth Ermel, Kunſtmalerin, und die Lehramtsbewerberinnen Fräulein Hedwig Baberadt, Fräulein Roſa Pabſt, Fräulein Margarete Theis und Fräulein Berti Flinner.
3. Außerer Verlauf des Schuljahres, Ferien, Feſte und Konferenzen.
Aus dem Schuljahr 1911/12 iſt noch nachzutragen, daß Fräulein Oberlehrerin Haaſe mit der Ia⸗Klaſſe, die ſie während dieſes Jahres in Kunſtgeſchichte unterrichtet hatte, eine dreitägige Reiſe nach Worms, Speyer und Straßburg unternahm, die zu allſeitiger Befriedigung verlief. Eine der Teilnehmerinnen berichtet darüber folgendes:
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Kurz vor den Oſterferien, vom 23.—25. März 1912 machte Fräulein Oberlehrerin Haaſe mit den Schülerinnen der damaligen Ja⸗Klaſſe eine vom ſchönſten Wetter begünſtigte Kunſtreiſe nach Straßburg. Die Hinreiſe führte uns zunächſt nach Worms, wo wir das Lutherdenkmal und den Dom in prachtvoller Beleuchtung von innen und außen bewundern konnten. Dann gings weiter nach Speyer. Dort begaben wir uns ſofort nach dem Dom, der meiner Meinung nach bedeutend ſchöner gelegen iſt als der Wormſer, da er von friſchen, grünen Anlagen umgeben iſt und infolgedeſſen einen viel beſſeren Überblick gewährt. Ein Mitglied des Dom⸗ kapitels war ſo liebenswürdig, uns das Innere des Doms, beſonders die Krypta und die Kaiſergräber, zu zeigen und zu erklären. Eine feierliche Stimmung bemächtigt ſich eines jeden, der die wenigen Stufen empor⸗ ſteigt zu den Kaiſergräbern mit ihren ſchlichten Steinſärgen. Wundervoll iſt auch der Eindruck des Domes, wenn man von der Krypta wieder heraufkommt in das Querſchiff. Bald mußten wir uns aber von dem ſchönen Anblick trennen; früh am Nachmittag fuhren wir weiter nach Straßburg. Hier machten wir am Sonntag morgen einen Gang durch die älteſten Straßen nach dem Münſter. Majeſtätiſch erhebt er ſich aus der Menge der umgebenden Häuſer. Wundervoll iſt die Ausſicht, die man von der Plattform aus genießen kann. Leider war aber auch hier die Zeit nur kurz bemeſſen, da wir auf dem Rückweg noch durch die neuere Stadt gingen und das Goethedenkmal, die Univerſität und das Schloß beſichtigten. Gegen Abend erreichten wir dann Karlsruhe, das den Abſchluß unſerer Reiſe bildete. Hier beſuchten wir in ſtrömendem Regen den Schloßpark, die verſchiedenen Denkmäler(Hebel, Scheffel, Nymphenbrunnen) und endlich die Kunſthalle, in der wohl die Thomaſäle am meiſten feſſeln. Am Nachmittag ſahen wir noch die Ausſtellung für Keramik, in der wir verſchiedene Thomabilder auf Kacheln gemalt wiederfanden.
Ein fröhliches Plauderſtündchen vor Abgang des Zuges bildete den Schluß dieſer ſchönen Tage. Um 10 Uhr kamen wir wohlbehalten wieder an und wurden von Eltern und Geſchwiſtern empfangen. Wir alle, die an dieſer Fahrt teilgenommen haben, werden immer gerne daran zurückdenken und das Geſehene nicht wieder vergeſſen


