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II. Derfügungen der ſtaatlichen Behörden.
Verf. d. Ugl. Prov.⸗Schulk. v. 11. April 1914: Die Einführung von Smalian⸗Bernau, Naturw. Unterrichtswerk, wird genehmigt.
Verf. d. Agl. Prov.⸗Schulk. v. 11. April 1914: Die Einführung des deutſchen Leſebuchs von Falk⸗ Künoldt⸗Lippelt wird genehmigt.
Verf. d. Ugl. Prov.⸗Schulk. v. 16. Juli 1914: Der erfolgreiche Beſuch eines Lyzeums berechtigt zum Beſuch der Lehranſtalten für Obſt- und Gartenbau in Dahlem, Geiſenheim und Proskau.
Verf. d. Ugl. Prov.⸗Schulk. vom 15. Aug. 1914: In den Madelarbeitſtunden ſollen Liebesgaben für die Truppen angefertigt werden.
Verf. d. Ugl. Prov.⸗Schulk. vom 5. Sept. 1914: In dieſem Jahr kann im herbſt von der Aus⸗ gabe von Zeugniſſen abgeſehen werden.
Miniſterialerlaß vom 5. Nov. 1914: Betr. die Regelung der Brotverſorgung Deutſchlands.
Miniſterialerlaß vom 21. Nov. 1914: Betr. Mitarbeit der Schulen zur Einlieferung des Goldes an die Reichsbank.
Miniſterialerlaß vom 23. Dez. 1914: Betr. Mitarbeit der Schulen zur Regelung des Getreide⸗ verbrauchs.
Miniſterialerlaß vom 29. Januar 1915: Bei der Verſetzung ſoll auf die durch den Arieg bedingten hemmungen Rückſicht genommen werden, beſonders bei Schülerinnen, die ſonſt den An⸗ forderungen der Schule entſprochen haben.
III. Zur öeſchichte der herderſchule.
Das neue Schuljahr begann am Dienstag, den 21. April, mit Aufnahmeprüfungen. Am folgenden Tage verſammelten ſich die Lehrerſchaft und die Schülerinnen um 8 Uhr vormittags zu einer Schulfeier im Feſtſaal. Der Direktor wies in ſeiner Anſprache die Schülerinnen auf die Arbeiten und Pflichten des kommenden Schuljahrs hin, begrüßte die neuen Schülerinnen und ver⸗ pflichtete ſie durch hanoſchlag auf die Satzungen der Schule. Herr Oberlehrer Dr. Seehaußen wurde als neues Mitglied des Lehrkörpers in ſein Amt eingeführt. Über ſeinen Lebens⸗ und Bildungsgang macht er folgende Angaben:
Oberlehrer Dr. Walther Seehaußen iſt geboren am 29. Juli 1886 zu Eberswalde (Prov. Brandenburg) als Sohn des Direktors der Höheren Mädchenſchule Dr. Richard Seehaußen. Er iſt evangeliſch und iſt preußiſcher Staatsangehöriger. Seit Oſtern 1896 beſuchte er das Kgl. Gymnaſium Philippinum in Marburg; hier erhielt er Oſtern 1905 das Reifezeugnis. Oſtern 1905 bis Oſtern 1912 ſtudierte er in Marburg und Berlin Deutſch, Geſchichte und Religion. Die Doktorprüfung beſtand er am 51. Mai 1911, die philologiſche Staatsprüfung am 253. und 24. Februar 1912. Oſtern 1912 bis Oſtern 1915 leiſtete er am Goethegymnaſium in Frankfurt a. M. das Seminarjahr, Oſtern 1913 bis Oſtern 1914 an der KAlingeroberrealſchule ebenda das Probejahr ab und wurde am 8. September 1913 für den 1. April 1914 zum Oberlehrer an der herder⸗ ſchule gewählt.
Als hilfslehrerinnen traten ein: die Lehramtsbewerberin Frl. Elſe Scheuermann und die techniſchen Lehramtsbewerberinnen Frl. Anna Strohecker und Frl. Sliſabeth Engel; letztere nur für das Sommerhalbjahr.
Über den äußeren Verlauf des Schuljahres iſt folgendes zu berichten:
Am Samstag, den 9. Mai, verſammelten ſich die Schülerinnen der VII.— II. Klaſſe nach der 5. Stunde im Feſtſaal, wo der Direktor ſie über das Rote Kreuz, ſeine Entſtehung, ſeine Aufgaben und Tätigkeit in Krieg und Frieden belehrte und auf die Sammlungen hinwies, die aus Anlaß der 50jährigen Jubelfeier dieſer Einrichtung veranſtaltet werden ſollten.
Die meiſten Schülerinnen der Allaſſe II beteiligten ſich am folgenden Tage eifrig an der Sammeltätigkeit für das Rote Kreuz.
Am Samstag, den 20. Juni, fanden die Frühlingsausflüge der herderſchule ſtatt. Die Klaſſen hatten ſich für ihre Wanderungen folgende Ziele gewählt: Ul. X: Niederrad; Ml. IX: die Oberſchweinſtiege; Kl. VIII: das Forſthaus Buchſchlag; Ml. VII: den Feldberg; Al. VI: den


