Jahrgang 
1928
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11. November: Herr Rechtsanwalt Wild aus Milwaukee hielt vor den Klassen UI Ol einen Vortrag über hervorragende Vertreter des Deutschtums in Nordamerika,

9o Dezember: Klassenelternbesprechungen. Im Anschluß daran Lichtbildervorträge der Ober- primaner über ihre Studienfahrt nach München, Berchtesgaden und Salzburg(s. S. 31).

19 Dezember: Weihnachtskonzert: 1. Chor: Der Herr ist mein Hirt, Klein. 2. 2 Lieder für Sopran. Wickel, 3. Klavierkonzert A-dur. 1. Satz. Mozart. 4. Wiegenlied für kleines Orchester-, Reger. 5. Dialog: Tannenbäumchen und Schneemann, 6. Fröhliche Weihnachten. Portpourri für großes Orchester. Koedel.

21. Dezember: Weihnachtsfeier und Schulschluß

30, Januar bis 3. Februar 1928: Schriftliche Reifeprüfung.

31. Januar: Herr Oberschulrat Professor Dr. Zühlke wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen und einigen Lehrproben der Studienreferendare bei-

10, Februar: 2. Turnprüfung der Oberprimaner.

20, Februar: Klassenelternbesprechung. Im Anschluß daran Elternabend: Orchester: Deutsche Lieder von Rhein und Donau. Rhoda. Lichtbildervortrag des Herrn Oberstleutnant Leon über Südtirol. Chor: Andreas Hofer, Volkslied.

5, und 6. März: Mündliche Reifeprüfung.

19. März: Der Schülerchor führte in Mannheim die Ammenuhr von Braunfels auf.

23. März: Vortrag des Herrn Stadtmedizinalrat Dr. Hagen vor den beiden Oberprimen.

20. März: Entlassung der Abiturienten: 1. Orchester: Vorspiel zur Iphigenie von Gluck., 2. Ge- dicht: Du sonnige, wonnige Welt von Fr. W. Weber. 3. Chor: Nun ist die schöne Frühlings zeit. 4. Vortrag: Worte aus den dreizehn Büchern der deutschen Seele von Wilhelm Schäfer. 5. Abschiedsrede des Abiturienten Wilhelm Reimold über Wilhelm Schäfer. 6. Chor: Innsbruck ich muß dich lassen. 7. Vortrag: Abschied des Polonius von seinem Sohn Laertes aus Shake- speares Hamlet. 8. Ansprache des Direktors.

9. Chor: Abschiedslied von Mendelssohn,

Das Bildungsziel der Oberrealschule.

Ansprache des Direktors zur Entlassung der Abiturienten Ostern 1928.

Liebe Abiturienten! Ich las vor kurzem in der Frankfurter Zeitung Berichte von 3 Direktoren und 3 Primanern höherer Schulen über die Bildungsziele der Schulen, denen sie angehören. Da spricht der Direktor eines Gymnasiums davon, daß allein das Gymnasium seine Schüler an die Gestade des silberblauen ionischen Meeres, in die Jugendzeit Europas führe, um ihnen die antike Kultur als das Urbild aller Kultur darzustellen und sie die ewig menschliche Aufgabe der Humanität in jugendlichen, unverworrenen Wesenszügen schauen zu lassen, Der Gymnasial- oberprimaner aber sieht eine Gefahr für die Erziehungsaufgaben des Gymnasiums darin, daß man die Antike als Selbstzweck auffaßt und in ihr ein unerreichbares Ideal sieht, statt sie als Grundstein für unsere eigene Arbeit zu benutzen, Er meint auch, junge Menschen von 17 18 Jahren wären noch nicht reif genug, um überhaupt Probleme zu erfassen, und wünscht, man solle die Schüler zwischen den 3 cberen Klassen des Gymnasiums je 1 Jahr praktisch arbeiten lassen, am besten in einer Fabrik oder bei einem Handwerker. Der Direktor einer Oberrealschule legt dar, daß an den Oberrealschulen die Naturwissenschaften zu einem geschichtlich vertieften Ver- ständnis der Gegenwart und der deutschen Kulturaufgaben führen, daß sie in Verbindung mit Mathematik den jungen Geist an Klarheit, Sachlichkeit und strenge Wahrheitsgesinnung ge- wöhnen und Verständnis für den Ernst und die Größe geistiger Arbeit und Ehrfurcht vor den schöpferischen Persönlichkeiten wecken, Dem Oberrealschulprimaner aber erscheint der mathe- matische Unterricht zu einseitig und zu wenig auf das Praktische gerichtet. Er wünscht als Vor- bereitung für das praktische Leben ein Ineinandergreifen aller Wissensgebiete, insbesondere mit Einschluß der Sprachen und schlägt vor, gleichartige Fächer auf gleiche Tage zusammenzulegen. Gegensätze scheinen hier zu Tage zu treten bei der Frage, wie die Bildungsziele der verschie-

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