Jahrgang 
1927
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Am Freitag treiben wir Stilkunde, Nach einem gemeinsamen Besuch der Pinakotheken ziehen wir hinaus nach Nymphenburg zum Prachtschloß der bayrischen Fürsten. Es ist ein schöner Abschluß unserer Fahrt: Wie beruhigend diese langen Durchblicke, die weiten Rasenflächen, die grünen Baumgänge! Wie reizvoll diese Rotunden und Springbrunnen, die unterbrechenden Postamente mit Urnen und Figuren, Rundform von Fläche und Hell von Dunkel prächtig sich hebend, Auflösung aller Formen in heitere Harmonie, in rhythmische Schwingung leichter Tänze. Man sieht sie im Mondschein wandeln, die Dämchen und Herrchen jener Zeit; man sieht sie schneeweiße Schwäne füttern aus kunstvoll gestickten Pompadours, man hört das leise Schlürfen leichter Degen über feinen Sand, beglücktes Lachen, zärtliches Kosen aus den Baumgängen. Und im glitzernden, himmelblau-silbernen Saale drehen sich Paare im Kreis. Die Zeit ist gebannt, kein Alter, nur Jugend, und Nacht und Tag zusammen nur Schönheit!

Uns bleibt noch eine Nacht, Dann führt uns der Zug in unaufhaltsamer Fahrt nach Norden. Der Gleich- laut der Räder regt hier Gespräch, dort Gesang, dort Spiel an: über allen liegt der Zauber eines glücklichen Jugenderlebens, Freudig sieht man zurück auf die Tage, wo man eine Familie war, Lehrer und Schüler, wo, auf sich selbst gestellt, das Wesen des einzelnen mehr zutage trat, zu Gunsten und zu Ungunsten, wo man im Nicht- beachteten einen Freund, im Verkannten einen Gleichgesinnten fand, wo man seinem Selbst ein Stück näherge- kommen, wo man Herz und Wissen bereichert und Fähigkeiten gekräftigt. Man möchte sich die Hände reichen und einfach und beglückt dem Gefühl des Dankes und der Freude Ausdruck verleihen, des Dankes für 6 Tage

neuen, unbekannten Lebens. S. Schalk. OlIb.

i. Schulgeld, Freistellen, Unterstützungen.

Das Schulgeld beträgt für die städtischen höheren Schulen jährlich 180 Mark. Für aus- wärtige Schüler sind 25%, für Ausländer 100% Zuschlag zu entrichten., Frankfurter Erziehungs- berechtigte mit einem Einkommen von weniger als 7200 Mark erhalten für das zweite schul- pflichtige Kind eine Ermäßigung von 50%, für die übrigen Kinder völlige Schulgeldfreiheit. An begabte Schüler können auf Antrag Freistellen verliehen werden, wenn der Erziehungsberech- tigte bei ein oder zwei Kindern ein Einkommen von nicht mehr als 4400 Mark, bei drei oder mehr Kindern ein Einkommen von nicht mehr als 6000 Mark hat. Die sozialen Zulagen(Frauen- und Kinderzulagen) bleiben bei der Berechnung der Einkommensgrenzen außer Ansatz. An- träge auf Gewährung von Freistellen sind unter Vorlage einer Verdienstbescheinigung und des letzten Schulzeugnisses bei dem Schulgeldbüro, Elbestraße 48, zu stellen. Auch Geschwister- ermäßigungen bedürfen eines Antrages. Antragsvordrucke werden auch von dem Schulgeldbüro ausgegeben.

Im Schuljahr 1926/27 wurden 107 ganze und 16 halbe Freistellen verliehen. Der Prozent- satz der Freistellen betrug somit 17,5%.

Lehrmittelfreiheit wird Schülern auf Antrag der Eltern und mit Zustimmung der Lehrer- konferenz gewährt.

Erziehungsbeihilfen können Schülern, die sich hervorragend bewähren, aus städtischen und staatlichen Mitteln zuerkannt werden. Ein Schüler erhielt im Laufe des Schuljahres Er- ziehungsbeihilfe von der Stadt.

Die Hilfsbücherei, aus der Schülern Schulbücher leihweise zur Verfügung gestellt werden können, wurde den Anforderungen entsprechend mit städtischen Mitteln ergänzt und weiter-

geführt,.

4. Elternhaus und ehemalige Schüler.

a. Der Elternbeirat und die Elternversammlungen.

Die Neuwahl des Elternbeirats erfolgte nach den vorgeschriebenen Besprechungen in zwei Elternversammlungen auf Grund der einzigen eingegangenen Wahlliste,

Die Mitglieder des neuen Elternbeirats sind: 1. Herr Postinspektor Hermann Sinz; 2. Herr Studienrat Dr. Alexander Schweikart; 3. Herr Pfarrer Gerhard Lütgert; 4. Frau Grete Grum- bach; 5. Herr Kaufmannn Albert Wurm; 6. Herr Polizeiobermeister Jacob Moog; 7. Herr Obertele- graphensekretär Christoph Mootz; 8. Herr Korrespondent Josef Münchheimer; 9. Herr Mittel- schullehrer Wilhelm Scheerer; 10. Herr Werkführer Adam Schade; 11. Herr Bildhauer Carl Wagner; 12. Herr Oberpostsekretär Josef Gsell; 13. Herr Diakon Adolf Fenner; 14. Herr Kauf- mann Georg Hegewald.